AC Schnitzer 545e xDrive im Test
Hybrid vom Tuner? Schnitzer kann es!

Jetzt geht's los! Die Tuner packen auch die elektrifizierten Autos an. AC Schnitzer tastet sich vorsichtig heran und startet mit einem Hybrid. Die Aachener haben am BMW 545e die Systemleistung erhöht und optisch nachgewürzt. Aber fährt so was sportlich? Macht das Spaß? Wir haben uns den Fünfer mal zur Brust genommen.
Bild: Lena Willgalis / AUTO BILD
Keine Sorge, es tut nicht weh. So ähnlich war das, als uns dieser BMW 5er von Tuner AC Schnitzer zu einer Testfahrt angeboten wurde. Was sollen wir denn bitte mit einem 545e anfangen? 394 PS Systemleistung bei zwei Tonnen Lebendgewicht.
Jeder, der sich etwas in Sachen Leistungsgewicht auskennt, der weiß, dass das nicht Spaß machen kann. Doch Schnitzer-Entwicklungschef Roman Fenners ließ nicht locker, schmierte uns immer mehr Butter und Marmelade aufs Brot. Man würde staunen, geradeaus zügig und Kurven kann er auch und so weiter.
Rundenzeit wohl auch noch? Nein, das wäre angeblich nichts für die Hybrid-Limo. Na ja, okay, lassen wir uns mal überraschen, und vielleicht macht das doch Spaß.

Rein elektrisch schafft der 545e 140 km/h. Reichweite? Wir haben 680 Kilometer ermittelt.
Bild: Lena Willgalis / AUTO BILD
Als dann wenig später die Limousine auf den Hof rollte, staunten wir nicht schlecht. Optisch sauschnell! Spoiler, Splitter, Schweller, alles perfekt aufeinander abgestimmt, ohne prollig zu wirken. Dazu traktorgroße AC3-Räder in 21 Zoll, bespannt mit 255er- und 295er-Michelin-Pellen.
Beim AC Schnitzer 545e xDrive kommen 109 PS vom E-Motor
Unter der Haube der allzeit bekannte B58-Dreiliter-Reihensechser, hier in einer gedrosselten Version mit 285 PS. Weitere 109 PS kommen vom Elektromotor, macht zusammen 394 PS. Das genügt normalerweise für wenig berauschende 4,6 Sekunden auf 100 und 250 km/h Topspeed. AC Schnitzer kennt den B58-Motor wie seine Westentasche, so war es also relativ einfach, dem eh schon gedrosselten Triebwerk noch mal 51 PS und 60 Newtonmeter freizuschalten.

Ein bisschen Schminke auch im Interieur. Pedalerie und iDrive-Cover in Schnitzer-Optik.
Bild: Lena Willgalis / AUTO BILD
Die erste Fahrt ging direkt zur Waage. Oh Schreck, 1018 vorn, 1020 Kilogramm auf der Hinterachse, viel zu viel Pfunde, dennoch perfekte Gewichtsverteilung. Man spürt, ehrlich gesagt, von der Masse reichlich wenig. Ein Phänomen heutzutage in unserer automobilen Welt. Das zusätzliche Gewicht der Batterie (Kofferraum) weiß dieser 5er mit seinem tiefergelegten Adaptivfahrwerk elegant zu kaschieren.
Fahrzeugdaten | AC Schnitzer 545e xDrive |
|---|---|
Motorbauart | R6 |
Aufladung | Biturbo |
Einbaulage | vorn längs |
Hubraum | 2998 cm³ |
kW (PS) b. 1/min | 327 (445)/5800 |
Literleistung | 148 PS/l |
Nm b. 1/min | 660/3500 |
Getriebe | 8-Stufen-Automatik |
Antriebsart | Allrad |
Maße L/B/H | 4963/2031/1453 mm |
Radstand | 2975 mm |
Tank-/Kofferraumvolumen | 46/410 l |
Normverbrauch/Strom • CO2 | 2,2 l/15,8 kWh/100 km • 49 g/km |
Testwagenpreis | 92.206 Euro |
Landstraßenübliche Unebenheiten schluckt der 5er auch mit 21-Zöllern souverän und sensibel. Und sogar vor Kurven drückt er sich nicht. Im Gegenteil, keine Spur von wilden Aufbaubewegungen oder Wanken, nein, die Aachener Limo kann man durchaus agil und handlich ums Rund zirkeln. Die etwas härteren Federn und die breiteren Reifen tragen sicherlich ihren Anteil dazu bei.
Von 0 auf 100 in 3,97 Sekunden
Sound? Maximal ab Werk durch die Lautsprecher. Den Sechszylinder hört man dank guter Dämmung kaum noch, einen Sportauspuff hat der Tuner wegen geringer Nachfrage gar nicht erst ins Programm aufgenommen.

Wie von AC Schnitzer gewohnt: viele Aero-Ideen für ein optisch perfektes Gesamtkonzept
Bild: Lena Willgalis / AUTO BILD
Kommen wir zu den harten Fakten, Beschleunigung und Verbrauch. Man mag es kaum glauben, doch das VBox-Messgerät ist unbestechlich. Mit ordentlich Boost-Hilfe und Launch Control vollzieht der 545e den Standardsprint auf 100 km/h in sage und schreibe 3,97 Sekunden. Auch die 15,0 Sekunden auf 200 sind aller Ehren wert. Keine Angst also vor den echten M! Auch Autobahnritte sind entspannt und zügig, die 250 schnell erreicht.
Wie sieht's an der Tanke aus? Gut! 6,8 Liter Super Plus und 9,5 kWh auf unserer Runde, bei wilder Hatz laufen auch mal bis zu 20 Liter durch. In Anbetracht der Fahrleistungen ist das Thema Hybrid dann doch ganz interessant, auch für uns!
Service-Links
