VW: Markenverletzungen

— 28.11.2012

VW mahnt seine Fans ab

Die Anwälte des Volkswagen-Konzerns suchen im Internet nach Bulli-Bechern, Käfer-Fußmatten und anderen Fan-Artikeln. Forenbetreibern und Online-Händlen drohen Strafen in mindestens vierstelliger Höhe.



VW-Fans sind wütend. Der Konzern mahnt Forenbetreiber und Online-Händler wegen angeblicher Markenverletzungen ab, häufig verbunden mit Strafen und Anwaltsgebühren in mindestens vierstelliger Höhe. Zuletzt traf es Andreas Peters. Der Betreiber des "Doppel-WOBber"-Onlineforums bietet seit mehr als zehn Jahren selbst eingescannte Golf-Prospekte zum kostenlosen Download an, angeblich mit einer Genehmigung aus dem Jahr 2001. Mitte Oktober 2012 erhielt er Post von der Wolfsburger Rechtsabteilung. Mit einer "Unterlassungsverpflichtungserklärung" sollte sich Peters bereit erklären, alle Prospekte "unverzüglich zu vernichten" und "sämtlichen Schaden zu ersetzen". Vertragsstrafe: 10.000 Euro. Als Peters die Abmahnung bekannt machte, brach in Onlineforen und auf der Facebook-Seite "Volkswagen Deutschland" ein Flächenbrand aus. "Eine Schande" sei das und "unter aller Sau", schrieben unzählige Fans und forderten: "Gibt es da keine andere Lösung?"

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Abgemahnt: Eberhard Peters verkaufte Käfer-Fußmatten.

VW-Sprecher Enrico Beltz bestätigt, dass die Volkswagen AG "durchschnittlich pro Jahr circa 200 Markenverletzungen verfolgt". Dies sei ein "alltäglicher Vorgang". Hierzu sollen die VW-Anwälte eine spezielle Software verwenden, die das Internet auf illegale Nutzungen der Marke rastert. Öffentlich bekannt geworden sind bislang nur wenige der zahlreichen Abmahn-Fälle – etwa die Auseinandersetzungen mit dem Autoverleiher "BerlinBulli" (heute: "HippieBusBerlin" und dem Onlineshop "Volkswarenhaus" (heute: "Werk34"). Abgemahnt wurden auch die Verkäufer "BUS-ok" wegen nicht autorisiertem Campinggeschirr mit Bulli-Motiven und "Käfer Peters" wegen Schlüsselanhängern mit VW-Logo und Fußmatten mit Käfer-Silhouetten.

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Massive Probleme sollen auch Anbieter wie "Posterlounge" und "Spreadshirt" haben, die halten sich jedoch bedeckt. "Spreadshirt"-Sprecherin Eike Sievert: "Es gibt Kontakt mit VW beziehungsweise den Anwälten. Jedoch möchten wir uns aufgrund des aktuell schwebenden Verfahrens erst mal nicht dazu äußern." Als die Proteste gegen die VW-Abmahnwelle sich im Internet verbreiteten, zog der Konzern im Fall Andreas Peters die Notbremse. "VW sieht ein, dass wir in diesem Fall über das Ziel hinausgeschossen sind. Wir entschuldigen uns ausdrücklich dafür", schrieb der Konzern zuletzt auf Facebook. Künftig solle "zunächst das Gespräch mit den betreffenden Forenbetreibern und Fans" gesucht werden, bevor auf "anwaltliche Hilfe" zurückgegriffen wird.

Autor: David Zwadlo



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