Der dicke Diesel hat Verspätung, kommt ein halbes Jahr nach den Benzinern, dem kleinen Diesel und dem Plug-in-Hybrid auf den Markt. Warum? Egal!
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X3 X3 40d xDrive

BMW X3 40d
Fakt ist: Hier fährt ein Kraftpaket vor, das mit seinem Reihensechszylinder-Diesel und M-Paket ein ebenbürtiger Konkurrent für den M50 ist. Doch dazu später mehr.

In den Abmessungen erneut gewachsen

Neben einer neuen Designsprache und neu interpretierten Scheinwerfern an Front und Heck sind auch die Außenmaße im Vergleich zum Vorgängermodell gewachsen. In der Länge misst der BMW X3 nun 4,76 Meter und 1,92 Meter in der Breite. Das sind jeweils knapp drei Zentimeter mehr als beim Vorgänger. Erstaunlich ist allerdings, dass die Innenmaße bezüglich der Ellbogenfreiheit für Fahrer und Beifahrer geschrumpft sind.
BMW X3 40d xDrive
Größer geworden: Im Vergleich zum Vorgänger hat der X3 in der Breite und in der Länge jeweils knapp drei Zentimeter zugelegt.
Bild: Thomas Starck / AUTO BILD
Das neue Innenraumkonzept des X3 ist der Grund für die verschwundenen Zentimeter. Zugegeben: Für die Insassen macht sich das beim Raumgefühl kaum bemerkbar. Unangenehmer ist jedoch der zeitgeistige Verzicht auf Schalter und Tasten. Besonders bei der Klimabedienung vermisst man sie schmerzlich. Jetzt wird gestrichen und getoucht, um warme oder kalte Luft in den Innenraum zu bringen.

Bedienkonzept mit Schwächen

Prinzipiell geht das Konzept auf. Die Slider – oder wie BMW sie nennt: die "Interaction Bar" mit Bedienfeld für die Warnblinkanlage und farbig abgesetzten Lichtelementen – reagieren zuverlässig auf Berührungen. Allerdings muss sich der Fahrer nach vorn beugen und auf dem Zentralmonitor verfolgen, wie sich die Temperatur verändert. Das lenkt vom Verkehr ab und ist nicht so charmant wie die Drehregler früherer Generationen.
BMW X3 40d xDrive
Zeitgeistig: Auch im X3 gibt es wenig echte Tasten und Schalter. Das alternative Sliden und Touchen lenkt mitunter vom Verkehr ab.
Bild: Thomas Starck / AUTO BILD
Umso erfreulicher, dass der iDrive-Controller in der Mittelkonsole geblieben ist. Darüber lassen sich viele Befehle komfortabel steuern. Allerdings muss man sich auch hier teils recht lange durch die Menüstruktur drehen. Da ist es besser, die gut funktionierende Sprachsteuerung mit dem Ruf "Hey, BMW" zu nutzen. Sie reagiert inzwischen sogar auf geflüsterte Anfragen – und antwortet im Flüsterton. Wer also schlafende Kinder im Fond hat, muss keine lauten Kommandos mehr geben.

Fahrzeugdaten

Fahrzeugdaten
Motor Bauart/Zylinder
Reihensechszylinder, Diesel
Hubraum
2993 cm³
Leistung
223 kW (303 PS) bei 4000/min
max. Drehmoment
670 Nm bei 1500/min
Antrieb/Getriebe
Allrad, 8-Gang-Steptronic
0-100 km/h
5,4 s
Vmax
245 km/h
Testverbrauch
6,6 l D/100 km
Test-CO2
175 g/km
Tankvolumen
60 l
Länge/Breite/Höhe
4755/1920-2132*/1660 mm
Radstand 
2865 mm
Sitzhöhe
700 mm
Kofferraumvolumen
570-1700 l
Leergewicht
2048 kg
Zuladung
572 kg
Anhängelast
2500 kg
Gewährleistung
3 Jahre
Preis
ab 70.400 Euro
Apropos Rückbank: Die bietet nicht nur Kindern reichlich Platz, auch Erwachsene sitzen hier bequem. Kopf, Knie und Füße finden ausreichend Raum. Dazu kommen 570 bis 1700 Liter Stauraum, abhängig von der Stellung der Rückbanklehne.

Beschleunigungsvermögen ist enorm

Egal ob leer oder voll beladen: Mit einer Systemleistung von 303 PS und einem maximalen Drehmoment von 670 Newtonmetern schiebt der knapp zwei Tonnen schwere X3 40d rennwagengleich an. Im besten Fall sprintet er in 5,4 Sekunden aus dem Stand auf Landstraßentempo. Am Ende sind 245 km/h drin – und der Weg dorthin fühlt sich leichtfüßig und unangestrengt an. Auf der Autobahn fährt man gern 180 km/h als Reisegeschwindigkeit.
BMW X3 40d xDrive
Geht sehr gut: Dank 303 PS und 670 Nm sprintet der X3 40d in 5,4 Sekunden auf Tempo 100. Maximal sind 245 km/h drin.
Bild: Thomas Starck / AUTO BILD
Der Reihensechszylinder mit 2993 Kubikzentimeter Hubraum arbeitet dabei so leise, dass Mitreisende feststellten: "Im 40d ist es nicht lauter als in einem E-Auto." Lediglich beim spontanen Beschleunigen meldet sich der seidenweich laufende Motor hörbar zu Wort – mit sportlichem Brummen in wohlklingender Tonlage.

Dieser Diesel ist so sportlich und zeigt so feine Manieren, dass sich selbst ein M50 warm anziehen muss.

Fahrdynamisch nah am X3 M50

Auch fahrdynamisch überzeugt der X3 40d: Das adaptive Fahrwerk vermeidet in Kurven gekonnt Wankbewegungen, und die variable Sportlenkung sorgt für präzises Einlenken mit wenig Bewegung am Lenkrad. Dazu kommen die steifere Karosserie, die verbreiterte Hinterachse und die Mischbereifung mit 285er-Pneus hinten und 255ern vorn auf 20 Zoll. Unterm Strich könnte der 40d damit sogar der bessere M sein. Die Unterschiede in der Beschleunigung zum M50 xDrive sind marginal. Beim Drehmoment liegt der Diesel mit 90 Newtonmetern mehr sogar vorn.
BMW X3 40d xDrive
Stabil: Das adaptive Fahrwerk eliminiert Wankbewegungen in Kurven, die variable Sportlenkung sorgt für präzises Einlenken.
Bild: Thomas Starck / AUTO BILD
Hinzu kommt ein vergleichsweise vernünftiger Verbrauch für ein 4,76 Meter langes SUV. Nach unseren Messungen flossen im Drittelmix 6,6 Liter Diesel durch die Leitungen. Mit dem 60-Liter-Tank sind somit locker 900 Kilometer ohne Stopp möglich. Damit ist der 40d in erster Linie ein komfortables Reiseauto. In der Stadt hingegen ist er mit seiner Breite von 1,92 Metern (mit Spiegeln 2,13 Meter) und einem Wendekreis von 12,2 Metern nicht immer praktisch.

Preisliste beginnt bei 70.400 Euro

Natürlich muss auch über den Preis gesprochen werden. Wer den Reihensechszylinder will, muss mindestens 70.400 Euro investieren. Die von AUTO BILD gefahrene Variante mit M-Paket und zahlreichen Extras schlägt mit 84.440 Euro zu Buche. Dafür gibt es reichlich digitale Unterhaltung: Apps wie Joyn, Tagesschau, ZDF, Spotify und sogar In-Car-Gaming sind an Bord. Ob das nötig ist, muss jeder selbst entscheiden. Mehr Relevanz hat der optionale "Driving Assistant Professional". Er ermöglicht teilautomatisiertes Fahren mit Spurwechselassistent, Streckenverlaufsregelung und aktiver Navigationsführung.
BMW X3 40d xDrive
Teures Vergnügen: Für den BMW X3 40d xDrive werden mindestens 70.400 Euro fällig. Unser Testwagen schlug mit 84.440 Euro zu Buche.
Bild: Thomas Starck / AUTO BILD
Dazu kommen Geschwindigkeitsregelung, Spurführungsassistent, Seitenkollisionsschutz, Vorfahrts- und Falschfahrwarnung sowie Querverkehrswarner. Auch Nothalte- und Rettungsgassenassistent gehören dazu. Auffällig: Die Systeme greifen präzise ein, ohne bevormundend zu wirken – ein Vorteil gegenüber vielen internationalen Wettbewerbern. Im Preis enthalten sind außerdem Head-up-Display, adaptive LED-Scheinwerfer sowie Sitzbelüftung und -heizung, auch hinten außen. Da verzeihen wir die Verspätung.

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BMW X3 40d xDrive
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BMW X3 40d xDrive im Test
Der BMW X3 40d ist mit seinem Reihensechszylinder ein hervorragendes Reiseauto, das bei Bedarf sportlich zupacken kann. Das Bedienkonzept ist nicht in allen Punkten gelungen, und für den hohen Preis wären bessere Materialien wünschenswert. AUTO BILD-Testnote: 2-