Verkehrssicherheit: WHO-Bericht

— 15.03.2013

Jährlich 1,24 Millionen Verkehrstote

Die Weltgesundheitsorganisation prognostiziert in ihrem Bericht zur globalen Verkehrssicherheit 50 Prozent mehr Verkehrstote bis 2020 – sollten sich die Gesetze nicht ändern.



Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat ihren Statusbericht zur globalen Verkehrssicherheit veröffentlicht. Demnach sterben weltweit jährlich etwa 1,24 Millionen Menschen an den Folgen von Verkehrsunfällen. Hinter der erschreckend hohen Zahl steckt eine weitere, bedauerliche Statistik: Verkehrsunfälle sind die Todesursache Nummer eins unter Jugendlichen im Alter zwischen 15 und 29 Jahren. Die Hälfte der Verkehrstoten sind sogenannte "verletzliche Verkehrsteilnehmer".

Fakten zum WHO-Bericht 2013

Fußgänger und Fahrradfahrer besonders gefährdet

Die Gruppe der Fußgänger und Fahrradfahrer zählt mit 31 Prozent aller Verkehrstoten zu den besonders gefährdeten. In einigen Ländern beträgt die Rate sogar über 50 Prozent. Diese Zahl verdeutlicht: Viele Länder vernachlässigen die Bedürfnisse von Fußgänger und Fahrradfahrer zu Gunsten von motorisierten Verkehrsteilnehmern.

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Damit meint die WHO Fußgänger, Fahrrad- und Motorradfahrer. Ein besonders hohes Risiko an einem Verkehrsunfall zu sterben, haben Männer. Sie repräsentieren 77 Prozent aller Verkehrstoten weltweit. Etwa 20 bis 50 Millionen Menschen sind in nichttödliche Verkehrsunfälle verwickelt. Viele von ihnen erleiden jedoch bleibende Schäden und Behinderungen. Sollten die Politiker nicht handeln, sehen die Prognosen der WHO düster aus. Aufgrund des zunehmenden Verkehrs (insbesondere in Entwicklungsländern) könnte die Zahl bis 2020 um mehr als 50 Prozent auf 1,9 Millionen Verkehrstote jährlich ansteigen.

Unfallforschung: Mehr Sicherheit für Fahranfänger

Die Gesetze der wenigsten Länder berücksichtigen alle fünf Schlüssel-Risiken: Alkohol, Geschwindigkeit, Helmpflicht, Sicherheitsgurte und Kindersitze.

Besser sieht die Tendenz im europäischen Raum aus. Von 2007 bis 2010 nahm die Zahl der Verkehrstoten um 25 Prozent ab und erreichte einen Wert von 92.492. Szuszanna Jakab, Regionaldirektorin der WHO für Europa, zeigt sich erfreut. Sie betont jedoch gleichzeitig: "92.000 Verkehrstote sind 92.000 zu viele". Viele Staaten Europas verfügten noch nicht über ausreichende Verkehrsgesetze. Grund dafür sei, dass die Gesetzgebung in diesen Ländern nicht alle fünf Schlüsselfaktoren der Verkehrssicherheit berücksichtigt. Diese lauten: Alkohol am Steuer, Geschwindigkeit, Helmpflicht, Sicherheitsgurte und Kindersitze. Laut Einschätzung der WHO haben weltweit lediglich 28 Länder angemessene Verkehrsgesetze. Die 416 Millionen Einwohner dieser Länder repräsentieren lediglich sieben Prozent der Weltbevölkerung.

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