Killer-Kältemittel R1234yf setzt Mercedes B-Klasse in Brand

Video: Kältemittel R1234yf setzt B-Klasse in Brand

Zwei Sekunden – und es brennt

Ein schockierendes Daimler-Video zeigt, wie das Killer-Kältemittel R1234yf eine Mercedes B-Klasse in Brand setzt. Ein neuer Beweis dafür, wie gefährlich R1234yf ist.
Es zischt, eine weiße Gaswolke erfüllt den Motorraum, und dann – wusch – erscheint eine Stichflamme. Ein Feuer bricht aus, die blauen Flammen erinnern an einen Camping-Gaskocher. Doch hier brennt nicht das Gas Propan, sondern das Killer-Kältemittel R1234yf, freigesetzt von einem ferngesteuerten Ventil in einer Kältemittelleitung. Nach zwölf Sekunden erstickt eine CO2-Löschanlage den Brand und verhindert, dass sich die Flammen weiter ausbreiten können. Denn deren gelbe Färbung in den letzten Brandsekunden zeigt, dass sie bereits auf die Kunststoffteile des Motorraums übergegriffen haben.

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Video: Killer-Kältemittel

R1234yf setzt B-Klasse in Brand

Mit diesem Video beweist Daimler, was bisher kein Autohersteller wahrhaben wollte: R1234yf ist nicht nur entzündlich, es kann sogar selbst Brände auslösen. Das haben seine Patentinhaber, die Chemiekonzerne Honeywell und Dupont, stets bestritten. Unverständlich, dass Dupont in seiner Reaktion auf die Daimler-Tests weiter von "mildly flammable" (schwach entzündlich) spricht. Was das Video besonders brisant macht: Im Gegensatz zu allen bisherigen Tests handelt es sich nicht um eine Laborsituation, sondern um ein serienmäßiges Auto, einen aktuellen Mercedes B 180. Die B-Klasse hätte eigentlich schon seit November 2011 mit R1234yf kühlen müssen. Doch die Klimaanlagen der mehr als 50.000 Exemplare, die seit November 2011 verkauft wurden, sind wegen Lieferschwierigkeiten allesamt noch mit dem alten Kältemittel R134a befüllt.

Was ist das Kältemittel HFO-1234yf?

HFO-1234yf

HFO-1234yf (2,3,3,3 Tetrafluorpropen) wird als Nachfolger des Kältemittels R134a in Auto-Klimaanlagen eingesetzt. Der Vorteil von HFO-1234yf: Es hat ein geringeres Treibhauspotenzial.

Global Warming Potential

Das Global Warming Potential (GWP) oder auch Treibhauspotenzial gibt an, wie stark ein Gas zum Treibhauseffekt beiträgt. Das GWP von R134a beträgt 1300, das von HFO-1234yf liegt bei 4. Seit Anfang 2011 dürfen in Neuwagen nur noch Kältemittel mit einem GWP kleiner als 150 eingesetzt werden.

Universität von Ohio

HFO-1234yf wurde 1946 an der Universität von Ohio erstmals synthetisiert. Die Einzelsubstanz galt bis vor wenigen Jahren wegen ihrer Reaktivität als ungeeignet für Pkw-Klimaanlagen.

Patente

Die meisten Patente für HFO-1234yf liegen bei den US-Chemiekonzernen Honeywell und Dupont, die zurzeit gemeinsam in China eine Fabrik errichten. Diese wird ab dem vierten Quartal 2012 große Mengen des neuen Kältemittels herstellen – gut ein Jahr später als ursprünglich geplant.

Alternativen

Mögliche Alternativen zu HFO-1234yf sind CO2 (R744), Propan (R290) und Butan (R600).

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Die Klimaanlagen der mehr als 50.000 B-Klassen, die seit November 2011 verkauft wurden, sind alle noch mit dem alten R134a befüllt. Grund: Lieferschwierigkeiten bei R1234yf.

Zum Glück, denn dass R134a im Gegensatz zu R1234yf nicht brandgefährlich ist, zeigt das Daimler-Video ebenfalls: gleiche Situation, Kältemittel R134a – kein Feuer. Damit bricht eine der wichtigsten Voraussetzungen in den Risikoanalysen zu R1234yf weg: die Annahme, dass seine Brennbarkeit vergleichbar wäre mit der von R134a. Da die Zulassung von R1234yf auf den Ergebnissen ebendieser Risikoanalysen basiert, muss sie entzogen werden – sofort.

VW Golf VII ohne Killer-Kältemittel R1234yf

Autor: Frank Rosin

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