VW TSI: Probleme mit Steuerketten

VW 1.4 TSI: Probleme mit Steuerketten

— 08.03.2012

Wunder Punkt beim TSI

Volkswagens 1,4-Liter-Benziner neigt zu ausleiernden Steuerketten – es drohen Motorschäden. AUTO BILD liegen 61 Schadensmeldungen bei Touran, Golf und Tiguan 1.4 TSI vor.

Immer mehr Steuerketten in bestimmten VW-Motoren machen viel zu früh schlapp. Nach Informationen von AUTO BILD (Heft 10/2012, ab 9. März im Handel) kommt es bei bestimmten VW-Motoren vermehrt zu Problemen mit ausgeleierten Steuerketten. Betroffen ist der 1,4-Liter-TSI-Motor. AUTO BILD liegen 61 sich ähnelnde Schadensmeldungen bei Touran, Golf und Tiguan vor. Die Ausfälle betreffen Steuerketten, Kettenspanner und Nockenwellensteller. Die Folge sind teure Motorschäden. Die Auswertung des AUTO BILD-Kummerkastens ergab, dass die meisten Defekte beim Kompaktvan VW Touran der Baujahre 2006 und 2007 aufgetreten sind (1.4 TSI mit 140 PS, Motorkennbuchstabe BMY) – typischerweise bei Kilometerständen zwischen 40.000 und 70.000. Die Schäden kündigen sich oft durch Rasseln nach dem Kaltstart oder eine brennende Motorkontrollleuchte an.
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Bei bestimmten VW-Motoren kommt es vermehrt zu Problemen mit ausgeleierten Steuerketten (rot markiert).

Normalerweise sollte die Steuerkette ein Autoleben lang halten. Das bestätigt auch VW auf Anfrage von AUTO BILD. Die Kette sei auf "die Nutzungsdauer des Motors ausgelegt". Zu möglichen Schadensursachen will sich VW aber nicht äußern. Bleiben nur Spekulationen: Motorenexperte Fritz Indra von der Universität Wien: "Zunächst würde ich an Materialprobleme eines Zulieferers denken. Kann man diese ausschließen, kommen beispielsweise Drehschwingungen des Motors in bestimmten Drehzahlbereichen infrage, welche die Steuerkette auf Dauer überlasten. Das würde auch erklären, warum die Schäden bei bestimmten Modellen gehäuft auftreten."

Überblick: Alle Rückrufe der vergangenen Jahre

Trotz der großen Zahl von Kummerkasten-Beschwerden spricht Volkswagen von einzelnen Fällen in unterschiedlichen Versionen dieses Motors. Volle Kulanz gibt es daher nur bis zu einem Fahrzeugalter von drei Jahren, also ein Jahr nach Ablauf der Werksgarantie, bei maximal 100.000 Kilometern. Bei bis zu sechsjährigen Autos mit höchstens 200.000 Kilometern gewährt VW nach Prüfung des Einzelfalls dann anteilige Kostenerstattungen, wenn der Halter lückenlose Serviceintervallarbeiten nach Herstellervorgaben nachweisen kann.
Mehr zum TSI-Problem in AUTO BILD 10/2012 (ab sofort im Handel)

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