Schuberth analysiert Unfall-Helm

Schuberth analysiert Unfall-Helm

— 03.12.2009

Schumi rettete Massas Leben

Der schwere Unfall von Ferrari-Pilot Felipe Massa bewegte die Motorsport-Welt. Sein größtes Glück war sein Helm. Bei der Entwicklung half Michael Schumacher dem Schuberth-Team.

Schuberths ehemaliger Entwicklungschef Oliver Schimpf kann sich den Querverweis nicht verkneifen: "Eigentlich war es Michael Schumacher, der Felipe Massa das Leben gerettet hat. In den Helm-Entwicklungsgesprächen betonte er immer: Mach den Helm so leicht wie möglich! Er kann überall so dünn sein wie Papier: hinten, seitlich und am Kinn. Nur vorne muss er stark sein. Denn das Schlimmste, was passieren kann, ist, dass mir ein Teil frontal gegen den Helm fliegt." Michael Schumacher selbst ist das zwar nie passiert. Doch sein Ferrari -Nachfolger Felipe Massa profitierte von den Vorschlägen des siebenmaligen Weltmeisters, der seit 1999 auf Schuberth baut.

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Schuberths ehemaliger Entwicklungschef Oliver Schimpf erklärt den Aufprall der Feder auf Massas Helm.

Rückblende: In der Qualifikation zum Großen Preis von Ungarn verliert Rubens Barrichellos Brawn-Mercedes eine mehr als 800 Gramm schwere Feder, die mit Tempo 270 in den Helm des hinterherfahrenden Massa einschlägt. "Das entspricht derselben Energie, mit dem ein Geschoss einer Kalaschnikow auftreffen würde", erklärt Oliver Schimpf. Der ehemalige Schuberth-Chef ist heute Geschäftsführer des ostdeutschen Autozulieferers IFA, berät den Braunschweiger Helmhersteller aber immer noch. Das Wunder: Obwohl die Feder mit zwei Dritteln ihrer Größe auf einer Länge von 40 Millimetern auf dem Visier einschlägt, dringt sie nicht durch. "Das Visier hatte zwar einen Knick, doch es hat gehalten", sagt Schimpf. Und das, obwohl es aus nur drei Millimeter dickem Polycarbonat besteht.

Drei Tage künstliches Koma

Der F60 von Felipe Massa übersteht den Unfall besser als Massa selbst.

Der Schuberth-Berater hat Massas Unfallhelm der Marke RF 1.7 genau analysiert, jeden Kratzer auf einem neuen Kopfschutz nachgezeichnet und den Unfall im Braunschweiger Schießkanal nachgestellt. Film und Fotos sind zwar streng geheim. Doch die Ergebnisse hat Schuberth autobildmotorsport.de zur Verfügung gestellt. Unsere Fotogalerie zeigt, wie die Feder Massas Helm traf. Bemerkenswert: An der Stelle, wo die Feder einschlug, ist die Kohlefaserschale fünf Millimeter dick und besteht aus 18 Lagen der leistungsfähigsten Faser der Welt, der Toray T 1000. Dennoch ist die Feder so weit eingedrungen, dass das Styropor im Helminneren so hart wurde wie Beton.

Massa glaubt an Schuberth

Schimpf: "Irgendwann kann sich das Styropor nicht weiter verdichten, also drückt es hart auf den Kopf." So entstand Massas Stirnbeinbruch oberhalb der Augenbraue. Der Brasilianer lag drei Tage lang im künstlichen Koma, musste bis Saisonende pausieren. Beim Grand Prix in Abu Dhabi hat Schimpf Felipe Massa und den anderen Schuberth-Fahrern Kimi Räikkönen, Nico Rosberg und Nick Heidfeld die Ergebnisse seiner Analysen vorgestellt. "Felipe hat sich tausendmal bedankt und glaubt weiter an das Produkt", erzählt Schimpf stolz. "Man fühlt, dass er weiß, dass der Helm ihm das Leben gerettet hat." Wie der Kopfschutz nun noch besser werden soll, lesen Sie in der nächsten Ausgabe von AUTO BILD MOTORSPORT. Ab Freitag, dem 4. Dezember 2009, in AUTO BILD am Kiosk.

Autor: Bianca Garloff

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