53. Verkehrsgerichtstag: Promillegrenze für Radfahrer
Dobrindt gegen neue Regelung

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Experten fordern eine Senkung der Promillegrenze für Radfahrer auf 1,1 Promille. Verkehrsminister Dobrindt lehnt eine strengere Regelung jedoch ab.
(dpa/mas/sb) Geht's den Radlern jetzt wirklich an die Flasche? Immer wieder ist die relativ hohe Promillegrenze von 1,6 für Radfahrer Anlass zu Diskussionen, zuletzt im Mai 2013 auf der Innenministerkonferenz – hier forderten die Minister eine Absenkung auf 1,1 Promille. Beim 53. Verkehrsgerichtstag (VGT) im niedersächsischen Goslar (28. bis 30. Januar 2015) soll das Thema "Radfahrer und Alkohol" eine zentrale Rolle spielen. Doch bereits im Vorfeld der Tagung hat Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt die von Experten geforderte niedrigere Promillegrenze für Fahrradfahrer strikt ab. "Schon heute machen sich alle Fahrradfahrer strafbar, die Alkohol getrunken haben und nicht mehr in der Lage sind, sich sicher im Straßenverkehr zu bewegen", sagte der CSU-Politiker heute (28. Januar 2015) der "Passauer Neuen Presse". Wichtiger sei eine "verstärkte Aufklärung".
Promillegrenzen für Radler im Ausland

Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt ist gegen ein niedrigere Promillegrenze für Fahrradfahrer.
Bild: dpa
Bei 0,8 Promille ist die Reaktionsfähigkeit verzögert

Würde der Gefährdungsgrenzwert auf 1,1 Promille abgesenkt, gäbe es laut ADFC weniger Unfälle.
Deutscher Anwaltsverein will keine neue Regel
Doch es gibt noch weitere Gegenstimmen: Der Deutsche Anwaltverein (DAV) beispielsweise lehnt neue Promille-Grenzen für Radfahrer ab. "Wer alkoholisiert Auto fährt, gefährdet massiv Leib und Leben Dritter", sagt Jörg Elsner. Vorsitzender der DAV-Arbeitsgemeinschaft Verkehrsrecht. "Wer alkoholisiert Fahrrad fährt, gefährdet in aller Regel nur sich selbst."
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