Tagfahrlicht: Einbau

Tagfahrlicht Tagfahrlicht

Tagfahrlicht: Einbau

— 30.09.2010

Gut gesehen auch am Tage

Mit Tagfahrlicht sieht man Autos leichter. Ab 2011 ist Tagfahrlicht deshalb Pflicht für alle neuen Modelle. Aber lässt sich Tagfahrlicht auch nachrüsten? Wir klären die wichtigsten Fragen.

Die Schweden erkannten es zuerst: Wer tagsüber mit Licht fährt, ist sicherer unterwegs. Autos mit eingeschalteten Scheinwerfern werden leichter und somit früher erkannt. Dadurch haben die anderen Fahrer mehr Zeit zu reagieren. Das verhindert oft Unfälle. Seit Anfang der 70er-Jahre gilt deshalb in Schweden die Lichtpflicht am Tage. Und auch in vielen anderen EU-Ländern müssen tagsüber bereits die Scheinwerfer leuchten (siehe Tabelle unten). Bei uns in Deutschland gibt es noch keine Pflicht fürs Tages-Licht – es wird aber auch hier schon empfohlen.

Ab Februar 2011 sind Tagfahrleuchten bei allen neuen Modellen in der EU Pflicht. Ältere Autos müssen aber nicht nachgerüstet werden.

Ab 2011 müssen neue Automodelle mit Tagfahrlicht ausgestattet sein. Gilt diese Vorschrift auch für den Altbestand? Nein. Für diese Fahrzeuge bleibt alles beim Alten. Wer tagsüber besser gesehen werden will, schaltet bei ihnen das Abblendlicht ein oder rüstet Tagfahrleuchten nach – wie das geht, lesen Sie in der Bildergalerie. Darf man die Tagfahrleuchten an jeder beliebigen Stelle am Auto einbauen? Nein, bei der Montage müssen bestimmte Abstände eingehalten werden: mindestens 25 und höchstens 150 Zentimeter zum Boden. Außerdem müssen es zwei Leuchten sein, die wenigstens 60 Zentimeter voneinander entfernt sind. Zu den Fahrzeugseiten darf der Abstand höchstens 40 Zentimeter betragen.

Darf man wie in den USA die Scheinwerfer dimmen, um sie als Tagfahrlicht zu benutzen? Nein, in Deutschland sind solche Scheinwerferumbauten verboten. Die Typgenehmigung des Scheinwerfers gilt für Bauform, Leuchtmittel und Funktion. Und sie gilt auch für Xenon-Umbauten im Gehäuse der alten Halogenlampen. Bei Audi sieht es so aus, als würden Tagfahrlicht und Standlicht gleichzeitig leuchten. Ist das erlaubt? Nein, denn die ECE-Norm 48 schreibt vor, dass Tagfahrleuchten nur allein leuchten dürfen. Audi verwendet deshalb für Tagfahr- und Standlichter dieselben LEDs. Am Tag werden sie jedoch beim Einschalten des Abblendlichts auf Standlichtstärke heruntergeregelt. Das ist erlaubt. Und so zeigen die Tagfahrleuchten bei Audi am Tag und in der Nacht dasselbe Bild.

Steigt der Verbrauch durch die Tagfahrleuchten? Der Mehrverbrauch durch das Fahren mit Licht am Tag ist minimal. Mit Abblendlicht liegt er bei höchstens 0,2 Litern auf 100 Kilometer. Bei LED-Tagfahrleuchten ist der Mehrverbrauch nicht messbar. Darf man in Ländern, in denen tagsüber ausschließlich mit Licht gefahren werden muss, auch mit Tagfahrleuchten fahren? Ja. In Ländern mit Lichtpflicht am Tage können Sie zwischen Abblend- oder Tagfahrlicht wählen (Ausnahme: In Norwegen muss man mit Abblendlicht fahren). Das Tagfahrlicht reicht jedoch nicht mehr bei einsetzender Dunkelheit, nachts oder bei sonstigen Sichtbehinderungen aus. Dann muss das Abblendlicht eingeschaltet werden. Ein Sonderfall ist Griechenland: Hier darf man tagsüber überhaupt nicht mit Licht fahren. Ausnahme: Fahrzeuge mit permanent eingeschaltetem Licht.

Darf ich im Tunnel nur mit Tagfahrlicht fahren? Nein, das Verkehrszeichen 327 schreibt seit 2006 vor, dass im Tunnel zwingend mit Abblendlicht gefahren werden muss. Stand- oder Tagfahrlicht reicht nicht aus. Mit welchen Konsequenzen muss ich rechnen, wenn ich in Ländern mit Lichtpflicht am Tag ohne Licht unterwegs bin? Wer in diesen Ländern ohne Licht fährt, kann im Falle eines Unfalls Ärger mit seiner Versicherung wegen der Schadensregulierung bekommen. Drohen in Deutschland Bußgelder, wenn man bei Dunkelheit nur mit Tagfahrlicht unterwegs ist? Ja. Das Tagfahrlicht ersetzt nicht das Abblendlicht. Wer die Scheinwerfer nicht rechtzeitig einschaltet, zahlt Bußgeld in Höhe von zehn Euro.
Land Lichtpflicht Bußgeld bei Verstoß*
Bosnien und Herzegowina ganzjährig auf allen Straßen 15 Euro
Bulgarien 1.11. bis 1.3. auf allen Straßen ca. 10 Euro
Dänemark ganzjährig auf allen Straßen ca. 67 Euro
Estland ganzjährig auf allen Straßen bis ca. 190 Euro
Finnland ganzjährig auf allen Straßen 50 Euro
Frankreich Empfehlung zum Fahren mit Licht, ganzjährig -
Island ganzjährig auf allen Straßen ca. 30 Euro
Italien außerorts und auf Autobahnen ganzjährig ab 38 Euro
Kroatien letzter Oktober-Sonntag bis letzter März-Sonntag ca. 40 Euro
Lettland ganzjährig auf allen Straßen ca. 7 Euro
Litauen ganzjährig auf allen Straßen ca. 15 Euro
Mazedonien ganzjährig auf allen Straßen ca. 35 Euro
Montenegro ganzjährig auf allen Straßen ca. 20 Euro
Norwegen ganzjährig auf allen Straßen ca. 185 Euro
Polen ganzjährig auf allen Straßen bis ca. 50 Euro
Portugal auf der IP5 ganzjährig ab 60 Euro
Rumänien außerorts und auf Autobahnen ganzjährig ab ca. 20 Euro
Russland außerorts und auf Autobahnen ganzjährig bis ca. 200 Euro
Schweden ganzjährig auf allen Straßen ab ca. 40 Euro
Schweiz Empfehlung zum Fahren mit Licht, ganzjährig -
Serbien ganzjährig auf allen Straßen ca. 30 Euro
Slowakei ganzjährig auf allen Straßen ab 65 Euro
Slowenien ganzjährig auf allen Straßen ab 40 Euro
Tschechien ganzjährig auf allen Straßen ab ca. 20 Euro
Ungarn außerorts und auf Autobahnen ganzjährig ab ca. 40 Euro
*Bußgeld-Höhe in Ländern außerhalb der Eurozone gerundet. Quelle: ADAC. Stand August 2010.

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