Manthey-Racing hat das kürzeste 24h-Rennen auf dem Nürburgring aller Zeiten gewonnen. Matteo Cairoli, Michael Christensen und Kevin Estre drehten im neongelben Porsche 911 GT3 R (6,2-Liter-V8-Saugmotor, bis 540 PS) lediglich 59 Runden, nachdem das Rennen in der Nacht wegen Nebels für mehrere Stunden unterbrochen wurde. Die Marke von 76 Runden aus dem Jahr 1992 wurde damit deutlich unterboten.
Regenchaos, Nebel, Unfälle: 24h-Rennabbruch am Nürburgring
Das Manthey-Trio pilotierte den "Grello" nahezu fehlerfrei durch die Grüne Hölle. Ein leichter Einschlag am Samstagabend blieb ohne Folgen, sodass der Porsche mit einem Vorsprung von 8,8 Sekunden vor dem BMW M6 GT3 (4,4-Liter-V8-Biturbo, 530 PS) von Rowe Racing triumphierte. Für den Rennstall aus Meuspath ist es bereits der siebte Gesamterfolg beim legendären Eifel-Klassiker. Der Mercedes-AMG GT3 (6,2-Liter-V8-Saugmotor, bis 540 PS) vom Mercedes-AMG Team GetSpeed komplettierte das Podium.
Vor allem Kevin Estre, der den Start im Manthey-Porsche absolvierte, überzeugte mit einer starken Leistung und kämpfte sich schon in der Anfangsphase vom elften Platz an die Spitze. Selbst Starkregen, zahlreiche Unfälle und die mehrstündige Rennunterbrechung von 21:30 Uhr am Samstagabend bis 12 Uhr am Sonntagmittag konnten das Trio nicht stoppen. "Es ist unglaublich, mir fehlen die Worte", jubelte Estre. "Es war ein so hartes Rennen, sehr intensiv. Ich habe alles gegeben, es war sehr schwer, ohne Fehler durchzukommen. Ich bin irre stolz auf dieses Team."

BMW verpasst Titelverteidigung

Rowe Racing konnte den Vorjahressieg nicht wiederholen
Rowe Racing konnte den Sieg aus dem Vorjahr nicht wiederholen. Der BMW M6 GT3 mit der Startnummer 1, der am Freitag die Pole-Position erzielte, musste am Sonntagmittag mit einem technischen Defekt abgestellt werden. Alle Hoffnungen beruhten in der Schlussphase auf dem Schwesterauto, das von Connor De Phillippi, Sheldon van der Linde sowie den DTM-Champions Marco Wittmann und Martin Tomczyk pilotiert wurde. Das Quartett scheiterte um weniger als zehn Sekunden am Sieg und belegte die zweite Gesamtposition.
Auf dem dritten Rang kam der Mercedes-AMG GT3 vom Mercedes-AMG Team GetSpeed ins Ziel. Damit landeten drei unterschiedliche Marken in den Top Drei. Maximilian Götz, Daniel Juncadella und Raffaele Marciello hielten die Mercedes-Farben aufrecht. Der beste Audi R8 LMS (5,2-Liter-V10-Saugmotor, 512 PS) wurde auf der fünften Position gewertet.
Alle Hersteller waren im hart umkämpften Rennen von Problemen und Schwierigkeiten betroffen. Die beiden Frikadelli-Porsche, die als Favoriten gehandelt wurden, schieden nach Kollisionen aus. Auch Maro Engel, der mit seinem Mercedes-AMG GT3 vom Haupt Racing Team auf aussichtsreicher Position lag, schlug heftig in die Reifenstapel ein. Ebenso waren Audi und BMW von den Ausfällen vieler Top-Favoriten betroffen. Das 24h-Rennen hat sich trotz der Kürze abermals von seiner harten Seite gezeigt.
Das Jubiläum, die 50. Ausgabe des ADAC TOTAL 24h-Rennen auf dem Nürburgring, findet vom 26. bis 29. Mai 2022 statt – mit Fans und hoffentlich in voller Länge!

Von

Sönke Brederlow