Senioren fahren weitaus sicherer, als viele denken.

Studie: Unfallrisiken im Alter

— 23.10.2008

Oma fährt prima

Senioren am Steuer sind besser als ihr Ruf, zeigte jetzt eine Untersuchung. Ihre Unfallzahlen fallen kaum ins Gewicht angesichts einer weitaus gefährlicheren Altersgruppe. Und: Durch Erfahrung meiden die Alten unfallträchtige Situationen.

Wenn vor Ihnen der Verkehr hinter einem Fahrzeug stockt, das dahin schleicht, obwohl die Straße doch so wunderbar frei ist; oder wenn Sie ewig hinter einem Traktor herzockeln müssen, weil sich der Vordermann nicht traut zu überholen – dann fällt schnell das böse Wort vom unfähigen Greis hinterm Steuer. Tatsache ist: Senioren fahren weitaus besser, als ihr schlechter Ruf vermuten ließe. Bei den Unfallzahlen, hat jetzt die Allianz-Versicherungs AG ermittelt, bleiben sie hinter den jungen Fahrern weit zurück. Nach der Studie haben ältere Autofahrer jenseits der 65 im Jahr 2006 rund 12.500 Verkehrsunfälle verursacht. Dagegen ließen die 18-24jährigen es mehr als 78.000 mal krachen. Es werden also nur elf Prozent aller Unfälle im Verkehr durch Senioren verursacht. Das passt auch zusammen: Alte bewegen sich nach der Devise "Schleichen statt Leichen" vorsichtiger auf den Straßen. Ihre Erfahrung bewahrt sie davor, sich in besonders gefahrenträchtigen Momenten – zum Beispiel nachts oder bei extrem schlechtem Wetter – hinters Steuer zu setzen. Wobei einschränkend zu bemerken wäre, dass über 65jährige in aller Regel keine Berufskraftfahrer sind, sich im Gegensatz zu jüngeren also aussuchen können, wann sie Auto fahren.

Generell steigt laut Allianz das Unfallrisiko erst ab 75 stark an, unter anderem auch deshalb, weil Menschen in diesem Alter oftmals chronisch krank sind und permanent unter Einfluss von Medikamenten stehen, die einen negativen Einfluss auf die Sinnesorgane haben können. "Die Unfallstudie zeigt im Gesamtergebnis, dass ältere Verkehrsteilnehmer kein erhöhtes Risiko im Straßenverkehr darstellen und überwiegend mehr Opfer als Verursacher sind", sagt Dr. Karl-Walter Gutberlet, Vorstand der Allianz-Versicherungs AG. Daher sehe die Allianz auch keine Notwendigkeit, Einschränkungen der Fahrerlaubnis im Alter zu fordern. Um ihnen das Leben am Steuer zu erleichtern, empfiehlt der Konzern hingegen den verstärkten Einbau von Assistenzsystemen wie Park- oder Bremsassistenten. Schon angesichts des demographischen Wandels sei diese Maßnahme anzuraten: Nach Schätzungen der Euro-Sicherheitsorganisation European Transport Safety Council (ETSC) wird in der EU im Jahr 2050 jeder dritte, der im Straßenverkehr getötet wird, älter sein als 65.

Autor: Roland Wildberg

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