Die Frage nach dem Sinn hinter dem AC Schnitzer X6 M50d Falcon klären wir sofort. Ist es notwendig oder gar sinnvoll einen zu besitzen? Absolut nicht. Seine Daseinsberechtigung hat er trotzdem. Der X6 basiert auf dem X5, der mit Praxisnutzen und Reisekomfort besticht. Diese Qualitäten werden vom flachen X6-Kofferraum, den empfindlich tiefen Schürzen und den filigranen 22-Zöllern mit Reifen im Isolierbandformat erfolgreich eliminiert.

Den Diesel unter Haube macht Schnitzer zum sportlichen Muskel

BMW X6 M50d
Kraftpaket für den Donnervogel: Der Dreiliter-Triturbo erstarkt auf 430 PS und 840 Nm Drehmoment.
Bild: Ronald Sassen
Was aber bleibt, ja sogar noch verstärkt wird, ist dieser erhabene SUV-Charakter, den Außenstehende auch gern als dekadent bezeichnen. Im Falcon ist man ganz automatisch sehr zufrieden mit sich selbst. Dazu passt bestens der unaufgeregte und elastische Triturbodiesel, der schon serienmäßig eine Wucht ist und vollauf genügt. Da der Falcon aber nirgendwo nur genügend ist, packt Schnitzer noch 49 PS und 100 Nm drauf. Der Fahreindruck wird dadurch noch stämmiger. Wo ein Werks-X6 noch behände ums Eck geht, walzt der Falcon zwar ähnlich schnell, jedoch deutlich trampeliger um die Kurve. Neue Federn legen ihn tiefer, das Abrollverhalten wird straffer. Die Reifen sind bis zu 5 Zentimeter breiter als beim Serienauto. Trotz Leistungsplus entsteht so nicht unbedingt der Eindruck, viel schneller, dafür jedoch einfach unaufhaltbar unterwegs zu sein.Alles Tuning wird aber von einer kleinen Fernbedienung getoppt. Man könnte meinen, sie gehöre zu einer nachgerüsteten Zentralverriegelung. Falsch. Mit ihr lassen sich die sechs künstlichen Auspuffstimmen zu- und durchschalten. Sie intonieren keine sechs, sondern eher acht Zylinder, deren Timbre sich zwischen hochverdichtetem Stakkato à la Nascar und dem dumpfen Moll eines Schiffskutters bewegt, beim Hochdrehen dann aber nach Computerspiel klingt. So schließt sich der Kreis. Wählt man hier nicht auch immer die fetteste Karre?

Fazit

von

Andreas Jüngling
Der Sinn des Falcon erschließt sich nicht rational. So ein Auto hat keinen Nutzen. Besonders sportlich ist es auch nicht. Dennoch generiert es eine Form von Fahrspaß, die einzigartig ist. Es steht für das extragroße Eis mit Sahne, den dritten Nachschlag am Büfett, die zu laute Anlage bei offenem Fenster. Es bietet ein Ego-Verwöhnaroma, das glücklich macht.