Fahrbericht Renault Mégane GT

Renault Mégane GT im Test: Fahrbericht

— 09.02.2016

Knackiger Kompakt-Sportler

Normalerweise gilt der Renault Mégane als entspannter Vertreter seiner Zunft. Nicht jedoch als GT – dann wird aus der Sänfte ein Sportler.

Er war über Jahre die Fahrspaßreferenz in der Kompaktklasse. Fahrwerk, Lenkung, Schaltung, Sitze und nicht zuletzt das Preis-Leistungs-Verhältnis – alles top. Die Rede ist vom Renault Mégane RS. Obwohl offiziell noch bis Herbst 2016 erhältlich, schicken ihn die Franzosen jetzt, nach sechs Jahren Kurvengier, so langsam aufs Altenteil. Bis der Nachfolger kommt, gehen noch ein paar Monate ins Land, daher muss der neue Mégane zunächst als 205 PS starker GT in die Bresche springen. Er basiert – wie vor ihm schon Espace und Talisman – auf der modularen CMF-Plattform. Was diese in sportlicher Hinsicht kann, klärt ein erster Fahrbericht.

Beim Renault Mégane GT wird mit allen Rädern gelenkt

Kurvenkünstler: Der GT ist serienmäßig mit der Allrad-Lenkung 4Control ausgerüstet.

Ein Highlight des GT spürt man frühestens, wenn die erste Kurve naht, denn er ist ab Werk mit der Allradlenkung 4Control ausgerüstet. Diese schlägt im Sportmodus unterhalb von 80 km/h die Hinterräder mit maximal 2,7 Grad in die entgegengesetzte Richtung ein. Das soll für mehr Agilität und Wendigkeit sorgen. Über dieser Schwelle – im Normalmodus sind es übrigens 60 km/h – lenkt die Hinterachse für mehr Spurstabilität in dieselbe Richtung mit. Auf der Straße funktioniert das ganz hervorragend. Der GT schwänzelt agil um enge Kehren und fühlt sich im Grenzbereich zu keiner Zeit überfordert an. Irgendwie haben es die Renault-Sport-Ingenieure geschafft, das fronttrieblertypische Untersteuern nahezu gänzlich in den Griff zu bekommen. Übertreibt man es doch einmal, spürt man einen sanften ESP-Eingriff am kurveninneren Hinterrad, ohne dass dieser jedoch groß das Popometer irritieren würde.
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Unter der Haube arbeitet ein 1,6 Liter großer Vierzylinder

Kräftig: Mit seinen 205 PS beschleunigt der 1,6er den Mégane GT in 7,1 Sekunden auf Tempo 100.

Die Lenkung agiert präzise, Nachkorrekturen am Lenkwinkel sind nur selten nötig, dabei lässt sich das Ansprechverhalten von leichtgängig bis sportlich-straff einstellen. In schnellen Kurven halten einen die schraubzangigen Sportsitze hervorragend in Position – eine tolle Mischung aus Komfort und Seitenhalt. Der 1,6-Liter mit seinen 205 PS schnalzt den GT in knapp über sieben Sekunden auf hundert und wird mit einem Siebengang-Doppelkuppler zwangsverheiratet. Dieser erledigt seinen Job ausreichend flott – wer mag, kann auch mit großen Wippen manuell schalten. Aber: Die Paddel sind viel höher positioniert als die Daumenmulden im Lenkrad, sodass man gern mal versucht, am Lautstärkeregler des Radio-Bediensatelliten hochzuschalten. Fahrwerksseitig hat Renault den GT betont sportlich abgestimmt. Kanaldeckel und Schlaglöcher werden recht humorlos an die Insassen weitergereicht, bei sportlicher Gangart passt's dann aber astrein.

Schlagen wir noch einmal den Bogen zur Überschrift: Der GT ist ab Werk mit einer Launch Control ausgestattet. Bremsen mit links, Vollgas mit rechts, zwei Sekunden beide Schaltwippen ziehen, und die Elektronik merkt, was der Fahrer vorhat. Dann die Bremse lupfen, und ab geht die Post.
Fahrzeugdaten* Renault Mégane GT
Motorbauart R4, Turbo
Einbaulage vorn quer
Hubraum 1618 cm³
kW (PS) bei 1/min 151 (205) / 6000
Literleistung 126,8 PS/l
Nm bei 1/min 280 / 2400
Antriebsart Vorderrad
Getriebe 7-G.-Doppelkuppl.
Reifengröße vorn 225/45 R 17
Reifengröße hinten 225/45 R 17
Maße L/B/H 4359/1814/1447 mm
Leergew./Zuladung 1392 / 532 kg
Leistungsgewicht 6,8 kg/PS
ECE-Normverbrauch 6,0 l Super
0-100 km/h 7,1 s
Vmax 230 km/h
Preis ab 29.090 Euro
*Herstellerangaben

Autor:

Alexander Bernt

Fazit

Mit dem Mégane GT gelingt Renault der Spagat zwischen Alltagsnutzen und Sportsgeist. Er rollt knackig ab, giert förmlich nach Kurven und hat mit seinen 205 PS ausreichend Schmalz unter der Haube – auch wenn der DKG-Zwang nicht allen schmecken dürfte. Kleine Unzulänglichkeiten wie das spiegelnde Riesendisplay, die zu hoch positionierten Schaltwippen oder die hohe Ladekante trüben die Freude nur kurzzeitig.

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