Test Audi S3 gegen BMW 130i

Test Audi S3 gegen BMW 130i

— 09.10.2006

Vollgas im Freistaat

Zwei sportliche Kompakte treffen aufeinander: der Audi S3 mit Vierzylinder-Turbo und Allrad, der BMW 130i mit Sechszylinder-Sauger und Heckantrieb. Erster Vergleich der 265-PS-Bayern.

Endlich sind sie wieder auf gleicher Hhe, die beiden bayerischen Kompakten von Audi und BMW. Nachdem die Mnchner den 1er mit dem 265 PS starken Sechszylinder voriges Jahr ins Rennen geschickt haben, ziehen die Ingolstdter mit dem gleich starken Audi S3 nach. Wurde aber auch Zeit. Denn der Trend geht eher zu kompakten Sportlern mit ppiger Ausstattung als zu greren Autos mit dem spartanischen Charme einer Kirchenbank. Ganz gleich, wie die Verpackung aussieht. Und die knnte bei den beiden unterschiedlicher nicht sein. Was sie eint ist die Fahrzeuglnge von knapp 4,2 Metern, fnf Sitzpltze, vier Rder und die Leistung von 265 PS. Das wars. Der Audi S3 sieht im Stand schon schnell aus, unterstreicht den Leistungsunterschied zu seinen "normalen" A3-Brdern durch Seitenschweller, Front- und Heckschrze, Diffusor und Fahrwerkstieferlegung. Und natrlich durch das S-Kennzeichen schlechthin: die Auenspiegel glnzen in Alu-Optik. Wer die im Rckspiegel in Verbindung mit dem Khlergrill und Chromzierleisten erblickt, sollte wissen: Der Vierzylinder-Turbo katapultiert den Dreitrer in 5,7 Sekunden auf die 100-km/h-Marke. Damit fhrt man sogar einem Porsche Boxster auf und davon! Zumindest bis bei 250 km/h abgeregelt wird. Dabei rchelt und zischt es bei jeder Beschleunigung aus dem Motorraum, als wrde ein heiserer Darth Vader um Vergebung winseln. Zu Beginn amsant, nach einer Weile nervig.

Kommt der Motor in den Ladebereich von maximal 1,2 Bar, setzt vehementer Vorschub ein und die Antriebswellen zerren an den vier Rdern. Der S3 profitiert dabei klar durch seinen Allradantrieb und das 25 Millimeter tiefergelegte, aber komfortable Sportfahrwerk. Das beschert ihm merkliche Traktionsvorteile nicht nur bei Regen. Es ist schon erstaunlich, wie geschwind der Audi ums Eck biegt und die 350 Newtonmeter Drehmoment ab 2500 Touren auf die Strae bringt. Dabei flutschen die Gnge des Sechsganggetriebes geschmeidig und fast wie von selbst durch die Schaltgassen. Auf hohem Niveau zeigt sich der S3 auch innen: Alu-Pedalerie, bequeme Sportsitze sowie Ledervolant mit leichtgngig-prziser Lenkung.

Der 130i ist hier der wahre Sportler

Unscheinbar: Der 130i ist der wahre Sportler in diesem Vergleich.

Mnchner Understatement ist zwar selten, aber im 130i real existent. Der Fnftrer mit dem Sechszylinder und drei Liter Hubraum unterscheidet sich optisch nur unwesentlich von seinen schwcheren Gesellen. Es sei denn, das M-Sportpaket fr 2100 Euro wird montiert. Auch wenn er nicht danach aussieht: Er ist der wahre Sportler der beiden, fahraktiver, direkter, kompromissloser abgestimmt und mit straffen Sitzen sowie einer sehr direkten Lenkung gesegnet. Die Schaltung des BMW 130i ist aber strrisch, schnelle Gangwechsel sind bungssache. Dafr posaunt der Sechszylinder ein Halleluja aus zwei Tten: kernig und heiser. Und der seidig-elastische Saugmotor bietet ab 2750 Umdrehungen sein volles Drehmoment von 315 Newtonmeter ohne den brutalen Turbo-Einsatz des S3. Seine 265 PS nehmen sich mit 6,1 Sekunden fr den 100-km/h-Sprint etwas mehr Zeit als die Pferde des Audi. Bei Regen bekommt der 130i die Kraft allerdings schwer auf die Strae. Bleibt der Preis: Der BMW 130i kostet 32.750 Euro und ist damit auf den ersten Blick 2400 Euro gnstiger als der Audi. Der aber begrndet seinen Mehrpreis durch bessere Ausstattung: Xenonlicht, Sportfahrwerk, Sportsitze in Stoff und Leder, 18-Zoll-Felgen (BMW: 17 Zoll) und Karosseriekit sind Serie. Spa machen beide. Vorausgesetzt die wei-blauen Straen sind frei.

Fazit von AUTO BILD SPORTSCARS-Redakteur Fabian Hoberg

Trotz gleicher Leistung und hnlichem Preis knnten Audi S3 und BMW 130i nicht unterschiedlicher sein: Aus Ingolstadt kommt ein optisch potentes Kerlchen mit der hherwertigen Ausstattung und schnen Details sowie dem Allrad-Antrieb und lautem Turbo-Zwitschern, das durch viel Schub und Traktion begeistert. Aus Mnchen kommt zumindest optisch mehr Zurckhaltung. Serienfahrwerk, Lenkung und Sechsganggetriebe sind jedoch deutlich straffer und sportlicher ausgelegt, der Sechszylinder dreht seidig-weich und harmonisch bis an seine Leistungsgrenze.

Autor: Fabian Hoberg

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