Saab-Insolvenz erneut verhindert

Saab-Insolvenz erneut verhindert

— 28.10.2011

Chinesen übernehmen Saab

Saab ist wenige Stunden vor der Weichenstellung zur Insolvenz in chinesische Hände übergegangen. Youngman und Pang Da wollen mit Saab-Autos vor allem daheim punkten.

(dpa) Geld aus China und eine Einigung in allerletzter Minute bewahren den schwedischen Autohersteller Saab vor der drohenden Pleite. Wie Saabs bisheriger und mittelloser Eigner Swedish Automobile N.L. (Swan) am 28. Oktober 2011 mitteilte, übernehmen der Pekinger Autohersteller Youngman und das Großhandelsunternehmen Pang Da sämtliche Anteile an Saab für 100 Millionen Euro. Beide Unternehmen hatten schon im Sommer 2011 mit dem in Doppelfunktion agierenden Saab- und Swan-Chef Victor Muller (Foto oben) ihren Einstieg als Teileigner ausgehandelt. Sie sagten dabei Soforthilfen über umgerechnet knapp 70 Millionen Euro sowie langfristige Investitionen über 245 Millionen Euro zu.

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Weil aber das zugesagte Geld aus China nur tröpfelweise kam und in den Kassen im Stammwerk Trollhättan noch nicht mal Geld für Lohn- und Gehaltszahlungen war, beantragte der im September von einem Gericht eingesetzte Zwangsverwalter Guy Lofalk den Abbruch des Sanierungsverfahrens. In diesem Fall wäre eine Pleite wohl unausweichlich geworden. Lofalk zog am 28. Oktober 2011 diesen Antrag nach der Vereinbarung zwischen Muller und den chinesischen Unternehmen wieder zurück. Muller sagte im Rundfunksender SR zu der nächtlichen Einigung in allerletzter Minute vor der erwarteten Weichenstellung Richtung Pleite: "Das ist fantastisch, jetzt ist die Zukunft wirklich gesichert."

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Youngman und Pang Da wollten sich in Peking zunächst nicht zu ihren konkreten Plänen als Alleineigner äußern. Die Produktion im Stammwerk Trollhättan steht seit April 2011 wegen Geldmangels und hoher Schulden still. Saab hat derzeit auch keine Mittel, um die fälligen Restlöhne und -gehälter für Oktober zu überweisen. Auch in besseren Zeiten liefen in Trollhättan wenig mehr als 100.000 Autos pro Jahr vom Band. Das Unternehmen wurde Anfang 2010 vom US-Konzern General Motors nach knapp 20 überwiegend verlustreichen Jahren an den kleinen niederländischen Sportwagenhersteller Spyker Cars mit Muller an der Spitze verkauft. Spyker benannte sich später in Swan um.

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