Abschlepp-App im Test

Abschlepp-App im Test

Wie gut ist die Myschlepp-App?

Schnelle Pannenhilfe zu Festpreisen, das verspricht die Myschlepp-App. Was sie tatsächlich kann, hat AUTO BILD getestet – nach einer echten Motorpanne!
Nichts geht mehr. Der An­lasser des BMW 320i, Baujahr 1998, dreht müde und ohne Kraft, der Youngtimer springt nicht an. Das Auto muss in die Werk­statt, aus eigener Kraft ist das aber unmöglich. Ein Abschleppwagen muss her! Und das am besten so schnell wie möglich. Sonst platzt die geplante Fotoproduktion für AUTO BILD. Wer nicht Mitglied von ADAC, AvD oder ACE ist und auch keine Pannenversicherung besitzt, müsste jetzt Ab­schleppfirmen in der Nähe recherchie­ren, einzeln abtelefonieren, Angebote einholen und vergleichen. Mögliche Alternative: die Smart­phone-App MyschleppApp. Doch wie praktisch und schnell ist das Miniprogramm fürs Handy? Wir haben es ausprobiert – ein spontaner Praxistest, aus der Not geboren.

Die Myschlapp-App im Praxistest

Erster Versuch – 10.30 Uhr: Die App verspricht eine Vermittlung zu einem Abschlepper in der Nähe in­nerhalb von fünf Minuten. App geöff­net, Standort, Fahrzeuggröße und Kontaktdaten eingegeben und die An­frage verschickt. Die Eingabe dauert knapp eine Minute. Die App ist einfach und klar aufgebaut. Auf den ersten Blick alles super. Anschließend erhält man direkt eine Bestätigungs-SMS, dass der Auftrag übermittelt wurde. Jetzt heißt es warten. 
10.35 Uhr: Neue Nachricht in der App: "Leider konnte Ihre Anfrage nicht vermittelt werden.“ Was? Das geht ja gut los. Mitten in Hamburg an einem Dienstagmorgen soll es keinen freien Abschlepper geben? Kann nicht sein. So schnell geben wir nicht auf. 
Zweiter Versuch – 10.40 Uhr: Anfrage übermittelt. Bestätigungs-SMS erhalten. Warten. 
10.45 Uhr: "Leider konnte Ihre Anfrage nicht vermittelt werden.“ Schon wieder. Langsam werde ich sau­er. Bin kurz davor, den Test abzubre­chen. Gerade in der Hamburger City sieht man Abschlepper immer und überall. Okay, ein Versuch noch. 
Dritter Versuch – 10.50 Uhr: Anfrage übermittelt. 

Die ersten zwei Versuche scheiterten. Beim dritten Versuch, 25 Minuten später, wurde die Pannenhilfe erfolgreich vermittelt.

10.55 Uhr: "Ihre Anfrage wurde vermittelt.“ Endlich, geht doch. Ob­wohl schon fast eine halbe Stunde ver­gangen ist, habe ich einen Abschlepp­wagen vermittelt bekommen. Mit der Benachrichtigung werden auch die Kontaktdaten (Name, Adresse, Tele­fonnummer) des Pannenhelfers über­mittelt. Jetzt heißt es wieder warten, bis sich der Helfer in der Not telefo­nisch bei mir meldet. 
10.58 Uhr: Drei Minuten später ruft Herr Tozlu vom Ab­schleppdienst Hansa Hamburg zurück. Und schon wartet die nächste Überraschung. Auf die Frage, wie lan­ge ich denn warten müsse, antwortet der Abschlepper: "In drei Stunden könnte ich bei Ihnen sein. Habe vorher noch eine andere Tour." Wie bitte? Das dauert mir zu lange, ich bitte ihn um einen schnelleren Service. 
11.03 Uhr: Erneuter Rückruf. Nach kurzer Bedenkzeit verspricht er, in 30 Minuten vor Ort zu sein. Das nen­ne ich Service, denn dafür bricht er eine bereits angetretene Tour ab. Zu­dem fragt er nach dem Ziel und nennt mir die Kosten in Höhe von 119 Euro. 
11.32 Uhr: Herr Tozlu teilt mir telefonisch mit, er sei noch zwei Kilometer von mir entfernt. 
11.40 Uhr: Im Einbahnstraßen­gewirr braucht der Abschlepper kurz am Telefon meine Hilfe, um den Weg zum defekten Auto zu finden. 
11.45 Uhr: Der Abschlepper ist da. Dann geht alles sehr schnell. Ob­wohl Herr Tozlu nur ein Fahrzeug mit Rampe mitgebracht hat, schafft er es, in der engen Einbahnstraße den 3er in wenigen Minuten aufzuladen. Auf der Fahrt zur Werkstatt um die Ecke erzählt der freundliche Fahrer, der jah­relang für den ADAC gefahren ist: "Ich werde zunehmend über die App ge­bucht. Das geht viel schneller als über Callcenter."
Natürlich ist es auch möglich, als Mitglied eines Autoclubs oder als Pan­nenschutzbrief-Inhaber die Fahrt über die Myschlepp-App abzurechnen. Die Festpreise der App sind oft günstiger. Und sehr übersichtlich und transpa­rent nach Tagen, Uhrzeit und Entfer­nung gegliedert. 
12.00 Uhr: Endlich rollt der BMW von der Rampe. Herr Tozlu hilft noch schnell beim Schieben. Die Rechnung wird bar bezahlt. Und schon ist der nette Abschlepper weg! 

Das steckt hinter der Myschlapp-App

Seit Mitte 2016 gibt es die kosten­lose App. Die Idee: eine schnelle und transparente Vermittlung zwischen Kunde und Abschleppunterneh­men. Heute sind deutschlandweit 968 Pannendienste angemeldet. Damit stehen 8326 Einsatzfahr­zeuge zur Verfügung. Bisher hat die App 25.687 Pannen vermittelt. Die Preise sind fest und nach Ent­fernung, Uhrzeit und Wochentag gestaffelt. Die günstigste Fahrt für Selbstzahler kostet ab 119,90 Euro. 
Weitere Pannen-Apps:
Pannenhilfe per Smart­phone bieten neben den Apps der Au­tomobilclubs ADAC, AvD und ACE auch der rein digitale Autoclub JimDrive und der Verband der Ber­gungs- und Abschleppunternehmen (VBA) an. Die Apps für iOS und Android sind kosten­los, es kön­nen aber Beiträge für Mitglied­schaften entstehen. Hier gibt es weitere Informationen zum Thema Auto abschleppen.

So funktioniert die Abschlepp-App

MySchleppApp aus dem Appstore von Apple oder Google auf das Smartphone laden und öffnen: 1. Standort eingeben. 2. Fahrzeug­größe, zum Beispiel Pkw bis 2,8 t, übermitteln. 3. Kontaktdaten (Name, Telefonnummer, Modell, Kennzeichen) angeben. Anschließend eine kostenlose und unverbindliche Anfrage an die Abschlepper in der Umgebung versenden. 4. Bestäti­gung, dass die Anfrage vermittelt wurde. Danach erhalten Sie einen Anruf der Abschleppfirma. 
Fazit von AUTO BILD-Redakteur Bendix Krohn: "Der Praxistest hat gut funktioniert. Auch wenn die Aufträ­ge nicht sofort vermittelt wer­den – einfach weiter versu­chen! Die App ist übersichtlich ge­staltet, die Preise sind handels­üblich. Eine gute Alternative zu Automobilclubs."
Sehen Sie in der Bildergalerie, wie die Abschlepp-App funktioniert und erfahren Sie, welche Alternativen es gibt!

Abschlepp-App im Test

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