(dpa/AUTO BILD/KI) Volkswagen hat angekündigt, dass betriebsbedingte Kündigungen und Werkschließungen im Rahmen eines Sparprogramms bei der Kernmarke VW nicht mehr ausgeschlossen werden können. Diese Entscheidung folgt einer Führungskräftetagung, bei der deutlich wurde, dass die bisherigen Maßnahmen zur Kostensenkung, wie Altersteilzeit und Abfindungen, nicht ausreichen, um die festgelegten Sparziele zu erreichen.

Beschäftigungssicherung soll aufgekündigt werden

Der Vorstand sieht eine umfassende Restrukturierung der Marken innerhalb der Volkswagen AG als notwendig an, um die Wettbewerbsfähigkeit zu steigern. In der aktuellen wirtschaftlichen Lage seien auch Schließungen von produktions- und komponentenfertigenden Standorten möglich, sollte nicht schnell gegengesteuert werden. Des Weiteren wird die seit 1994 bestehende Beschäftigungssicherung, die betriebsbedingte Kündigungen bis 2029 ausschloss, aufgekündigt.
Betriebsratschefin Daniela Cavallo hat bereits starken Widerstand gegen die neuen Pläne angekündigt. Sie bezeichnet die Vorhaben als Angriff auf die Beschäftigung, die Standorte und die Tarifverträge. Cavallo betont, dass sie keine Standortschließungen unter ihrer Führung akzeptieren werde, und verweist auf die Mehrheit, die die Arbeitnehmervertreter und das Land Niedersachsen im Aufsichtsrat halten.

Sparprogramm bei Volkswagen läuft seit 2023

Konzernchef Oliver Blume erklärte, dass die Entscheidung aufgrund der sich zuspitzenden Lage in der europäischen Automobilindustrie und des verschärften wirtschaftlichen Umfelds getroffen wurde. Neue Wettbewerber in Europa und der Rückgang der Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands sind zusätzliche Faktoren, die ein konsequentes Handeln erfordern.
Die Kernmarke Volkswagen, die seit Jahren mit hohen Kosten kämpft und in Bezug auf die Rendite hinter ihren Konzernschwestern wie Skoda, Seat und Audi zurückbleibt, hatte 2023 ein Sparprogramm gestartet, um das Ergebnis bis 2026 um zehn Milliarden Euro zu verbessern. Angesichts des schwachen Neugeschäfts müssen die Kostensenkungen jedoch noch intensiviert werden, um die angestrebten Ergebnisverbesserungen zu erreichen.