Ein 24-Stunden-Rennen ist für einen Fahrer schon eine Tortur, mit wenig Schlaf, viel Action und körperliche Anstrengung. Aber auch ein Teamchef muss permanent wachsam sein. Und jetzt beim 24-Stunden-Rennen von Spa war Timo Bernhard beides – in Personalunion. Er setzte einen Porsche 911 GT3 R (4,0-Liter-Sechszylinder-Boxer, ca. 500 PS) mit seiner eigenen Mannschaft Team 75 Bernhard ein. Neben Laurens Vanthoor und Earl Bamber saß er dabei selbst am Steuer.
„Graue Haare kriegst du bei beidem“, scherzt der Saarländer. „Du brauchst bei beidem dieselben Attribute. Du musst ein Stück weit Egoist, aber auch Teamplayer sein und Durchsetzungskraft haben.“
24h Spa
Das Bernhard-Team lag lange Zeit in der Führungsriege des Rennens, dann kam ein unerwarteter Crash
Das Bernhard-Team ist ein echtes Familienteam. Im Hintergrund zieht Bernhards Vater Rüdiger die Fäden. „Mit ihm hat die ganze Rennsporthistorie meiner Familie begonnen“, erklärt der Junior in AUTO BILD MOTORSPORT, als Heft in AUTO BILD seit heute im Zeitschriftenhandel erhältlich. „Er ist auch jetzt im Team eine wichtige Stütze. Ohne ihn hätte ich das nie gemacht.“ 2010 gründeten sie das Team in der deutschen Rallye-Meisterschaft, weiteten es danach in den Porsche Carrera Cup und 2016 ins GT Masters aus (vier Siege in der Debütsaison!).
Das Fernziel? Bernhard: „Ich würde gern eines Tages ein volles Werksteam sein. Aber ich habe gelernt, dass der Sport sehr kurzlebig ist und man nicht lange planen kann.“ Auch bestimmte Fahrer hat er schon im Auge: „Sebastian Vettel wäre natürlich genial. In zehn Jahren mache ich ihm ein Angebot.“