Saab: Kampf ums Überleben
Saab-Fans kämpfen gegen GM

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Keine Löhne, kein Geld aus China, dafür aber die Festnahme eines Ex-Investors. Die schlechten Nachrichten für Saab nehmen kein Ende. Die Fans des Kult-Autobauers kämpfen indes weiter – und zwar auf Facebook gegen GM.
Bild: Markus Heimbach
(dpa/cj) Beim notleidenden Autohersteller Saab häufen sich erneut lebensbedrohliche Hiobsbotschaften. Das schwedische Unternehmen musste seinen 3500 Beschäftigten bei der für Freitag (25. November 2011) versprochenen Auszahlung der November-Löhne erneut auf unbestimmte Zeit vertrösten: Das zugesagte Geld von zwei Investoren aus China sei nicht gekommen und vorerst auch nicht in Sicht. Gewerkschaften kündigten Konkursanträge an, falls Löhne und Gehälter nicht binnen einer Woche überwiesen seien.
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Die Bänder in Trollhättan stehen seit Monaten still, die Saab-Belegschaft muss weiter auf ihren Lohn warten.
Bild: Werk
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Die schwedische Wirtschaftszeitung "Dagens Industri" nannte als Grund für die bisher ausgebliebenen Zahlungen aus China, dass die staatliche Aufsichtsbehörde NDCR in Peking dem Autohersteller Youngman und dem Großhändler Pang Da die Transaktion untersagt habe. Beide wollen Saab komplett übernehmen, konnten aber bisher die für eine neue Produktion im schwedischen Trollhättan nötige Lizenzfreigaben durch den US-Konzern General Motors (GM) nicht erreichen, der Saab Anfang 2010 verkauft hatte. Genau für diese Freigabe kämpfen inzwischen eingefleischte Anhänger mit einem "Sitzstreik" bei Facebook: "Let Saab go" – "Lasst Saab frei" –, heißt die Losung, die die Saab-Jünger auf der General-Motors-Seite im sozialen Netzwerk posten. Einige werden auch konkreter: "Ich will mein schwedisches Auto zurück", fordert ein Fan, ein anderer bittet: "Arbeitet an einem Kompromiss mit den Chinesen, damit Saab eine Chance zum Überleben hat." Oder, ganz zeitgemäß: "Occupy GM!" (Besetzt GM!). Ob's hilft?
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