Bibber, klapper, rassel ..., Fahrer und Wagen fällt es gleichermaßen schwer, sich an kalten Tagen aufzuraffen. Kein Wunder. Mit kalten Fingern Eis kratzen, auf kühlen Polstern Platz nehmen und ein frostiges Lenkrad anpacken – nein, das macht keinen Spaß. Und der Technik des Wagens geht es ähnlich: Lager reiben mit erhöhtem Verschleiß, das Motoröl ist zäh, der Kraftstoffverbrauch steigt während der Warmlaufphase in erschreckende Höhen, der Katalysator reinigt nur unwillig. Dabei müssen sich heutzutage weder Fahrer noch Auto quälen.

Die Lösung: eine Standheizung. Sie sorgt schon vor Fahrtantritt für warme Füße und eisfreie Scheiben, unterstützt den Motor beim zügigen Erreichen der Betriebstemperatur. Häufig besitzen Diesel ab Werk den kleinen Bruder der Standheizung – den Zuheizer. Grund: Moderne Selbstzünder haben einen hohen Wirkungsgrad, produzieren deshalb nur noch wenig Abwärme. Der Motor, und damit auch Kühlwasser und Innenraum, würden ohne zusätzlichen Heizer im Wasserkreislauf ewig brauchen, um auf für Mensch und Technik gesunde Temperaturen zu kommen. Eine gute Nachricht für Dieselfahrer: Vom Zuheizer ist der Weg zur vollwertigen Standheizung nicht mehr weit. Zwischen 200 und 500 Euro kostet die Aufrüstung ohne Einbau (siehe Tabelle). Einzige Einschränkung: Der verbaute Zuheizer muss mit Kraftstoff betrieben werden.

Bei den weitverbreiteten elektrischen Versionen funktioniert die Aufrüstung nicht. Eine nachgerüstete Standheizung braucht übrigens keinen Zusatztank, sie bedient sich aus dem Kraftstoffbehälter des Autos. Je nach Heizleistung – in der Regel vier bis fünf kW – verbrennt sie etwas über einen halben Liter pro Stunde. Ob eine Standheizung aber eine wirtschaftliche Investition ist, hängt noch von anderen Faktoren ab. Der wichtigste: Der Verbrauch der Standheizung muss mit dem Minderverbrauch des Motors verrechnet werden. Der spart sich nämlich die extrem verbrauchsintensive Kaltlaufphase. Das wollten wir genauer wissen, testeten dies in einem Spezialzyklus auf einem Rollenprüfstand des ADAC. Ergebnis: Wird die Standheizung, wie in unserem Test, täglich genutzt, kostet der Komfort, morgens bei Minusgraden in ein wohlig-warmes Auto zu steigen, drei bis vier Euro im Monat.

Verbrauch und Abgasausstoß

Klar: Ein warmer Motor läuft sauberer und sparsamer. Eine Standheizung verbraucht Kraftstoff und bläst Abgase in die Umwelt. Aber wie sieht die Kosten-/Schadstoffbilanz aus? Um beides exakt zu berechnen, mussten zwei VW Golf – ein Diesel, ein Benziner – auf einem ADAC-Prüfstand Verbrauchs- und Abgasmessungen fahren. Gestartet wurde bei einer Lufttemperatur von minus sieben Grad. Einmal kalt, einmal nach zwanzigminütiger Vorwärmung durch eine Webasto-Standheizung. Ergebnis für beide Wagen: Mit warmer Maschine war der Verbrauch über die rund elf Kilometer lange Prüfstrecke geringer. Der Vorteil wurde aber durch den 20-minütigen Standheizungsbetrieb aufgezehrt. Unterm Strich kostet der Komfort, in ein warmes Auto zu steigen, rund zehn Cent. Positiver sieht die Schadstoffbilanz aus. Gerade die Kohlenwasserstoffe und der Kohlenmonoxidausstoß werden teilweise deutlich reduziert. Beim Benziner sogar um mehr als 50 Prozent.

MEIN TIPP von AUTO BILD-Redakteur Bernd Volkens

AUTO BILD-Redakteur Bernd Volkens freut sich über sein wohlig-warmes Auto.

Wer die Vorzüge einer Standheizung genießen durfte, will sie nicht mehr missen. Und Fahrer moderner Diesel, mit der Möglichkeit zum preiswerten Aufrüsten, können bedenkenlos zugreifen. Denn zu den Anschaffungskosten, etwa 400 Euro plus Einbau, kommen nur geringe Betriebskosten. Sicherheit und Komfort gewinnen im Gegenzug deutlich. Sogar das Umweltgewissen kommt nicht zu kurz, die Schadstoffbelastung sinkt. Einbau, kommen nur geringe Betriebskosten. Sicherheit und Komfort gewinnen im Gegenzug deutlich. Sogar das Umweltgewissen kommt nicht zu kurz, die Schadstoffbelastung sinkt.