Sitzprobe VW e-Load Up

VW e-load Up: Sitzprobe

— 10.09.2013

Der Up wird zum Lieferwagen

Der neue Elektro-Up steht noch nicht beim Händler, da bekommt er bereits das erste Geschwisterchen: VW Nutzfahrzeuge zeigt in Frankfurt den e-Up als Micro-Lieferwägelchen. autobild.de saß schon drin.

Pizzaboten, Kleinstunternehmen, Pflegedienste und natürlich Postboten sollen mal fahren, was VW Nutzfahrzeuge im Rahmen des Konzernabends vor der offiziellen Eröffnung der IAA präsentierte: den VW e-load Up. Zugegeben, ein sperriger Name für ein kleines Auto. Und doch ein echter Publikumsliebling. Vielleicht lag's an der Farbe. Das Mattgelb stach aus der Masse nicht wirklich extravagant lackierter Konzerngeschwister heraus. Vielleicht auch am Antrieb. Elektromobilität will noch nicht so richtig in den Alltag der breiten VW-Kundschaft passen, da kommt so eine elektrische Stadtlieferwagen-Studie genau richtig.

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Ordentlich für einen Kleinstwagen: Das Gepäckabteil des e-load Up fasst rund einen Kubikmeter.

Im urbanen Lieferverkehr ergibt so ein Nutzfahrzeug nämlich Sinn. Wo in einem großen Paket-Lkw Hunderte Zustellungen bis zur Auslieferung unnötig durch die Gegend gefahren werden, könnte ein flinkes Ein-Kubik-Lieferwägelchen seine Stärken ausspielen – sagt man bei Volkswagen. Mal abwarten, wie das die Flottenmanager der großen Paketdienste sehen. So oder so, der e-load Up ist ein echter Pragmatiker. Statt Rücksitzen gibt's einen mit Kunststoff beplankten Laderaum, der gut einen Kubikmeter Stückgut fasst und sich so hochwertig anfühlt wie eine Recycling-Parkbank. Sei's drum, robust muss so was sein. Ist es. Ein massives Gepäckraumnetz trennt Cockpit und Laderaum. Die Lehne des Beifahrersitzes lässt sich umklappen, so dürfen Pakete mit einer Länge von maximal 2,20 Metern ins Auto. Gegenüber der Serie wurde der Liefer-Up um 15 Millimeter höhergelegt, in Sachen Nutzlast können 306 Kilo mit auf Tour.

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82 PS Spitzenleistung schafft der E-Motor, eine Batterieladung hält für maximal 160 Kilometer.

Bei den Fahrleistungen schenken sich e-Up und e-load Up nicht viel: 82 PS Spitzenleistung schafft der E-Motor, die Dauerleistung beträgt 55 PS. In 12,4 Sekunden schnurren die Elektro-Zwillinge auf 100 km/h, bei 130 Sachen ist Schluss. Die im Unterboden integrierte Lithium-Ionen-Batterie hat eine Speicherkapazität von 18,7 kWh. Mit einer Ladung können bis zu 160 Kilometer (nach NEFZ) zurückgelegt werden. Auf die Anforderungen von Paketdiensten und Zustellern zugeschnitten ist die flexible Smartphone-Integration, die die spezifischen Apps dieser Firmen ins Auto holt – zu überschaubaren Kosten. Noch ist die praktische Klick-Halterung Teil der e-Load-Studie, könnte aber laut der VW-Nutzfahrzeugsparte sehr schnell umgesetzt werden. Wie das gesamte Auto, übrigens. Basis ist der e-Up, der nach der IAA für 26.900 Euro zu den Händlern kommt. Bei entsprechender Nachfrage wäre so ein Elektro-Liefer-Up deshalb ohne lange Entwicklungszeiten einsatzbereit.

Bei den Preisen dürfte sich, trotz 50 Kilo weniger Gewicht und fehlender Rückbank wenig ändern. Teuer ist vor allem der Elektroantrieb. Unter 26.000 Euro wären deshalb für einen einzeln bestellten e-Load Up kaum darstellbar. Weil das viel Geld ist, vor allem für knapp kalkulierende Flottenmanager, ist bereits jetzt klar, dass es so einen Nutzfahrzeug-Up auch mit herkömmlichen Motoren geben könnte.
Jochen Knecht

Fazit

Ob's der Elektro-Lieferknubbel wirklich in die Serie schafft, werden wir sehen. Wäre aber schade, wenn nicht. Das Konzept klingt zumindest für den innerstädtischen Lieferverkehr schlüssig und würde das Thema Elektromobilität für viele Menschen sichtbar machen. Dass die Technik leisten kann, was der harte Einsatz bei Post und Lieferdiensten verlangt, zeigen die vielen Renault Twizy, die inzwischen im Pizzadienst durch die Städte flitzen. Und zur Not gäbe eine Flotte liegengebliebener gelber Post-Ups eben todschicke Briefkästen ab.

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