Rückrufe: Die wichtigsten Fragen

— 03.04.2013

Muss mein Auto in die Werkstatt?

Jedes Jahr bitten Fahrzeughersteller Autofahrer zu einem Stopp in die Werkstatt. Eine Aufforderung, die Sie nicht ignorieren sollten.



"Einszweidrei im Sauseschritt läuft die Zeit, wir laufen mit", dichtete einst Wilhelm Busch. Auch für Autos läuft die Zeit im Sauseschritt. Höchstens sechs Jahre dauert es meist bis zum Modellwechsel, nach drei Jahren bekommen viele Autos ein größeres Facelift verpasst. Mit einem Blick auf die Zahl der Rückrufe und Service-Aktionen kann die Vermutung aufkommen, dass die kurzen Intervalle nicht mehr reichen, Fahrzeuge mängelfrei zu konstruieren. Im Jahr 2011 schrieb das Kraftfahrt-Bundesamt 563.414 Autobesitzer an, um sie zum außerplanmäßigen Stopp in der Werkstatt zu laden. In rund 186 Fällen gab es Probleme mit Fahrzeugteilen. Wir klären die wichtigsten Fragen zu Rückrufen und Service-Aktionen der Hersteller.

Überblick: Alle Rückrufe auf autobild.de

Ausgesuchte Rückrufe aus den letzten Jahren

Rückrufe Audi A3 BMW 1er
Wie unterscheidet sich ein Rückruf von einer Service-Aktion des Autobauers?

Zum Rückruf kommt es, wenn von einem Mangel am Auto eine Gefahr ausgehen kann. Grundlage ist das Produktsicherheitsgesetz. In der Regel nutzen die Hersteller das Kraftfahrt-Bundesamt zur Halterermittlung. Die Fahrzeugbesitzer werden angeschrieben und zum Besuch in einer Vertragswerkstatt aufgefordert. Bei einer Serviceaktion, auch stiller Rückruf genannt, beheben die Werkstätten Mängel im Rahmen eines planmäßigen Werkstattbesuchs, zum Beispiel bei einer Inspektion. Der Fahrzeugbesitzer erfährt oft nicht, dass etwa eine neue Software aufgespielt wurde.
Wer übernimmt die Kosten für den Werkstattaufenthalt?

Muss der Wagen außerplanmäßig für einen Rückruf in die Werkstatt, übernimmt der Hersteller nur in der Gewährleistungszeit die Kosten für die Reparatur. Danach ist der Autofahrer auf die Kulanz des Herstellers angewiesen. In der Regel zahlen Autobauer die Kosten aber ohne viel Aufhebens, um Imageschäden für ihre Marke abzuwenden. Einen grundsätzlichen Anspruch auf einen Ersatzwagen hat man während der Reparatur nicht.

So gut sind unsere Autos: Qualitätsreport 2012

2004 berichtete AUTO BILD über die fehlerhafte SBC-Bremse der Mercedes E-Klasse: 1,3 Millionen Autos mussten in die Werkstatt.

Wie erfahre ich, ob mein Gebrauchtwagen von einem Rückruf betroffen war?
Wer ein Gebrauchtfahrzeug gekauft hat und wissen möchte, ob es für den Wagen eine Rückrufaktion gab, findet die Angaben im Internet, zum Beispiel bei autobild.de, adac.de oder auf der Seite des Kraftfahrt-Bundesamts (www. kba.de). Je nach Hersteller gibt es unterschiedliche Methoden, wie die erfolgreich durchgeführte Reparatur am Fahrzeug gekennzeichnet wird. Das kann beispielsweise ein Farbklecks an der Fahrgestellnummer oder ein Eintrag im Serviceheft sein.
Kann die Werkstatt erkennen, ob es eine Service-Aktion für mein Auto gab?

Die Vertragswerkstätten besitzen in der Regel einen Zugang zu einer internen Fahrzeug-Datenbank. Hier lässt sich feststellen, ob es für ein Fahrzeugmodell Rückruf- oder Serviceaktionen gab. Mechaniker erkennen anhand der Fahrgestellnummer, ob die Arbeiten am Gebrauchtwagen tatsächlich erledigt wurden.

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Wo liegt der Unterschied zwischen einer Reparatur auf Kulanz oder Garantie?
In den ersten zwei Jahren gibt es die gesetzlich vorgeschriebene Sachmängelhaftung, in der Regel von den Autobauern erweitert auf eine allgemeine Fahrzeuggarantie. In dieser Zeit werden die Kosten für die meisten unplanmäßigen Werkstattaufenthalte übernommen. Ist die Garantie abgelaufen, muss der Autobauer bei Mängeln nicht mehr zahlen. Beteiligt er sich trotzdem freiwillig, spricht man von Kulanz. Das gilt auch für die Kostenübernahme bei einem Rückruf.
Was ist, wenn ich beim Rückruf nicht mitmache?

Das kommt auf das Gefährdungspotenzial des defekten Bauteils an. Handelt es sich um einen schweren Mangel, wird der Autofahrer wiederholt schriftlich aufgefordert, zur Behebung in die Vertragswerkstatt zu fahren. Ignoriert der Fahrzeugbesitzer die Schreiben, lässt das Kraftfahrt-Bundesamt den Wagen über die örtliche Zulassungsbehörde aus dem Verkehr ziehen. Das ist 2011 immerhin 7543 Fahrzeughaltern passiert.
Autor:

B. Volkens

Fazit

Die haben einen Gebrauchtwagen gekauft und wissen nicht, ob Rückrufe oder Service-Aktionen noch ausstehen? Schauen Sie ins Internet. Es gilt, die Schwächen des eigenen Autos zu identifizieren und zu beheben. Wenn ich wissen möchte, ob eine Serviceaktion an meinem Wagen ausgeführt wurde, wende ich mich an einen befreundeten Mechaniker. Gegen eine Spende in die Kaffeekasse rückt er die Daten raus.

Autor: Bernd Volkens

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