Tacho-Manipulation

— 27.10.2011

So entlarven Sie Tacho-Trickser

Nach Schätzungen der Polizei wechselt in Deutschland fast jeder dritte Gebrauchtwagen mit manipuliertem Kilometerstand den Besitzer. Wie Sie sich beim Autokauf vor Betrug schützen.



Anfang März durchsuchte die Münchner Polizei bei einer Razzia 150 verdächtige Betriebe und Privatwohnungen – 26 Männer wurden dabei festgenommen. Wie die "Bild"-Zeitung berichtete, wird den Verdächtigen vorgeworfen, Kilometerstände von Gebrauchtwagen durch Eingriffe in die Elektronik oder durch Austauschen von Speicherchips zurückgedreht zu haben, um den Wert der Autos zu steigern. In einem Fall sei der Tachostand von 700.000 Kilometer auf 150.000 zurückgedreht worden. Das Fahrzeug wurde für knapp 16.000 Euro verkauft, der tatsächliche Wert betrug höchstens 6000 Euro. Nach Schätzung der Polizei ist der Kilometerstand bei rund 30 Prozent der Gebrauchtwagen, die in Deutschland jährlich den Besitzer wechseln, manipuliert. Das sind rund 1,8 Millionen Fahrzeuge. Der Schaden wird auf durchschnittlich 3000 Euro pro Auto geschätzt – das wären insgesamt rund 5,4 Milliarden Euro!

Die Zeiten der Bohrmaschine sind vorbei

Schon vor Jahren berichtete autobild.de, wie einfach der Kilometerstand manipuliert werden kann. Die Zeiten der Bohrmaschine, mit der die Kilometerzahl zurückgedreht wurde, sind längst vorbei. Die alte Kilometerwalze im Tacho hat mittlerweile dem LCD Platz gemacht. Doch auch die Trickser haben aufgerüstet. Mit Computer und Spezial-Software kann der Kilometerstand an fast jedem Fahrzeugtyp beliebig verstellt werden. Bereits damals schätzte die Kfz-Prüfgesellschaft Dekra, dass bei jedem dritten Gebrauchtwagen der Kilometerstand manipuliert ist. Wie der aktuelle Fall aus München zeigt, hat sich daran offenbar wenig geändert. Und das, obwohl jegliche Tacho-Manipulation seit 2005 verboten ist. Zuvor war das Zurückstellen von Kilometerständen nur dann verboten, wenn eine betrügerische Absicht dahinter steckte. Das allerdings war den Tachodrehern nur schwer nachzuweisen.

Oben in der Bildergalerie: So schützen Sie sich vor Betrug!

Ein amtlicher Lebenslauf für jedes Auto könnte Betrügereien mit Gebrauchtwagen verhindern. In den USA gibt es einen entsprechenden Dienst seit rund zwanzig Jahren: Die Firma Carfax sammelt Zulassungs-, Unfall- und Reparaturdaten mit den jeweiligen Kilometerständen und bereitet sie zu einer Art Lebenslauf auf. Potenzielle Käufer eines Fahrzeugs können sich den Lebenslauf im Internet herunterladen, wenn sie die Fahrgestellnummer des Autos kennen. Auch in einigen europäischen Ländern will Carfax jetzt Fuß fassen – in Deutschland gibt es jedoch Datenschutz-Bedenken. So lange es einen Service wie den Fahrzeug-Lebenslauf noch nicht gibt, schützt nur besondere Aufmerksamkeit vor den Tricks der Tacho-Manipulierer. In der Bildergalerie oben erklären wir, auf welche Punkte Sie beim Autokauf besonders achten sollten.

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