Autosalon Paris 2010, Teil 4: Sportwagen

Pariser Autosalon 2010 Pariser Autosalon 2010

Sportwagen in Paris 2010: Messerundgang

— 01.10.2010

Die Sportler sind zurück

Chevrolet Camaro, Porsche 911 Speedster, Bentley Continental GT oder Lotus Elite – Paris feiert die Wiedergeburt schöner, schneller und sportlicher Autos.

Journalisten drängen sich in Fünferreihen vor der Stand-Balustrade, das Personal reicht Prospekte wie Brotkrumen heraus. Bei Lotus tobt der Bär – und das um halb sechs nach einem langen Messetag, wenn Herr und Frau Auto-Experte meist schon erschöpft in den Seilen hängen. Vier Neuheiten glänzen bei den Engländern im Scheinwerferlicht. Lotus steht als Symbol für die Wiedergeburt einer Marke und einen wichtigen Trend auf der Pariser Mondial: Die Sportwagen sind wieder da. Öko muss sein, aber das Ideal der Schönen und Schnellen erlebt sein glänzendes Comeback. Hat die gute Kaufstimmung die neue Lust am Auto beflügelt? Oder fallen nur günstigerweise ein paar Modellzyklen zusammen? Wie auch immer, die Hersteller feiern das Auto mit einer auffälligen Ballung attraktiver Sportler. Darunter fällt natürlich auch das deutsche Trio der neuen Edel-Coupés: Der Mercedes CLS hat Stil genug, den Erfolg seines Vorgängers fortzusetzen, der Audi A7 wird den A8 als elegantes Flaggschiff der Marke ablösen. Und BMW hat seinen Sechser so gelungen entknittert, dass der kleine Junge im Mann spürt: Den will ich haben. Diesen Reflex löst auch Audis attraktivste Studie aus, deren Zukunft zum großen Erstaunen nicht sicher sein soll. Das quattro concept beschwört mit seiner prallvollen Gestalt und dem gedrungenen Aufbau die Achtziger herauf, die Zeit, als Urviecher wie der Sport quattro begannen, die Rallye-Pisten zu erobern. Wie damals hat der Zweitürer 408 PS und wiegt 1300 Kilo. "Eine Kleinserie wäre denkbar", sagt Audis Designchef Wolfgang Egger. Nicht denken. Machen!

Vorstellung: Das ist der Ferrari SA Aperta

Der neue Mini Countryman steht kaum beim Händler, da macht sich der Allrad-Würfel fit für die Rallye-WM.

Wie erfolgreich exklusive Sonderserien sein können, beweist Ferrari mit dem SA Aperta. Der offene 599 ist ein hinreißender Spider, einfach umwerfend. Kein Wunder, wenn die Italiener ihren Top-Sportler in limitierter Anzahl aufschneiden und so die Begehrlichkeit betuchter Edelfans wecken. Der Preis? Völlig egal, irgend was mit einer Vier und sechs Ziffern. Der SA Aperta ist ohnehin vergriffen, bevor das erste Auto verkauft ist. Erfolge, von denen Venturi noch träumt. Die kleine Sportwagenfirma aus Monaco zeigt auf dem Autosalon den America, der nicht zufällig so heißt. Der mattblau lackierte Buggy zielt mit seinen offenen Flanken und dem 220 Kilowatt starken Elektromotor auf umweltbewusste Kalifornier, die ihren Dünen-Trieb auf saubere Weise ausleben wollen. Der America ist die offenste Version des Venturi Fetish und soll mit seinem dicken Batteriepack 300 Kilometer weit kommen – ein Spaß, der allerdings auch 300.000 Euro teuer wird.

Überblick: Alle News und Premieren des Pariser Autosalon 2010

Exklusivität auf Schwäbisch: 356 Porsche 911 Speedster werden in Zuffenhausen gebaut.

Deutlich günstiger will es Mastretta machen. Mastretta? Nie gehört? Die Mexikaner gingen aus einem Design-Studio von GM hervor und haben nun ihr erstes Modell startbereit: Der MXT sieht aus wie ein entfernter Cousin des Lotus Elise. 3,90 Meter lang, 1,17 Meter flach, 930 Kilo schwer. Auch mit seinem Alu-Chassis gleicht der Mastretta seinem Vorbild. Der zwei Liter große Turbo-Mittelmotor von Ford leistet 250 PS. Anfang 2011 sollen die ersten 150 MXT fertig sein, zu Preisen ab rund 42.000 Euro. Bis dahin will Lotus richtig erblüht sein. Die britische Sportwagenmarke überraschte in Paris mit ehrgeizigen Plänen und einer komplett neuen Modellpalette – im Studien-Status. Fest steht, dass mehr Alu und Carbon verbaut wird, die Motoren wohl von Toyota kommen und jedes Modell auch als offene Variante startet. Mehr über die Lotus-Zukunft gibt's hier: Lotus in Paris.
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Autor: Joachim Staat

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