VW Polo R Prototyp: Fahrbericht

VW Polo R Prototyp VW Polo R Prototyp VW Polo R Prototyp

VW Polo R: Erste Fahrt im Prototyp

— 22.01.2014

Rallye-Feeling im Power-Polo

Mit Allrad und 250 PS könnte der Polo zur Rallye-Granate für jedermann werden. Das Vorbild liefert das Fahrzeug aus der Rallye-WM. Fahrbericht!

Sébastien Ogier weiß, was man mit der Kombination aus Leistung und Allradantrieb aus einem Polo herausholen kann. Immerhin hat der junge Franzose damit gerade aus dem Stand die Rallye-Weltmeisterschaft gewonnen. Doch wer nicht gerade WRC-Profi ist und zu den Stammfahrern von VW gehört, der musste sich in dem Kleinwagen bislang mit deutlich weniger Power bescheiden. Denn während Ogiers Dienstwagen auf rund 315 PS taxiert wird, war und ist in der Serie mit den 220 PS des WRC-Sondermodells Schluss. Und statt Allrad gibt es dort auch nur einen Frontantrieb, der mit den 350 Nm des 2,0-Liter-Motors ganz ordentlich gefordert ist. Doch es ist gut möglich, dass es dabei nicht bleiben wird. Denn angestachelt vom WRC-Erfolg und der Hoffnung auf mehr Bedeutung für die R GmbH, liebäugeln die Niedersachsen jetzt mit einem Power-Polo, der dem Rennwagen ein gutes Stück näher kommt: Zumindest für den  Vorstand haben die Ingenieure deshalb einen echten Polo R aufgebaut, mit immerhin schon 250 PS und vor allem mit Allrad-Antrieb.

Von 0 auf 100 unter sechs Sekunden

Ein Dachspoiler ist das offensichtliche Erkennungsmerkmal des Polo R.

In der Theorie klingt das, als dürfte der Kleinwagen damit vor Kraft kaum laufen können. Doch in der Praxis ist das eine granatenmäßige Kombination mit jeder Menge Zündstoff. Zwar tänzelt der Polo mit dieser Power schon auf der Geraden so nervös wie ein überzüchtetes Rennpferd. Doch wenn sich das Getriebe erst einmal sortiert und das Profil mit der Straße verzahnt hat, dann geht der Kleine ab wie eine Rakete. Von 0 auf 100 in deutlich unter sechs Sekunden und ein Spitzentempo von locker 250 km/h – da wird der kleinen Polo für manchen großen Golf zu einer echten Spaßbremse.

Fahrbericht VW Polo R WRC

Bei diesem heißen Ritt liegt der kleine Kracher satt auf der Straße, bringt seine Kraft mit Hilfe des Allradantriebs sauber auf den Grund, rennt wieselflink um die Kurven und brüllt durch seinen kurzen Auspuff wie ein ganz großer. Jetzt noch ein paar bunte Aufkleber auf die Karosse, ein paar Hosenträgergurte an den Sitz und ein Gebetsbuch für den Sozios – schon kann man sich ein bisschen wie Sébastien Ogier auf einer schnellen Dienstfahrt fühlen.

Bisher gibt es nur zwei Exemplare

Der Tacho reicht bis 280 km/h, erst bei knapp 7000 Touren endet die Drehzahlorgie.

Noch gibt es vom Polo R gerade einmal zwei Exemplare, die so schnell wohl nicht ihren Weg aus der Vorstandsgarage finden werden. Und auf den ersten Blick scheint die Serienumsetzung verdammt schwierig. Doch dass der Zweiliter problemlos unter die Haube passt, das beweist der Prototyp. Und dass man auch einen Kleinwagen mit Haldex-Kupplung bauen kann, dafür muss man nur mal nach Ingolstadt schauen. Denn dort wird der feine Polo-Bruder A1 gerade zum S1 aufgerüstet. Der hat zwar nur 210 PS, kommt aber wie alle S-Modelle natürlich als Quattro. Und wenn sich die Bayern schon an der Plattform aus Wolfsburg bedienen, dann könnten sie sich dafür ja im Norden mit dem Allradantrieb revanchieren. Und wenn VW weiter so erfolgreich durch die WRC jagt, dann wird es sicher auch ein paar Fans geben, die für so ein Auto mal eben 35.000 Euro locker machen. Gut möglich also, dass Monsieur Ogier und seine Kollegen deshalb bald nicht mehr die einzigen sind, die einen so potenten Polo mit einer Extraportion Grip fahren dürfen.

Autor: Thomas Geiger

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Sportwagen

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