Test Land Rover Defender 130

Land Rover Defender 130 Land Rover Defender 130

Test Land Rover Defender 130

— 01.04.2009

Der Geländelaster

Aus dem Land Rover Defender 130 blickt man auf alles, was sonst noch unter der Bezeichnung 4x4-Pick-up kreucht und fleucht, hinab. Der 130er ist außerdem die längste der drei Pick-up-Versionen.

Dass der extralange Defender 130 mit einer Bauzeit von gerade mal 24 Jahren die jüngste Version der britischen Gelände-Legende ist, springt nicht auf den ersten Blick ins Auge. Speziell mit der Laderaumplane kommt er daher wie ein Lastwagen der Nachkriegszeit.

Karosserie/Qualität

Der 130 Crew Cab ist die längste der drei verfügbaren Pick-up-Versionen. Hinten sitzt man in der Doppelkabine nicht schlechter als im 110 Station, vorn an die Tür gezwängt wie in jedem Defender. In den Genuss der neuen, funktionierenden Heizung kommen primär Fahrer und Beifahrer, hinten empfiehlt sich weiterhin warmes Schuhwerk. An die Kabine schließt die mit 172 cm ungewöhnlich lange Ladefläche an. Zuladung: imposante 1440 kg.

Fahrfreude/Antrieb

Obwohl die Bedienung dank Servolenkung und einiger elektrischer Extras durchaus keine mühsame Plackerei ist, vermittelt der Defender eine eigene Art von Fahrfreude. Man fühlt sich hinter dem flachen Steuerrad nicht einfach nur als Autofahrer – sondern als harter Abenteurer, der eine urige Maschine bändigt.

Fahrleistungen

Die Fahrleistungen sind für solche Naturburschen natürlich kein Thema, wenn sie in km/h und Zentelsekunden ausgedrückt werden sollen: Man kommt in absehbarer Zeit überall hin. Punkt.

Geländetauglichkeit

Eindrucksvoller als die Labormesswerte, bei denen der 130 mangels Schlupfregelung schlechter abschneidet als seine Defender-Brüder, ist die Lässigkeit, mit der er sich auf seinen schmalen Geländereifen durchs Gröbste wühlt: Kein anderer Pick-up vermittel diese unerschütterliche Zuversicht: "Ich komme da durch!"

Fahrwerk/Sicherheit

Auf der Straße lassen ängstliche ESP-Prediger jedes Vertrauen fallen: endlose Bremswege, keine Airbags, kein ABS, keine Fahrhilfen. Huch!

Komfort

Der Komfort ist relativ. Der Motor nagelt gedämpft, die Federung ist erträglich. Und wer braucht in der Pampa oder bei der Waldarbeit angeberisch-edle Lounge-Atmosphäre? Kein Mensch.

Preis/Kosten

Dem direkten Preisvergleich stellt sich der 130 nicht – er hat faktisch keine Konkurrenz. Verbrauch und Fixkosten bleiben in vertretbarem Rahmen.
Technische Daten Land Rover Defender 130
Motor 4-Zylinder-Reihe, Turbodiesel, vorn längs
Hubraum 2400 cm³
Leistung 90 kW (122 PS) bei 3500/min
Drehmoment 360 Nm bei 2000/min
Bremsen vorn/hinten Scheiben/Scheiben
Reifen 7.50 R 16 C
Leergewicht/Zuladung 2058/1442 kg
Anhängelast gebremst/ungebremst 3500/750 kg
Länge/Breite/Höhe 5063/1790/2035 mm
Bodenfreiheit 225 mm
Wattiefe 600 mm
Böschungswinkel vorn/hinten 42°/34°
Rampenwinkel 26°
Achsverschränkung/Index 210 mm/65 %
Kraftübertragung
Sechsgang-Schaltgetriebe mit Geländereduktion, Allrad permanent mit manuell sperrbarem Zentraldifferenzial (v:h 50:50)
Messwerte
0–100 km/h 19,0 s
0–130 km/h 50,3 s
60–100 km/h im 5. Gang 12,7 s
80–120 km/h im 6. Gang 20,5 s
Höchstgeschwindigkeit 131 km/h
Bremsweg aus 100 km/h kalt/warm 54,0/53,3 m
Normverbrauch/CO2-Ausstoß 11,1 l/295 g/km
Testverbrauch Ø (l/100 km) 11,4 Diesel
Kosten
Steuer/Jahr (Lkw bis 3,6 t) 210 Euro
Typklassen (Lkw) 1-2 t Nutzlast
Grundpreis 32.200 Euro
Autor:

Thomas Rönnberg

Fazit

Es ist wie immer: Übliche Maßstäbe versagen auch beim Defender 130. Exzellente Transportkapazität und Geländefähigkeit paaren sich mit lausiger Unfallvorsorge und magerem Komfort.

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