Die Dieselkrise streift den deutschen Autofahrer hart, ist doch sein liebstes Kind, der selbstzündende Kombi, in besonderem Maße betroffen. Einst Garant für niedrigen Verbrauch und hohen Werterhalt, schmelzen die Gebrauchtpreise für Dieselmodelle aktuell wie Softeis in der Sonne. Und auch bei den Neuzulassungen ist der Selbstzünder massiv eingebrochen. Erleben wir bis zum endgültigen Durchbruch des Elektroautos also eine Renaissance des guten alten Ottomotors, auch und gerade in den klassischen Dieseldomänen der Kombis, Vans und SUVs?

Der bärenstarke Abt ist alles andere als ein Säufer

Abt Octavia Combi RS TSI
Vergleichsweise sparsam: Auf unserer Testrunde begnügte sich der 315-PS-Kombi mit 8,9 Litern/100 km.
Von uns aus gern, denn der bei Abt Sportsline von 230 auf 315 PS getunte Octavia Combi RS beweist, dass Nutzwert und starker Benziner sehr gut zusammenpassen. Um es nämlich gleich vorwegzunehmen: Mit seinem Testverbrauch von 8,9 Liter Super Plus auf 100 Kilometer ist er angesichts des Gebotenen recht genügsam – immerhin enthält unsere Verbrauchsrunde einen Vollgasanteil von fast 15 Prozent. Aufgrund der Volllastanreicherung (die ein Diesel nicht hat) steigt hier der Verbrauch eines Turbobenziners normalerweise überproportional – der Zweiliter-TSI fettet hier von Haus aus jedoch nur sehr wenig an. Im Übrigen sind exorbitante Volllastverbräuche von aufgeladenen Benzinern ein typisch deutsches Phänomen – in tempolimitierten Ländern ist es weit weniger bekannt.

Änderungen am Fahrwerk sorgen für Kurvenspaß

Abt Octavia Combi RS TSI
Agil und ohne große Seitenneigung: Der Kombi kann es auch ums Eck – dank Sportstabis und Tieferlegung.
Der Nutzwert des Octavia Combi ist jedenfalls unbestritten: Vier Personen haben auf exzellenten Sitzgelegenheiten reichlich Bewegungsfreiheit, beim Ladevolumen fährt der Tscheche mit 610 bis 1740 Liter sogar schon in der nächsthöheren Klasse. Was ihn aber noch lange nicht zur gemütlichen Couch-Potato macht: Trotz starker Traktionsprobleme hechtet der Abt in 6,3 Sekunden von 0 auf 100 km/h – das sind sechs Zehntel weniger, als das Werk für das Serienmodell mit Doppelkupplungsgetriebe angibt. Der Beschleunigungsdrang endet erst bei 252 km/h (Serie: 245 km/h), was angezeigten 265 km/h entspricht. Auch querdynamisch ist der Abt Octavia flott unterwegs: Dank Sportstabilisatoren und Tieferlegungsfedern – beim Testwagen mit den werksoptionalen Adaptivdämpfern kombiniert – lenkt der Combi agil und ohne große Seitenneigung ein und legt ein weitgehend neutrales Fahrverhalten an den Tag, wenngleich die flach geflankten Conti-Reifen nicht ganz den endgültigen Grip bieten.Obwohl die Abt-Federn gegenüber der Serie deutlich straffer ausfallen, ist der Federungskomfort zumindest in den Fahrmodi Comfort und Normal noch akzeptabel. Abt hat die Zutaten also gut kombiniert; die für Leistungssteigerung, Fahrwerk und Räder aufgerufenen Preise sind allerdings selbstbewusst.

Fazit

Den von Haus aus sehr ausgewogenen Skoda Octavia Combi RS schärft Abt optisch wie technisch nach. Die Leistungssteigerung ist deutlich spür- und messbar, Tieferlegungsfedern und Sportstabilisatoren machen das Handling unmittelbarer. Die Einbußen beim Federungskomfort sind hinnehmbar, das Preisniveau liegt aber sehr hoch.