Militärtest: Ferngesteuerte Trucks

Ferngesteuerte Militär-Trucks Ferngesteuerte Militär-Trucks Ferngesteuerte Militär-Trucks

US-Army testet ferngesteuerte Militär-Trucks

— 12.03.2014

Der Geisterkonvoi von Texas

In einem Test hat das US-Militär seine Fähigkeiten im autonomen Fahren unter Beweis gestellt. Ein Konvoi aus drei Lkw und einem Humvee fuhr selbsttätig durch eine Geisterstadt – und wieder hinaus.

Ein Konvoi aus drei militärischen Lkw rollt in schnellem Tempo über eine Betonpiste. Zwei sandfarbene und ein olivgrüner Lastwagen ziehen eine Schleppe aus Staub hinter sich her. Ein Humvee kommt auf, überholt. Schnitt. An einer einmündendenden Straße wird die Militärkolonne langsamer, biegt links ab und setzt ihren Weg fort. Schnitt. In der nächsten Einstellung hält die Kamera auf den Fahrersitz eines der Lkw. Das Lenkrad dreht sich wie von Geisterhand, am Steuer sitzt – niemand.
Was sich liest wie das Drehbuch zu einem Science-Fiction-Film, war ein Test des US-Militärs und fand Anfang des Jahres in Fort Hood im US-Bundesstaat Texas statt. Ein Video dokumentiert das Experiment, das Teil des AMAS-Programms ist, einem Projekt, in dem autonom agierende Systeme auf Militärfahrzeugen getestet werden.

Der Lkw fährt, es steuert der Computer.

Das Autonomous Mobility Appliqué System verfolgt das Ziel, Technik für Einsätze herzustellen, um komplexe logistische Ziele zu erreichen – wie die unbemannte Durchfahrt einer Stadt mit mehreren Fahrzeugen. Ziel ist es, potenziell gefährliche Missionen durch unsicheres Gelände ohne Soldaten durchzuführen. Dazu wurden die Fahrzeuge, ein Armee-Lkw vom Typ M915, ein 6x6 MTVR-Lastwagen vom Marine Corps, ein Lastwagen für spezielle Paletten, sowie das Humvee, die militärische Version des Hummer, technisch aufgerüstet. Techniker der militärischen Forschungsabteilung ARCIC, das steht für Army Capabilities Integration Center, und dem Rüstungskonzern Lockheed Martin versahen die vier Fahrzeuge mit Bausätzen. Die bestehen aus einem Lidar-Lasersensor, mehreren GPS-Geräten und komplexer Soft- und Hardware. Solch ein Bausatz lässt sich, so heißt es in einer Mitteilung von Lockheed Martin, auf jedem handelsüblichen Militärfahrzeug installieren.

US-Army testet ferngesteuerte Militär-Trucks

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Blinklichter, rasant rotierende Antennen

Und so verlief der am 14. Januar 2014 in Fort Hood durchgeführte Test: Der autonom fahrende Militärkonvoi durchquert eine zu Übungszwecken errichtete Kleinstadt. Auf der Basis ist dafür Platz genug, es ist mit 880 Quadratkilometern Fläche eine der größten Militärbasen der US Army und erstreckt sich über eine größere Fläche als die Stadt Hamburg.

Autonom durchquert der Militärkonvoi eine Geisterstadt in Fort Hood, Texas.

Auf den Dächern der Lkw drehen sich Antennen, wie sie von zivilen Testfahrzeugen wie Toyota/Google oder BMW bekannt sind, gelbe Blinklichter blitzen regelmäßig auf. Vor dem ersten Fahrzeug rollt eine Puppe über die Straße, ein unachtsamer Passant! Die Kolonne stoppt selbsttätig. Dann umkurven die Lkw ein auf der Straße stehendes Auto. In der Stadt angekommen, hält der Geisterkonvoi an einer Kreuzung, um einem entgegenkommenden Fahrzeug die Vorfahrt zu gewähren. Dann setzt sich die Kolonne wieder in Bewegung, verlässt die Stadt, gerät außer Sicht. Nach Aussage des US-Militärs war der Test ein voller Erfolg. Er zeigt, wie weit die militärischen Anstrengungen gediehen sind, Roboterfahrzeuge herzustellen, Drohnen auf Rädern. Gespenstische Aussichten.

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