VanTourer 600 L Activ im Wohnmobil-Test

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VanTourer 600 L Activ: Wohnmobil-Test

— 17.05.2016

So gut ist der VanTourer 600 L

Längsbetten, Raumbad, Dieselheizung – der VanTourer 600 L ist ein guter Typ im Riesenangebot der Kastenwagen. Wir haben ihn unter die Lupe genommen.

Kennen Sie Nagyoroszi? Das liegt nördlich von Budapest. Hier gibt es eine weiße Kirche, einen Coop-Laden mit feurig-ungarischen Spezialitäten und eine Buslinie für die 2180 Einwohner. Die Menschen dieser Region lieben Wohnmobile. 250 Frauen und Männer bauen jedes Jahr bis zu 2500 davon. Ihr Arbeitgeber, die Knaus-Tabbert-Gruppe, produziert hier seine Modelle auf Kastenwagen-Basis. Darunter den Knaus BoxStar und sein zweites Gesicht, den günstigeren VanTourer, den die 40 Händler der Inter-Caravaning-Kette anbieten.
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Das Bad ist die wahre Attraktion des VanTourer

Wird die üppig dimensionierte Nasszelle nicht benutzt, macht sie sich mit zurückgeschobenen Schiebetüren ganz schlank im Gang.

Das ist er: VanTourer 600 L und BoxStar 600 Lifetime ähneln sich nicht nur im Gesicht, sondern auch in den Grundrissen: Raumbad in der Wagenmitte, Längsbetten im Heck für gemütliche Nächte zu zweit. Beides trägt dezenten Komfort ins 5,99 Meter lange Urlaubsdomizil. Die Betten – das längere streckt sich auf knapp zwei Meter – bieten viel Rekel-Raum. Kuschelig veranlagte Menschen wünschen sich jedoch weichere Matratzen. Die wahre Attraktion aber ist das Bad: Wird es nicht benutzt, macht es sich mit zurückgeschobenen Schiebetüren ganz schlank im Gang. Wer die Pforten schließt, erlebt sein rundes Wunder. Die Nasszelle steht nun als dicke Säule im Weg, aber innen gibt es genug Raum für ausgedehnte Wasserspiele – notfalls sogar zu zweit. Achtung: Nach dem Duschen Wände abwischen, denn die nassen Seiten der zurückgeschobenen Teile zeigen Richtung Innenraum. Kastenwagen sind eben Meister des Kompromisses – die sie auch vom Benutzer verlangen.

VanTourer 600 L Activ im Wohnmobil-Test

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Ein paar weitere Beispiele gefällig? Trotz des geräumigen Bades drückt sich das winzige Waschbecken verschämt in die Ecke. Davor stehen? Unmöglich. Und wer es sich auf dem stillen Örtchen gemütlich machen möchte, sollte lange Beine haben. Der Thron steht so hoch, dass kleine Geschäftemacher regelrecht nach oben klettern müssen. Gut ist, dass es draußen eine elektrische Eingangsstufe gibt. Weniger gut, dass der Schalter so weit unten sitzt. Der Wohnraum des VanTourer ist guter Kastenwagen-Standard mit genug Bewegungsfreiheit – solange nicht beide Insassen gleichzeitig durchs Mobil laufen. Die Küche mit Zweiflammen-Herd und drei geräumigen Schubladen reicht für die Zubereitung kleiner Mahlzeiten, doch leider steht der 65-Liter-Kühlschrank auf dem Boden. Man muss also vor ihm auf Knien rutschen, um die kalte Cola herauszuholen. Prima dagegen: Die Hängeschränke werden nach unten schlanker, was freien Blick durchs Mobil schafft und vor Kopfnüssen schützt.
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Die Basisversion Activ fährt auf Peugeot Boxer

Der VanTourer 600 L ist flott und sparsam unterwegs und bleibt mit 5,99 Metern auch noch handlich genug für die City.

So fährt er: Stets hörbar, wenn der 150-PS-Diesel rumort. Aber schön leise, was den Möbelbau betrifft. Es brauchte beim Testwagen nur ein einziges Geschirrtuch, um den Poltergeist zu bändigen: zwischen Herd und Glasdeckel. Wer das Genagel unter der Motorhaube beruhigen will, dem bleibt nur sanfter Umgang mit dem Gaspedal. Anders als der BoxStar nutzt der VanTourer in der Basisversion Activ nicht den Fiat Ducato, sondern den Peugeot Boxer. Die sind bekanntlich eng verwandt, aber der PSA-Dieselmotor des Peugeot kommt uns lauter vor als die Ducato-Maschine. Ansonsten ist der Boxer flott auf seinen straff gefederten Achsen unterwegs und mit 10,9 Litern Testverbrauch noch sparsam.

Wer den Grundpreis zahlen will, muss Verzicht üben

Das hat er: Alles, was notwendig ist, aber nicht mehr. Deshalb wird der günstige Grundpreis von 38.900 Euro im wirklichen Leben schnell Makulatur: Er enthält keine Klimaanlage, keine Fahrerhaus-Verdunkelung und nur den Basismotor mit 110 PS, den wir nicht wirklich empfehlen wollen. Immerhin, das Raumbad ist serienmäßig an Bord. Und die kräftige Sechs-kW-Dieselheizung von Truma. Dennoch kam der Testwagen mit 150-PS-Motor, den empfehlenswerten Paketen Chassis (1590 Euro) und Plus (1990 Euro) auf 45.980 Euro. Eine Enttäuschung? Nein! Der Knaus BoxStar kostet in ähnlicher Ausstattung 52.420 Euro. Lohnt sich also, der Blick auf den Doppelgänger.
Technische Daten
Fahrzeugdaten
Motorisierung Peugeot Boxer HDi FAP 150
Motor/Bauart/Zylinder/Einbaulage Diesel/in Reihe/4/vornquer
Hubraum 2198 cm3
kW (PS) bei U/min 110 (150) bei 3500 U/min
Nm bei U/min 350 bei 2000 U/min
Höchstgeschwindigkeit 155 km/h
Getriebe Sechsgang manuell
Antrieb Vorderradantrieb
Bremsen vorn/hinten Scheiben/Scheiben
Testwagenbereifung 215/70 R 15 C
Reifentyp Maxxis VanPro AS
Tankinhalt/Kraftstoffsorte 90 l/Diesel
Masse fahrbereit* 2850 kg
Zuladung/zul. Gesamtgew.* 558/3500 kg
Anhängelast gebr./ungebr. 2000/750 kg
Länge/Breite/Höhe 5990/2050/2580 mm
Radstand 4035 mm
Aufbau
Außenmaterial Wand/Heck/Dach/Boden Stahlblech/Stahlblech/Stahlblech/Stahlblech
Isoliermaterial Wand/Heck/Dach/Boden Polyethylen/Polyethylen/Polyethylen/Polyethylen
Wandstärke Wand/Heck/Dach/Boden 8/16/16/12 mm
Fenster 7
Dachhauben 3
Max. Innenhöhe/Innenbreite 1900/1935mm
Bettenmaß Front (L x B)
Bettenmaß Hecklinks(L x B) 1765 x 945 mm
Bettenmaß Heck rechts (L x B) 1980 x 945 mm
Herd 3 Flammen
Kühlschrank 64/10l
Modell Toilette Thetford C200
Sitzplätze/mit Dreipunktgurten 4/4
Heizung Diesel, Truma, Combi D, 6 kW
Steckdosen 12/230 V 4/2
Leuchten 12
Aufbaubatterie 95Ah
Frischwassertank 110l
Abwassertank 100l
Preise
Grundpreis (mit Basismotor) 38.900 Euro
Testwagenpreis 45.100 Euro
Andreas Borchmann

Andreas Borchmann

Fazit

Längsbetten, Raumbad, Dieselheizung – damit ist der VanTourer 600 L ein guter Typ im Riesenangebot der Kastenwagen. Und sein solider Möbelbau zeigt, dass sich auch außerhalb der Discount-Klasse kühle Rechner freuen können.

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