Die Formel 1 befindet sich derzeit nur vom Kalender her im tiefen Winterschlaf. Hinter den Kulissen dagegen geht es heiß her. Es wird die Zukunft geplant und nicht nur die nahe. Hintergrund: 2026 bringt die Formel 1 ein neues Antriebsreglement mit rund 50 Prozent Elektroanteil und Biosprit, der den Verbrennungsmotor befeuern soll. Das Konzept inklusive diverser Standardteile und einem Kostendeckel auch für Motoren soll neue Hersteller anlocken, allen voran den Volkswagen-Konzern.
Seit September 2021 berichtet AUTO BILD, dass Volkswagen die Königsklasse sowohl mit Audi als auch Porsche ins Auge gefasst hat. Mittlerweile kommen entsprechende Meldungen auch aus England. Der letzte Stand entspricht immer noch unserer Ursprungsmeldung: Audi will sich bei McLaren einkaufen und Porsche spannt als Motorhersteller mit Red Bull und AlphaTauri zusammen. Synergien sollen dadurch entstehen, dass beide Volkswagen-Schwestern denselben Hybrid-Motor verwenden.
Bei Audi ist nach Informationen von AUTO BILD verbrieft: Die Verhandlungen mit McLaren über den Anteilskauf laufen. Dabei geht es neben der Formel 1 auch um den Teil der britischen Automobil-Gruppe, der die Serien-Sportwagen baut. Die Ingolstädter wollen sowohl auf der Rennstrecke als auch mit flotten Flitzern für die Straße Nachhaltigkeit und Image-Politur verbinden.
McLaren gehört aktuell mehrheitlich der Bahrain Mumtalakat Holding Company (56 Prozent), dem Investmentarm des Königshauses von Bahrain. 
Am Rande der Rallye Dakar wurde Entwicklungsvorstand Oliver Hoffmann auch zur Formel 1 befragt.
Am Rande der Rallye Dakar in Saudi-Arabien (Audi holte schon einen Etappensieg mit dem neuen Audi RS Q e-tron) wurde Audis Entwicklungsvorstand Oliver Hoffmann zur Formel 1 befragt. Dementiert hat er die Pläne nicht. „Wir wollen mit unseren Motorsport-Projekten überraschen“, sagt er unter anderem zu AUTO BILD. „Die Dakar macht wegen des innovativen und progressiven Antriebs-Konzepts für uns als Marke Sinn. Wir fahren hier mit Elektromotoren und einem Energiewandler (2-Liter-Vierzylinder-Turbo aus der DTM; d. Red.) lange Strecken durch die Wüste. Ab 2023 sind wir auch wieder in Le Mans (mit einem LMDh-Prototypen; d. Red.) am Start. Was in Zukunft noch kommt, werden wir sehen.“
Dann der entscheidende Nachsatz: „Die FIA hat ein paar gute Entscheidungen hinsichtlich der Zukunft der Formel 1 getroffen, auch die letzte Saison war schon sehr interessant. Jetzt fokussieren wir uns zunächst aber auf die Dakar und auf Le Mans.“
Allein: Formel-1-Chef Stefano Domenicali erwartet schon bald einen finalen Entschluss, der noch vom Konzern-Vorstand abgenickt werden muss. Der Italiener bestätigte: „Ich denke, dass uns ein wichtiger Monat hinsichtlich der Entscheidung der Volkswagen-Gruppe bevorsteht. Ein Einstieg wäre großartig, aber ich kann nicht im Namen von VW sprechen.“
Trotzdem hat er ein wichtiges Argument für seine Rennserie parat: „Unser nachhaltiges Benzin, das wir parallel zu neuen Hybridmotoren mit einem höheren Elektroanteil einsetzen wollen, kann ihnen (VW; d. Red.) einen zweiten Weg neben der Elektromobilität eröffnen.“
Es scheint nur noch eine Frage der Zeit, wann Audi mit der nächsten guten Motorsport-Nachricht überrascht …

Von

Bianca Garloff