Wege aus der Sprit-Preis-Krise (2.Teil)

Auswege aus der Sprit-Preis-Krise Auswege aus der Sprit-Preis-Krise

Wege aus der Sprit-Preis-Krise (2.Teil)

— 07.03.2002

Die Technik des Sparens

Ob Schluckspecht oder genügsamer Spatz, entscheidet nicht nur die Fahrweise. Auch die Technik trägt ihren Teil dazu bei. Wir zeigen Ihnen, wie Sie Ihr Auto auf Sparkurs zwingen.

Motorinspektion hilft

Wir wollen sparen! Schon zum zweiten Mal. Wir entrümpelten unseren Mercedes 190 E. Kleiner Einsatz, großer Erfolg: Ein leer geräumter Kofferraum, erhöhter Reifenluftdruck und das Entfernen einiger Anbauteile senkten den Verbrauch des 190ers von 10,6 Litern auf 9,44 Liter. Weitere eineinhalb Liter sparten wir durch besonders schonende Fahrweise. Ergebnis: 8,04 l/100 km - die Marke, die es diese Woche zu unterbieten gilt.

Das sollte eigentlich kein Problem sein. Schließlich beeinflussen nicht nur Gewicht oder Luftwiderstand den Benzinverbrauch, auch schlecht gewartete Mechanik kostet den einen oder anderen Liter teuren Sprit. So läuft der 208.000 Kilometer alte 122-PS-Motor des Baby-Benz recht bescheiden. Langes Orgeln beim Start, ruckelnder Leerlauf und subjektiv müde 100 PS weisen weder auf eine optimale noch sparsame Verbrennung hin.

Abhilfe schafft eine Motorinspektion. Auf dem Prüfstand verkabeln die Mercedes-Mechaniker unseren Baby-Benz. Ergebnis des Tests: ein neuer Luftfilter, neue Zündkerzen. Außerdem wird die Motoreinstellung geprüft, der Zündzeitpunkt korrigiert. Denn nur mit richtig eingestellten Motordaten kann die Maschine sauber und damit effektiv verbrennen.

Altes Öl raus

Nächste Sparmaßnahme: Das alte, dicke Öl wird entsorgt, neues Leichtlauföl der Viskosität 0W-30 eingefüllt. Dieser Schmierstoff bietet besonders im Kaltlauf Verbrauchsvorteile. Denn er bleibt bei niedrigen Temperaturen dünner als herkömmliche Öle. Der Motor kann deshalb besonders in der Warmlaufphase leichter drehen. Und das spart Sprit. Logisch.

Neue Reifen runden unsere Bemühungen ab. Denn die alten, breiten 195er bremsen mit ihrer klebrigen Gummimischung das Sparvorhaben. Die jetzigen Michelin XH1 der Dimension 185/65 R 15 auf schmalen Stahlfelgen sind dagegen Leichtlaufreifen der neuesten Generation.

Und nach der Verbrauchsfahrt über die 160 Kilometer lange AUTO BILD-Teststrecke sind wir selber überrascht: 6,71 Liter fließen noch alle hundert Kilometer durch die Einspritzdüsen des alten 190ers. Bei sparsamer Fahrweise, versteht sich. Die Moral von der Geschichte: Autos brauchen Wartung. Dann bleiben sie bis ins hohe Alter genügsam.

Räder und Reifen

In den Autoreifen steckt ein enormes Sparpotenzial. Schon allein ein erhöhter Luftdruck senkt den Verbrauch. Grund: Der Reifen rollt leichter ab, das spart Kraft und somit Benzin. Moderner und noch besser können das Energiesparreifen. Sie sorgen für geringere Reibung zwischen Auto und Straße, ohne an Bremsleistung oder Seitenführungskraft zu verlieren. Die spezielle Gummimischung sorgt für guten Straßenkontakt bei geringem Abrollwiderstand.

Der von uns gewählte Michelin XH1 in 185 R 15 H kostet nicht mehr als vergleichbare konventionelle Reifen von Michelin, soll aber bis zu fünf Prozent Kraftstoff einsparen. Wir fuhren den Reifen zusätzlich noch mit erhöhtem Luftdruck (jeweils 3,0 bar). Dann liegt die Ersparnis noch etwas höher. Natürlich rechnet sich bei Reifenpreisen über 220 Mark das Umstellen auf Spar-Pneus erst spät oder unter ungünstigen Umständen gar nicht. Wer dagegen sowieso neue Reifen braucht und nicht gerade unter den Tiefpreis-Marken sucht, sollte unbedingt auf Sparreifen umstellen.

Kosten-Kalkulation

Rund 1400 Mark hat uns der Werkstattaufenthalt inklusive der neuen Reifen gekostet. Nicht wenig angesichts einer Ersparnis von zirka 1,3 Litern/100 km. Das macht bei einem Spritpreis von 2,10 Mark und einer jährlichen Fahrleistung von rund 15.000 Kilometern genau 423 Mark per annum.

Somit würde sich diese Investition erst nach drei Jahren lohnen. Ganz anders sieht die Rechnung aus, wenn ohnehin neue Reifen (ca. 880 Mark) oder eine Motorinspektion fällig sind. Oder Selbermacher Zündkerzen und Luftfilter einbauen oder den Ölwechsel vornehmen. Unsere Kosten im Detail: Reifen pro Stück: ca. 220 Mark. Kerzen: 18 Mark. Öl und Filter: rund 120 Mark. Luftfilter: 32 Mark.

Diesen Beitrag empfehlen

Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.