Winterreifen-Test 2026: 225/45 R 18
12 Winterreifen für Kompaktsportler im Test
Zwölf Winterprofile, zwei potente BMW und ein Auftrag: Herausfinden, welche Reifen in der Dimension 225/45 R18 sportliche Kompaktwagen dynamisch und sicher durch den Winter bringen.
- Johann Gabriel-Jürgens
- Antonio Istvanic
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Für Fahrer von sportlichen Kompakten ist die Dimension 225/45 R18 ein gefragtes Reifenformat. Wenn das Thermometer langsam, aber sicher in Richtung Gefrierpunkt stürzt, stellt sich für Fahrer von BMW M240i, Alfa Romeo Giulia oder AMG CLA 45S unweigerlich die drängende Frage: Welcher Winterreifen liefert Fahrspaß, aber vor allem kompromisslose Sicherheit bei widrigen Straßenverhältnissen? Um das herauszufinden, hat AUTO BILD es mit zwölf Kandidaten in einer Preisspanne von 320 bis 760 Euro pro Satz auf Herz und Nieren getestet!
Das Wichtigste in Kürze
- Testsieger: Der Michelin Pilot Alpin 5 gewinnt den Test mit Bestleistungen auf Schnee, Nässe und trockener Fahrbahn.
- Erkenntnis: Die Top-Reifen von Michelin, Bridgestone und Goodyear liefern selbst auf leistungsstarken Kompaktwagen ein sehr hohes Sicherheits- und Fahrdynamikniveau.
- Warnung: Billigreifen können gefährlich werden: Der Leao fällt besonders mit einem inakzeptabel langen Nassbremsweg und schwachen Nässeeigenschaften negativ auf.
Der Michelin Pilot Alpin 5 fährt im Winterreifentest souverän zum Gesamtsieg und überzeugt mit einer beeindruckend ausgewogenen Performance auf allen Fahrbahnbelägen. Besonders auf Schnee setzt der Premiumreifen Maßstäbe: Er erzielt die höchste Traktion, die besten Bremswerte und gehört auch im Handling zur Spitze. Doch nicht nur bei winterlichen Bedingungen liefert der Michelin ab. Auf nasser Fahrbahn fährt er in der Spitzengruppe mit, während er auf trockener Strecke mit dem kürzesten Bremsweg und exzellenten Handling-Eigenschaften glänzt.
Damit zeigt der Pilot Alpin 5 kaum Schwächen und empfiehlt sich als echter Allrounder für leistungsstarke Kompaktmodelle. Der einzige Wermutstropfen ist der hohe Preis von rund 760 Euro pro Satz. Unterm Strich sichert sich der Michelin mit der Gesamtnote 1,2 verdient den Testsieg.
AUTO BILD hat die zwölf Winterreifen auf zwei unterschiedliche Testgeländen von Bridgestone durchgeführt. Die Schneeprüfungen fanden unter Dauerfrost im schwedischen Vidsel statt. Dort mussten sich die Reifen in den Disziplinen Traktion, Bremsen, Handling und Slalom beweisen. Als Testfahrzeuge kamen ein BMW M235i xDrive Gran Coupé sowie ein BMW M240i zum Einsatz, die beide serienmäßig auf der getesteten Reifengröße unterwegs sind.

Getestet wurden die Reifen auf zwei BMW-Modellen: M240i und M235i xDrive Gran Coupé.
Bild: Christoph Börries/ AUTO BILD
Nach den Schneetests wechselte das Testteam auf ein Prüfgelände im italienischen Aprilia, wo die Winterreifen auf nasser und trockener Fahrbahn bewertet wurden. Auf nasser Strecke standen unter anderem Bremsen, Aquaplaning, Kurven-Aquaplaning und Handling auf dem Programm, während bei Trockenheit Bremsweg, Handling, Rollwiderstand und Vorbeifahrgeräusch geprüft wurden.
Die Gesamtwertung setzt sich zu gleichen Teilen aus den Kapiteln Schnee, Nässe und Trockenheit zusammen. Sicherheitsrelevante Schwächen werden dabei durch einen Abwertungsfaktor besonders streng berücksichtigt.

Zwölf Winterreifen der Dimension 225/45 R18 traten zum Test an – von zwei Reifen müssen wir sogar abraten.
Bild: Christoph Börries / AUTO BILD
Für die zwölf aktuellen Winterprofile ist der AUTO BILD-Winterreifen-Test ein echter Härtetest – müssen sie doch mehr können, als sich nur durch Schnee zu wühlen. Während ihre Gummimischung bei Kälte flexibel bleiben soll, damit sich die Lamellen in den Profilblöcken mit Schneekristallen verzahnen und Grip aufbauen, sind Vollbremsungen und Handlingfahrten auf trockener Fahrbahn für eine solche Konstruktion die reine Tortur. Zudem müssen die Kandidaten auch bei Nässe nicht nur sicher, sondern auch präzise unterwegs sein. Wie Ihnen das gelingt, erfahren Sie hier:
Die Tests auf Schnee

Michelin und Bridgestone setzen beim Schneebremsen aus 50 km/h mit Spitzenwerten den Maßstab.
Bild: Christoph Börries / AUTO BILD
Der Pilot Alpin 5 von Michelin und der Bridgestone Blizzak 6 setzen im Schnee die Maßstäbe – und liefern, nur auf dieses Kapitel bezogen, als einzige Kandidaten eine "vorbildliche" Leistung ab. Dabei ist die nunmehr fünfte Generation des Alpin, mit Ausnahme des Slaloms, in allen Disziplinen hauchdünn vorn. Auch Goodyear, Hankook und Nokian sind auf schneebedeckter Fahrbahn "gut" unterwegs.
Der mit durchschnittlich 400 Euro pro Satz zweitgünstigste aller Kandidaten von Maxxis tut sich schon deutlich schwerer und schneidet in Summe am schwächsten, aber noch mit "befriedigend" ab – während sich der Falken beim Handling noch etwas unharmonischer zeigt und dort die langsamste Zeit setzt.
Der mit rund 320 Euro pro Satz angebotene und mit Abstand günstigste Reifen im Test von Leao sorgt zumindest bei den Winterdisziplinen für eine kleine Überraschung und erzielt "gute" Leistungen, mit denen er Falken und Maxxis schlägt.
Die Tests bei Nässe

Als einziger Kandidat schlägt der Pirelli beim Nassbremsen den als Referenz gemessenen Marken-Sommerreifen.
Bild: AUTO BILD
Auch auf nasser Fahrbahn zeigen Bridgestone und Michelin souveräne Fahrleistungen. Dazu gesellen sich der Goodyear Ultra Grip Performance 3 und der Pirelli Cinturato Winter 3, die in diesem Kapitel in der gleichen Liga spielen.
Ein echtes Ausrufezeichen setzt der Pirelli beim für die Sicherheit besonders relevanten Bremsweg: Als einziges Winterprofil bringt er den Testwagen früher zum Stehen als der für Vergleichszwecke mitgefahrene Sommerreifen eines Markenherstellers. Mit über elf Metern mehr entpuppt sich der Winter i*cept evo3 von Hankook hier als überraschend schwach und verbaut sich so trotz Spitzenleistungen beim Schutz vor Aquaplaning in der Gesamtwertung eine bessere Platzierung.
Mit einem noch längeren Bremsweg ist der Eurowinter HS02 PRO von Falken nur bedingt empfehlenswert. Einen Komplettausfall leistet sich der billige Leao aus China: Sein um 18,4 Meter längerer Bremsweg gegenüber dem Pirelli bedeutet fast vier Fahrzeuglängen mehr, ehe er den BMW zum Stehen bringt. Hier geht die Preisersparnis klar zulasten der Sicherheit.
Die Tests bei Trockenheit
Das Bremsen auf trockener Piste ist für Winterreifen sehr herausfordernd – Michelin setzt sich an die Spitze.
Bild: AUTO BILD
Auf trockener Fahrbahn brilliert der Michelin erneut: Beim Bremsweg ist er unschlagbar, und auch im Handling liegt er zusammen mit dem Bridgestone vorn. Damit setzt er sich final als Testsieger durch. Am nächsten kommt der Continental WinterContact TS 870P, der mit dem niedrigsten Rollwiderstand im Feld zudem das höchste Spritsparpotenzial bietet.
Dennoch zeigen insbesondere die Abstände zum Marken-Sommerreifen: Bei guten Straßenzuständen erreichen auch moderne Winterreifen nicht das Sicherheits- und Dynamikniveau von Premium-Sommerprofilen. Weshalb gerade Sportwagenfahrer im Frühling rechtzeitig einen Radwechsel einplanen sollten, sobald kein Frost mehr droht.
Was die Sicherheit auf trockener Fahrbahn im Winter anbetrifft, leistet sich erfreulicherweise keiner der zwölf Prüflinge einen groben Ausfall. Dennoch ist der Abstand der Premiumhersteller deutlich – ihre Profile sind den höheren Preis auch wert.
Winterreifen 225/45 R18 im Vergleich
Info: Bei Notengleichheit in der Bestenliste sortieren wir nach unseren internen Testergebnissen, in denen wir auf drei Nachkommastellen genau rechnen.
Gleich drei Kandidaten – von Michelin, Bridgestone und Goodyear – schneiden "vorbildlich" ab und sind die erste Wahl für den Winter. Wer sparen will, ist mit dem Dunlop gut bedient. Nicht empfehlenswert sind die Kandidaten von Falken und der billige Leao – Finger weg!
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