Formel-1-Star Jenson Button könnte neuer Co-Moderator der Kultsendung "Top Gear" werden. Das meldet zumindest die britische Presse.
Maike Schade
Warum nicht? Jenson Button (im Bild mit seiner Frau Jessica Michibata) hat Ahnung von Autos und ist Brite.
Wechselt Rennfahrer Jenson Button den Job und wird Co-Moderator der Motorsendung "Top Gear"? Wie die britische "Daily Mail" schreibt, ist der Formel-1-Star diesbezüglich "in Gesprächen" mit der BBC. Eine offizielle Verlautbarung stehe laut einer Quelle unmittelbar bevor.
An den Gerüchten könnte durchaus etwas dran sein. Der 35-Jährige Pilot von McLarenHonda steht schließlich kurz vor seinem Karriere-Ende bei der Formel 1, und warum dann nicht etwas Neues machen? Und auch wenn ihm sicherlich etwas Übung in Sachen Moderation fehlt, so bringt er doch einiges an Qualifikation mit: Er kann fahren, er hat Ahnung von Autos, er ist Brite und er sieht nebenbei auch noch gar nicht übel aus.
Die BBC macht es spannend: Seit der umstrittene Star-Moderator von "Top Gear", Jeremy Clarkson, nach einer handgreiflichen Auseinandersetzung mit seinem Produzenten zunächst suspendiert und dann entlassen wurde, wird heftig spekuliert, wer künftig durch die Sendung führen wird. Clarksons Kollegen John Hammond und Richard May hatten ebenfalls gekündigt.
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Die umstrittensten Clarkson-Äußerungen
Chris Evans übernimmt Clarksons Stelle
Fest steht bislang nur, dass Radio- und Fernsehmoderator Chris Evans neues Gesicht der Kultsendung "Top Gear" wird. "Wir geben heute bekannt, dass Chris Evans einen Dreijahres-Vertrag als Kopf eines komplett neuen Line-ups für Top Gear unterschrieben hat", hieß in einer Pressemitteilung der Rundfunkanstalt Mitte Juni 2015. Damit stand damals auch fest, dass Richard Hammond und James May nicht zur Kultsendung "Top Gear" zurückkehren würden. Zuletzt war berichtet worden, dass die BBC die beiden Clarkson-Kollegen mit umgerechnet 6,26 Million Euro locken wollte, neue Folgen der Motorshow zu drehen. Daraus wird nichts.
Roter Wuschelkopf, freche Klappe: Chris Evans ist jetzt bei "Top Gear" am Steuer.
Statt dessen kommt nun Chris Evans (49). Roter Wuschelkopf, freche Klappe, interessanter Kleidungsstil – witzig wird das sicher. Offenbar war der schräge Brite schon länger im Gespräch, wollte aber nicht in die Verhandlungen mit Hammond und May grätschen. Er habe "die Situation nicht kontaminieren" wollen, indem er seinen Hut in den Ring schmiss, heißt es auf BBC News. "Ich wollte kein Bauer in einem Schachspiel sein, in das drei meiner Freunde verstrickt sind." Nun, mit der definitiven Absage der beiden Co-Moderatoren, gab es keinen Grund mehr, sich herauszuhalten.
Die Ex-Moderatoren haben ihm Glück gewünscht
Freunde sind Evans und das Ex-"Top Gear"-Team aber offenbar auch jetzt noch, nachdem er den Vertrag unterschrieben hat. Sie seien nicht sauer auf ihn, berichtet BBC News. Clarkson habe ihm einen Tipp gegeben, den er aber nicht im Radio wiederholen werde, so Evans in seiner Frühstücks-Radioshow auf BBC2, "und er hat mir ganz viel Glück gewünscht." Der Neue seinerseits hält auch nicht mit Lob für seine Vorgänger zurück: "Erster Tweet als neuer Top Gear Moderator. Ich möchte sagen, dass Jeremy, Richard und James die Größten sind", twittert er.
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Suzi Perry und Jodie Kidd im Gespräch
Formel 1-Kommentatorin Suzi Perry könnte Co-Moderatorin von Evans werden.
Wer die Show zusammen mit Evans schmeißen wird, ist noch nicht bekannt. Eines scheint aber festzustehen: Es soll definitiv eine Frau mit ins Team. Das ist zwar nicht wirklich neu, schon lange wurde gemutmaßt, dass das 36-jährige Ex-Model Jodie Kidd künftig bei "Top Gear" arbeiten könnte. Nun ist aber ein weiterer Name aufgetaucht: Suzi Perry. Die britische Formel 1-Kommentorin sei sehr prominent bei Evans TV-Sendung TFI gezeigt worden, heißt es bei der BBC. Warum auch nicht? Die 45-Jährige sieht gut aus und hat Ahnung von Autos. Für Evans eine absolute Voraussetzung: "Ich will Leute haben, die sich extrem gut mit Autos auskennen. Leute mit viel Energie und gutem Timing ... und die Lust darauf haben, Sachen anders zu machen", zitiert BBC News den neuen "Top Gear"-Moderator.
"Wir als Ersatz-Jeremy? Das wäre ein Rohrkrepierer!"
Ja, da konnten sie noch lachen, 2013 in Polen. Und nun? Nix Genaues weiß man nicht.
Und das Dream-Team Clarkson, Hammond, May? Die machen wohl was Neues, alle drei zusammen. Die Neuorientierung war nötig geworden, weil der scharfzüngige Jeremy Clarkson nach einer handgreiflichen Auseinandersetzung mit seinem Produzenten von der BBC im März zunächst suspendiert und schließlich – trotz massiver Proteste von Fans und Promis – entlassen worden war. Nach dem Rausschmiss Clarksons hatten beide Moderatoren erklärt, ohne ihren dritten Mann nicht weitermachen zu wollen. Laut "Daily Mail" erklärte May im April: "Ich und Hammond mit einem Ersatz-Jeremy, das wäre ein Rohrkrepierer. (...) Es müssen wir alle drei sein. Du kannst nicht einfach einen Ersatz-Jeremy hinstellen und weitermachen. (...) Ich glaube nicht, dass sie so dumm wären, das zu probieren."
Wenn "Top Gear" keine Option mehr ist – was machen sie denn nun? Jeremy Clarkson beispielsweise arbeitet an einer neuen Sendung für den US-Videodienst "Netflix" und könnte seine beiden Ex-Kollegen durchaus dorthin mitnehmen. Clarkson könnte aber auch eine großartige Karriere als Kino-Star in Russland offenstehen: Wie der "Hollywood Reporter" zu berichten weiß, handelt es sich um eine Komödie namens "Kot v sapogakh", was übersetzt den "Gestiefelten Kater" ergibt. Sollte es sich hier um eine Adaption des Grimm'schen Märchens handeln, ist die Interpretation recht frei: In "Kot v sapogakh" verwandelt sich offenbar ein junger Mann in eine Katze. Hierbei handelt es sich freilich nicht um den 55-jährigen Jeremy Clarkson – dem sei die Rolle eines Ausländers angeboten worden, die Verhandlungen liefen noch, soll Filmproduzent Armen Manasaryan dem "Hollywood Reporter" gesagt haben.
Auch Richard Hammond ist in Sachen Tierfilm unterwegs, allerdings handelt es sich mitnichten um eine Komödie, sondern eher um, na ja, eine Art Heimatstück. So richtig zu kicken scheint den ehemaligen Moderator das Schafehüten auf dem Hof seines Bruders in der britischen Idylle aber nicht: "Bored", "Gelangweilt", hat Hammond das Video genannt, das auf Youtube zu sehen ist. Dabei ist das da doch so idyllisch!
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Zur Feier der angepeilten Vertragsverlängerung hatte sich James May offenbar einen Ferrari 458 Speciale bestellt.
Bild: Ronald Sassen
Davon abgesehen ist über die derzeitigen Aktivitäten des Herrn Hammond nicht allzuviel bekannt. Er scheint aber gemeinsam mit seinem Kollegen James May die Garage ausgemistet zu haben: Bei einer Auktion im Hause Bonhams verkauften die beiden zwölf klassische Motorräder für umgerechnet etwa 107.000 Euro – "das reicht für ein Fisch-Essen", sollen die beiden gewitzelt haben. Offenbar haben es die Herren trotz Arbeitslosigkeit noch dicke. Oder nicht? James May ist laut BILD ordentlich am Jammern: Zur Feier der angepeilten dreijährigen Vertragsverlängerung bei "Top Gear" hatte er sich den letzten Ferrari 458 Speciale bestellt. Man gönnt sich ja sonst nichts! Das war aber etwas voreilig, denn aus dem offenbar äußerst lukrativen Vertrag wurde bekanntermaßen ja dann doch nix. So ein Pech. Es darf aber bezweifelt werden, dass die fälligen etwa 290.000 Euro James May wirklich schlaflose Nächte bereiten.
Das Sündenregister von Ex-Top-Gear-Moderator Jeremy Clarkson ist lang. Hier kommt eine Auswahl der aufsehenerregendsten Fälle ...
Bild: dpa
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November 2008: Clarkson sagt beim Lkw-Test: "Lkw-Fahrer ist ein harter Job. Gang wechseln, Gang wechseln, Gang wechseln, Gang wechseln, Spiegel checken, eine Prostituierte umbringen, Gang wechseln, umbringen, ..."
Oktober 2009: Clarkson im Top Gear Magazine: "Das Problem ist, dass die TV-Manager einem blonden, blauäugigen, heterosexuellen Moderator immer eine schwarze, muslimische, lesbische Moderatorin gegenüberstellen müssen." Top Gear habe bewiesen, dass es nicht immer Schwarz und Weiß sein müsse: "Top Gear setzt seit sechs Jahren neue Rekorde, und das mit Weiß und Weiß."
Bild: dpa
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Juli 2010: der Burka-Kommentar. "Ehrlich, das mit der Burka funktioniert nicht. Ich war letztens in Piccadilly in einem Taxi, als eine Frau in einer kompletten Burka, die die Straße vor dem Taxi überquerte, über die Bürgersteigkante stolperte und kopfüber hinfiel. Da kam's raus: ein roter Stringtanga und halterlose Strümpfe!" Dieser Ausspruch löste international Empörung aus.
Bild: dpa
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August 2010: Clarkson nennt in einer Sendung einen Ferrari einen "Einfaltspinsel". Der Ferrari Speciale solle lieber "Special Needs" (Sonderschule) heißen. Eine Sprecherin des Nationalen Autisten-Verbandes reagierte empört. Ein solches Verhalten fördere Vorurteile.
Bild: Ronald Sassen
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August 2010: Zwar politisch einigermaßen korrekt, aber immer noch zweifelhaft kommt der Test eines Ford Fiesta rüber. Der Kleinwagen bestreitet erst ein Rennen mit einer Corvette in einem Einkaufszentrum, dann nimmt Clarkson mit ihm – fiktiv – an einem Sturmangriff der Royal Army teil.
Bild: Youtube
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Februar 2011: Clarksons "Top Gear"-Kollege Richard Hammond lästert böse über Mexikaner. Daraufhin meint Clarkson: "Es wird zum Glück keine Beschwerde vom mexikanischen Botschafter geben, denn der sitzt sowieso nur ferngesteuert so da ..." (schnarcht). Die BBC musste sich nach einer Beschwerde offiziell entschuldigen.
Bild: dpa
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Juli 2011: Clarkson urteilt über einen Jaguar XKR-S, er sei "sehr schnell, sehr laut" und halte in Kurven sein Heck "weiter raus als George Michael". Der Sänger nennt den Moderator daraufhin bei Twitter "homophob" und "schweinehässlich".
Bild: dpa
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November 2011: In der BBC1-Sendung "One Show" löst Clarkson einen Sturm der Entrüstung aus. Über Streikende im öffentlichen Dienst sagt er: "Ich hätte sie vor den Augen ihrer Familie hingerichtet." Angesichts von 31.000 Beschwerden war mal wieder eine Entschuldigung der BBC fällig.
Bild: dpa
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Dezember 2011: In einem Weihnachts-Special in Indien ätzt Clarkson angesichts eines Jaguars mit eingebauter Toilette im Heck: "Das passt gut zu Indien. Jeder der hierher kommt, kriegt Dünnschiss."
Bild: dpa
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März 2014: In Thailand stehen Clarkson (M.) und Hammond (r.) mit Kollege James May in England auf einer Brücke, als am anderen Ende ein Einheimischer auf sie zukommt. Clarkson zeigt in seine Richtung und bemerkt: "There's a slope on it." Slope heißt übersetzt "Neigung", gilt aber auch als abfällige Bemerkung für Asiaten.
Bild: dpa
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Mai 2014: Nach der sogenannten N-Wort-Affäre gibt es eine letzte Verwarnung der BBC bezüglich mutmaßlich rassistischer Ausfälle. Clarkson murmelt in einem Top-Gear-Outtake (rausgeschnittene Szene) beim Abzählreim "Eeny, meeny, miny moe” (deutsch: Eene meene muh): "Catch a nigger by his toe."
Bild: dpa
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Februar 2015 – Clarkson beleidigt in seiner Kolumne für die "Sunday Times" die Einwohner Liverpools mit den Worten: "Die Leute dort verdienen weniger, sterben früher, haben weniger Jobs, und ihre Häuser sind die Wurzel allen Übels."
Bild: dpa
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Oktober/November 2019 – Clarkson nennt Umweltaktivistin Greta Thunberg nach deren Auftritt beim UN-Klimagipfel eine "verzogene Göre". Wenige Wochen später legt der 59-Jährige nach: "Ich kenne keinen unter 25 mehr, der sich noch im geringsten für Autos interessiert. Greta Thunberg hat die Auto-Shows gekillt."
Bild: AUTO BILD MONTAGE Jermey Clarkson / dpa Greta Thunberg / dpa