Opel-Werk in Bochum

Rüttgers bei General Motors in Detroit

— 19.02.2009

Vorerst Entwarnung für Opel

Gute Nachricht für deutsche Opel-Angestellte: GM-Boss Rick Wagoner erklärte gegenüber NRW-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers in Detroit, dass keine deutschen Opel-Werke geschlossen werden sollen.

Die rund 25.000 Opel-Mitarbeiter in Deutschland können neue Hoffnung schöpfen, aber die Stimmung bleibt skeptisch. Der Mutterkonzern General Motors hat nach Angaben des nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Jürgen Rüttgers (CDU) bislang keine Pläne, deutsche Opel-Standorte dichtzumachen. "Es gibt keine Entscheidung zur Schließung von Standorten in Deutschland, auch nicht Bochum", sagte Rüttgers am 18. Februar 2009 in Detroit nach einem Gespräch mit GM-Chef Rick Wagoner. Eine langfristige Bestandsgarantie für die Opel-Werke konnte Rüttgers aber nicht erhalten. Opel Europe soll nach dem Willen der GM-Spitze in den kommenden Wochen einen Sanierungsplan ausarbeiten. Zugleich zeigt sich GM-Chef Wagoner offen für eine schrittweise Herauslösung Opels aus dem ums Überleben kämpfenden GM-Konzern. "Es ist uns ein Stein vom Herzen gefallen", sagte Rüttgers. Er habe deutlich machen können, dass der Erhalt der deutschen Werke Voraussetzung für Staatshilfen sei.

Restrukturierungspläne und Personaleinsparungen nicht ausgeschlossen

Der Sanierungsplan könne viele Optionen vorsehen, erklärte Rüttgers in Detroit – unter anderem einen europaweiten Neuzuschnitt von Opel unter Hereinnahme der GM-Marken Vauxhall (Großbritannien) und Saab (Schweden). So könne das neu aufgestellte Unternehmen eine wettbewerbsfähige Größe bekommen. Auch eine Beteiligung anderer Industrieunternehmen sei denkbar. An den Gesprächen über die Pläne sollten sich auch der Bund und die Arbeitnehmervertretungen beteiligen. Rüttgers machte aber deutlich, dass Restrukturierungen und Personaleinsparungen nicht ausgeschlossen sind. Nordrhein-Westfalens IG-Metall-Bezirksleiter Oliver Burkhard, der an dem Gespräch teilgenommen hatte, zeigte sich ebenfalls zufrieden. "Wagoner ist offen für eine Beteiligung Dritter und eine Herauslösung von Opel", sagte er.

Stimmung unter den Opel-Beschäftigten "gedrückt" bis "beschissen"

Obwohl General Motors derzeit offensichtlich keine Pläne hat, deutsche Opel-Standorte zu schließen, bleiben die Beschäftigten pessimistisch. "Die Schließung ist vorerst vom Tisch. Aber die haben uns ja schon öfter hinters Licht geführt", sagte ein Monteur am 19. Februar 2009 vor der Frühschicht im Bochumer Opelwerk. Vor allem auf eine Herauslösung aus dem GM-Konzern setzen viele ihre Hoffnung. Auch ein Einstieg des Staates ist für eine Angestellte denkbar: "Es bleibt uns ja nichts anderes übrig, wenn kein Geld aus Amerika kommt." Dass Stellenstreichungen kommen werden, glauben ebenfalls viele. Die Stimmungslage beschrieben die Beschäftigten mit "gedrückt", "mies" oder "beschissen". Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) forderte vor Überlegungen für mögliche Staatshilfen ein klares Zukunftskonzept für Opel. Wenn der Staat nicht unerhebliche Summen an Geld in die Hand nehmen solle, müsse er zunächst wissen, "wohin der Zug fahren soll", sagte er in der ZDF-Sendung "Maybrit Illner". Der Bochumer Opel-Betriebsratsvorsitzende Rainer Einenkel begrüßte die Nachrichten aus den USA. Sie gäben den Belegschaften zumindest "ein gewisses Maß" an Sicherheit. 

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