Saab stellt Insolvenzantrag

Saab 99 Combi-Coupé Saab 9-5 Aero Sportcombi

Saab stoppt Produktion

— 25.02.2009

Totaler Stillstand

Saab musste die Produktion in Trollhättan einstellen, weil das Unternehmen die Zollgebühren für neues Material nicht zahlen kann. Erst vor wenigen Tagen hatte Saab Insolvenz angemeldet.

Gehen jetzt bei Saab endgültig die Lichter aus? Die insolvente General-Motors-Tochter musste heute (25. Februar 2009) wegen akuter Zahlungsprobleme die Produktion einstellen. Wie ein Sprecher des Zollamtes im Rundfunk bestätigte, haben die Behörden jede Anlieferung oder Auslieferung von Material oder fertigen Autos für das Stammwerk Trollhättan verboten, weil das Unternehmen seine Zollgebühren nicht entrichtete. Es handele sich um "eine beträchtliche Summe". Saab hatte vergangene Woche Insolvenz beantragt, dabei aber auch die Fortsetzung der Produktion mit 4100 Beschäftigten angekündigt. Das Unternehmen sagte, es wolle die Probleme mit dem schwedischen Zoll "alsbald" lösen. Der selbst um sein Überleben kämpfende Mutterkonzern in Detroit will die Fortsetzung der Produktion für die zunächst auf drei Monate befristete Umstrukturierung Saabs zu einem "selbstständigen Unternehmen“ finanzieren, verlangt aber auch Regierungszuschüsse aus Stockholm. Die Regierung lehnt alle Hilfen ab, bis es einen neuen Eigner für Saab gibt. Mehr über den Untergang der einstigen Charakter-Marke gibt es ab Freitag in AUTO BILD 9/2009.

Frankreich macht Rückzieher bei Hilfspaket

Unterdessen macht Frankreich nach Protektionismusvorwürfen aus Brüssel und Berlin einen Rückzieher bei seinem umstrittenen Hilfspaket für die Autobranche. Laut einem Bericht des regierungsnahen "Le Figaro" soll die Klausel, wonach zinsverbilligte Darlehen nur im Gegenzug für Standortgarantien der Autobauer vergeben werden, gestrichen werden. Staatspräsident Nicolas Sarkozy hatte vor zwei Wochen Kredite von sechs Milliarden Euro für PSA Citroën/Peugeot und Renault zugesagt. Die Unternehmen verpflichteten sich im Gegenzug, für die Dauer der Darlehen mit einer Laufzeit von fünf Jahren keine Standorte in Frankreich zu schließen und alles zu tun, um Entlassungen zu verhindern. Außerdem steigt Frankreich beim führenden Zulieferer Valeo ein. Bei seiner ersten Investition überhaupt übernahm der neue Strategische Investitionsfonds FSI für 18,5 Millionen Euro 2,35 Prozent der Anteile an Valeo. Zuvor hatte die Staatsbank CDC 8,33 Prozent an Valeo erworben. Damit hält der Staat jetzt 10,55 Prozent der Stimmrechte bei dem Zulieferer mit 61.000 Mitarbeitern und 8,82 Milliarden Euro Umsatz. Präsident Nicolas Sarkozy will mit dem FSI verhindern, dass bedeutende Unternehmen insolvent werden oder in ausländische Hand geraten.

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