Die Chrysler-Marke Jeep hat auch das SUV Patriot im Progamm.

US-Automarkt im Januar 2009

— 04.02.2009

Talsohle nicht in Sicht

Es geht immer noch schlimmer auf dem amerikanischen Markt für Neuwagen: Die Zahlen für Januar 2009 bedeuten das schwächste Jahr seit 1982. Nur zwei deutsche Hersteller sind mit blauem Auge davon gekommen.

(dpa/rtr/row) Im Gegensatz zur Geisterbahn-Gruseltour geht der Horrortrip auf dem US-Automarkt scheinbar endlos weiter, mit stetig wachsender Intensität. Im Januar 2009 sind in den Vereinigten Staaten insgesamt 655.200 neue Pkw (light vehicles) abgesetzt worden – so wenige wie seit 1982 nicht mehr. Büschelweise Federn lassen mussten einmal mehr die großen drei US-Konzerne: Chrysler verlor mehr als 55 Prozent Absatz im Vergleich zum Januar 2008, Ford büßte 40 Prozent ein, und General Motors schrumpfte um 49 Prozent. Doch den ausländischen Herstellern erging es nicht viel besser: Toyota wurde erneut eine böse Überraschung zuteil; der seit der dramatischen GM-Talfahrt weltgrößte Hersteller verkaufte 34 Prozent weniger Autos im Vergleich zum Januar 2008.

Porsche-Absatz minus 36 Prozent

In diesem Bereich tummeln sich auch die ersten deutschen Hersteller. Porsche setzte im Vergleichszeitraum in den USA und Kanada 36 Prozent weniger Fahrzeuge ab, Daimler sackte um 35 Prozent ab. Auch Audi erlitt schwere Verluste, der Absatz ging um 26 Prozent zurück. Mit einem blauen Auge sind nur VW und BMW davongekommen: Volkswagen verlor nach unbereinigten Zahlen rund zwölf Prozent. Dieser relative Erfolg könnte zum Teil auf die Markteinführung des besonders sparsamen und sauberen Jetta TDI mit neuartiger Abgasreinigung zurückzuführen sein. BMW als Kernmarke inklusive Konzerntochter Mini verlor insgesamt 15,5 Prozent, doch dieser Rückgang geht anscheinend ausschließlich auf das Konto von BMW. Der Mini dagegen erfreut sich in den USA wachsender Beliebtheit.

Marktanteil der Deutschen wächst

Paradox, aber wahr: Weil die deutschen Hersteller bei weitem nicht so bluten müssen wie die Amerikaner, vergrößert sich der Marktanteil von Audi, BMW und Co und liegt im Bereich der Pkw bei elf Prozent. Für den Verband der Automobilindustrie (VDA) ein Grund zum Jubeln: "Die deutschen Hersteller konnten sich auf dem US-Markt behaupten und schnitten dabei erneut besser ab als ihre amerikanischen und asiatischen Konkurrenten", heißt es in einer aktuellen Pressemitteilung. So kann man es natürlich auch sehen – wenn "besser abschneiden" dasselbe bedeuten würde wie "weniger schlecht abschneiden". Ein Auto, dem zwei Räder fehlen, ist nach dieser Lesart funktionstüchtiger als eines ganz ohne Räder. Dass sie beide nicht vom Fleck kommen – wen interessiert das schon?

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