Taubenalarm bei Ford

Taubenalarm bei Ford

— 14.08.2002

Die Ford-Vögel

Scheiß drauf... In den Kölner Ford-Werken nehmen's 450 Tauben wörtlich. Und gefährden die Produktion. Vogelhäuschen mit Vollpension sollen das Problem lösen.

Hitchcocks Meisterwerk von 1963. Wilde Riesen-Vögel bedrohen die Einwohner eines kleinen Küstenstädtchens. Ähnliches spielt sich auch in den Ford-Werken ab. Auf dem Gelände des Autobauers in Niehl bei Köln haben sich etwa 450 Tauben niedergelassen. Diese attackieren zwar nicht die Mitarbeiter des Konzerns, wohl aber deren Ware. Mit ihren Exkrementen.

Die ätzenden "Geschosse" der Vögel landen häufig auf den nagelneuen Autos. Gerade vom Band, schon der erste Lackschaden, so der Taubenkot nicht entfernt wird. Das bringt hohe Extra-Kosten für den Hersteller. Das Aussperren durch Netze und Gitter hatte keinen Erfolg. "Jetzt", so Ford-Sprecher Erik Walner, "wollen wir das Problem tierfreundlich lösen." In den nächsten Wochen werden insgesamt vier Vogel-Häuschen errichtet. Auf den Hallendächern. Mit 50 bis 200 Einzelzimmern und Vollpension. Täglicher Speiseplan: Mais und Erbsen. Damit sollen die Tiere aus den Werkshallen gelockt werden. Denn dort ist ihre Ladung am wenigsten zu gebrauchen.

Problem der Luxus-Beherbergung: Nistplätze bedeuten Nachwuchs. Und Anti-Baby-Pillen für Tauben sind zurzeit kaum verfügbar. Deshalb wurde gegen die Vermehrung ein simples Verfahren entwickelt. Mit Grips und Gips. Zweimal pro Woche reinigen Ford-Mitarbeiter die Nistplätze. Dabei tauschen sie frisch gelegte Eier gegen Gipseier. Klares Statement von Ford: Nein zu Nachwuchs. Zumindest bei den Vögeln. Denn Hitchcocks Horrorvision will man in Niehl nicht sehen.

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