Neuer Audi A7 Sportback im Test

Neuer Audi A7 Sportback im Test

A7 Sportback: erster Test

Neuer A7: schön, schnell und souverän

Der neue Audi A7 Sportback sieht verdammt gut aus. Im ersten Test muss der Ringträger zeigen, was hinter der schönen Fassade steckt.
Zur Begrüßung veranstaltet der A7 Sportback eine krasse Lightshow: Entriegelt man das Auto, läuft zeitgleich Licht im Band zwischen den Heckleuchten herum, die Scheinwerfer funkeln wild. Doch die Inszenierung wäre gar nicht nötig, eine eindrucksvolle Erscheinung ist der neue A7 auch so. Tief hängt der Grill über der Straße, glatt gespannt sind die Karosserieflächen und scharf die Kanten gezogen.

Die Positionierung des Bildschirms war früher besser

Video: Audi A7 (2018)

Audi A7: Alt gegen Neu

Im Cockpit glänzt und funkelt es, dass es nur so eine Freude ist. Besonders fallen zwei große Touchscreens auf, die den bisher eingebauten Dreh-Drück-Steller und (fast) alle anderen Tasten und Schalter ersetzen. Die Bildschirme bieten grafisch und technisch absolute Oberklasse, drückt man auf die jeweiligen Funktionen, spürt man einen Druck, und es klackt leise. Eindrucksvoll, doch die Frage muss erlaubt sein: Warum schafft man eigentlich real existierende Schalter ab, um sie dann virtuell auf den Touchscreen zu projizieren? Und der Navi-Bildschirm (10,1 Zoll beim MMI-Navi für 2200 Euro) liegt zu tief – anders als früher, als das versenkbare (!) Display weit oben und direkt in der Sichtachse des Fahrers lag. Mit dem unteren 8,6-Zoll-Touchscreen wiederum lässt sich vor allem die Klimaautomatik bedienen – auch das funktioniert gut.

Audi übertreibt es etwas beim Bedienkonzept

Kühl, technisch, modern: Im Cockpit locken viel Hochglanz und zwei große Berühr-Bildschirme.

Aber wieso brauche ich dazu eigentlich einen riesigen Touchscreen? Wie wäre es mit drei – bei Bedarf bedampften und vierfach geschliffenen – Drehreglern, die denselben Zweck erfüllen? Aber gut, der Berührbildschirm dient auch zum Schreiben – zum Beispiel zur Zieleingabe fürs Navi, und das klappt wiederum bestens. Platz bietet der A7 jede Menge, er fühlt sich luftig und weiträumig an, angesichts seiner gewaltigen Dimensionen mit knapp fünf Meter Länge und 1,91 Meter Breite nicht weiter überraschend. Im Fond sitzt man jedoch etwas flach über dem Boden. Klar, Audi hat die Rückbank tief montiert – zu viel Kopffreiheit gibt es wegen des nach hinten abfallenden Dachs dennoch nicht. Ein Tribut an die hochelegante Form. A7 50 TDI steht am Heck, da kommt beim unbefangenen Beobachter doch richtig Freude auf: ein 5,0-Liter-Diesel, toll, oder?
Doch denkste, Audi verzichtet neuerdings auf Hubraumangaben, Ziffern zwischen 30 und 70 stehen für die Leistung des jeweiligen Motors in Kilowatt. 30 für 81 bis 96 kW, 35 für 110 bis 120 kW und so weiter, die 50 bedeutet eben 210 bis 230 kW. Alles klar so weit?

Der A7 bewegt sich geschmeidig und mühelos

Souveräner Gleiter: Der Dreiliter-Diesel des A7 schüttelt seine Leistung ganz lässig aus dem Ärmel.

Nun ja, unter der Haube steckt jedenfalls der 3,0-Liter-V6 mit 286 PS, und der kann heißen, wie er will, er ist ein wunderbares Triebwerk. Stark, laufruhig, angenehm kernig klingend, dabei stets leise. Eines dieser Aggregate, die die Leistung lässig aus dem Ärmel schütteln, dabei aber nie angestrengt wirken. Und die schnelle Achtstufenautomatik spielt gut mit. Der A7 bewegt sich geschmeidig und mühelos. Er ist, nein, kein eiliger Sportler, sondern bleibt stets gelassen. Schnell, souverän und komfortabel, mit der Allradlenkung (1900 Euro) bemerkenswert handlich, sehr gelungen. Ob die Luftfederung (1990 Euro) wirklich sein muss, kann erst ein Vergleich mit dem Standard-Fahrwerk klären. Sie meistert lange Wellen jedenfalls souverän, reagiert auf kleine Unebenheiten oder schnell aufeinanderfolgende Querfugen aber leicht nervös. In der Liste steht der A7 50 TDI quattro mit einem Grundpreis von 66.300 Euro – auch das ist eindrucksvoll.

Fahrzeugdaten Audi
Modell A7 Sportback 50 TDI quattro
Motor V6, Turbo
Einbaulage vorn längs
Ventile/Nockenwellen 4 pro Zylinder/4
Nockenwellenantrieb Kette
Hubraum 2967 cm³
kW (PS) bei 1/min 210 (286)/3500
Nm bei 1/min 620/2250
Vmax 250 km/h
Getriebe Achtstufenautomatik
Antrieb Allradantrieb
Bremsen vorn/hinten Scheiben/Scheiben
Testwagenbereifung 255/40 R 20 Y
Reifentyp Michelin Pilot Sport 4
Radgröße 8,5 x 20"
Abgas CO2 147 g/km
Verbrauch* 6,2/5,2/5,6 l
Testverbrauch
Sportverbrauch** 11,1 l/100 km
Testrunde*** 7,9 l/100 km
Sparverbrauch**** 6,2 l/100 km
Tankinhalt 63 l/Diesel
SCR-Kat/AdBlue-Tank S/12 l (24 l optional)
Kältemittel R1234yf
Vorbeifahrgeräusch 69 dB(A)
Anhängelast gebr./ungebr. 2000/750 kg
Kofferraumvolumen 535 l
Länge/Breite/Höhe 4969/1908–2118/1422 mm
Testwagenpreis 78.490 Euro
* innerorts/außerorts/gesamt auf 100 km (Herstellerangabe); ** 54 km Autobahn, davon 20 km Vollgas; *** Durchschnitt der 155-km-Testrunde von AUTO BILD; **** 101 km Stadt und Land mit wenig Gas

Messwerte Audi
Beschleunigung
0–50 km/h 2,0 s
0–100 km/h 5,6 s
0–130 km/h 9,1 s
0–160 km/h 14,0 s
0–200 km/h 23,8 s
Zwischenspurt
60–100 km/h 3,1 s
80–120 km/h 3,8 s
Leergewicht/Zuladung 2044/491 kg
Gewichtsverteilung v./h. 54/46 %
Wendekreis links/rechts 11,3/11,6 m
Bremsweg
aus 100 km/h kalt 35,2 m
aus 100 km/h warm 34,0 m
Innengeräusch
bei 50 km/h 56 dB(A)
bei 100 km/h 63 dB(A)
bei 130 km/h 66 dB(A)
Testverbrauch – CO2 7,9 l – 209 g/km
Reichweite 800 km

Dirk Branke

Dirk Branke

Fazit

Hinter der Fassade des neuen A7 steckt jede Menge Technik, die souverän zusammenspielt. Der Audi hat viel Platz, ist hochwertig und modern eingerichtet. Er fährt sich agil, unaufgeregt und entspannt. Und außerdem sieht er verdammt gut aus. Finden zumindest wir.

Autoren: Dirk Branke, Mirko Menke

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