Fünf Konzepte für die mobile Zukunft

Technik/Hintergrund: Mobilität von übermorgen

— 05.10.2015

Fünf Konzepte für die mobile Zukunft

Wie sieht Mobilität in der Zukunft aus? Autonomes Fahren, einfach über Staus hinwegfliegen oder ein Transformer-Auto nutzen? Wir stellen fünf Optionen vor.

Beginnt für viele die Zukunft schon morgen, schauen Wissenschaftler und Ingenieure gern etwas weiter nach vorn. Ob Jahre oder Jahrzehnte ist dabei eigentlich egal. Verrückt hören sich die daraus entstehende Visionen auf den ersten Blick alle an. In dem Buch "Wie wir uns morgen bewegen werden" zeigen Christoph Markmann, Bernadette Förster und Heiko von der Gracht insgesamt 88 mehr oder minder realisierbare Varianten der mobilen Zukunft auf. Hier sind fünf praxisnahe Ideen.

1. Autonomes Fahren mit dem PodCar

PodCars bewegen sich auf einem Schienensystem, fahren vollkommen autonom.

Den Anfang macht, wie könnte es anders sein, die Zukunft des Automobils. Und was könnte da wohl aktueller und daher vielleicht auch realitätsnäher sein, als das autonome Fahren? Doch die Gesetzgebung und die Infrastruktur sind bislang noch nicht soweit. Experten reden von 20 oder sogar 30 Jahren, bis der höchste Level des autonomen Fahrens möglich sein wird. Ein Anfang könnte da hingegen das bereits am Londoner Flughafen Heathrow eingesetzte PodCar sein. Es vereint die Vorteile von Auto und Bahn. Jeder kann seinen eigenen Zug besteigen und losfahren lassen. Ohne Diesellok, dafür mit Elektromotor. Was in der Stadt gut funktioniert, kann aufgrund eines fehlenden Pod-Schienensystems außerhalb urbaner Bebauung leider nicht mehr zum Einsatz kommen.

2. Trixy Avation – das Flugauto

Trixy Aviation ist nur ein Beispiel für die zahlreichen Versuche, ein Flugauto zu entwickeln.

Den ganzen Gefahren, die auf dem Boden lauern, könnten Autofahrer natürlich ganz einfach umgehen, indem sie abheben. Aus dem Hause Trixy Aviation stammt ein an einen kleinen Hubschrauber erinnerndes Fahrzeug, das sowohl zu Lande als auch in der Luft von A nach B kommt. Zudem gibt die EU vier Millionen Euro für das 2011 gestartete Projekt myCopter aus, damit technologische und gesetzliche Hemmnisse für Flugautos aus dem Weg geräumt werden.

3. Das Transformer-Auto

Das CityCar kann sich zusammenstauchen. So können die kleinen Autos quer in Lücken parken.

Wie viele Male muss ein Häuserblock umkurvt werden, um eine eigentlich zu enge Parklücke zu finden? Viel einfacher wäre es doch mit einem sogenannten Transformer-Auto. Das CityCar lässt sich nicht nur mit anderen ineinanderschieben, sondern verfolgt auch sonst konsequent das Prinzip der Platzminimierung. Dank zweier Lenkachsen kann es seitlich einparken und auch statt einer Dreipunkt-Wende eine komplette 180-Grad-Drehung um die eigene Vertikalachse vollführen. Das Auto wendet praktisch auf einem Bierdeckel. Aber allein damit wären die überragenden Vorteile der Idee vergeudet. Eine viel größere Wirkung entfaltet das CityCar nicht als persönliches Transportmittel, sondern als Mobilitätskonzept via Carsharing.

4. Fahren mit Pressluft

Neben der Art und Weise des Vorwärtskommens, ist selbstverständlich auch die Art und Weise des Antriebs beziehungsweise des Treibstoffes eine gewichtige Frage. Die Idee zum Pressluft-Auto ist daher mindestens genauso alt und sogar schon erprobt. 200 Kilometer Strecke lassen sich mit 1,50 Euro zurücklegen, wenn die Pressluft mit französischem Atomstrom komprimiert wurde. Aber selbst wenn mit dem teureren deutschen Ökostrom kalkuliert wird, reicht dieselbe Summe für rund 150 Kilometer. Für 1,50 Euro-Super Benzin kommen nur wenige Autofahrer aktuell über 15 Kilometer weit.

5. Lkw als Züge

Per Oberleitung zum abgasfreien Lkw: Eine Vision, die sich umsetzen ließe.

Nicht nur das Schienensystem hat sich bei der Bahn bestens bewährt. Auch die Oberleitungstechnik zählt zu den Vorteilen, denen sich die Bahn bedienen kann. Warum nicht auch Fahrzeuge auf der Straße, wie Lkw? Eigentlich ist es nur eine Frage der Umrüstung und Infrastruktur. Wenn es um den Transport auf der Straße geht, hat sich in Studien und Pilotprojekten diese Art des Diesel-Hybrids als die kostengünstigste und stabilste Lösung herausgestellt. Und verkehrssicher ist sie auch noch: Der Fahrer wird nicht unnötig abgelenkt. Er muss eigentlich keinen Finger krumm machen. Ein Sensor am Lkw erkennt automatisch, ob sich über dem Fahrzeug eine Oberleitung befindet, und fährt ebenso automatisch den Stromabnehmer aus. Damit wird der Lkw zum Zug.


Autor: Marcel Sommer

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