Steilkurve, Hochgeschwindigkeitsgerade, enges Infield – so eine Rennstrecke gibt es in Deutschland nur in der südlichen Niederlausitz! Auf dem 3,478 km langen Lausitzring findet vom 10. bis 12. September das vierte (von sieben) Rennwochenenden des ADAC GT Masters statt. Heißt auch: Der Halbzeitmeister wird gekürt.
In der von Fans gern "Liga der Supersportwagen" genannten Serie geht es in diesem Jahr zum ersten Mal um den offiziellen Titel Deutsche GT-Meisterschaft. Das Rennen um die Meisetrschaft ist völlig offen. Die Top-Sechs der Gesamtwertung sind gerade Mal 15 Zähler voneinander getrennt. Nicht sonderlich viel, denn an jedem Rennwochenende können maximal 56 Punkte gesammelt werden.
Als Tabellenführer reisen der Bayer Michael Ammermüller und sein französischer Teamkollege, Porsche-Werksfahrer Mathieu Jaminet, in die Lausitz. Die zweimaligen Saisonsieger teilen sich das Cockpit im Porsche 911 GT3 R des Teams SSR Performance, sind für die beiden Rennen auf dem Lausitzring allerdings nur bedingt optimistisch. „Dort zählen wir bestimmt nicht zu den Favoriten. Wir werden trotzdem alles tun, unsere Spitzenposition zu verteidigen und wichtige Punkte zu sammeln“, sagt Ammermüller zu AUTO BILD.
Engste Verfolger sind Maximilian Buhk/Raffaele Marciello im Mercedes AMG GT3 des Mann-Filter Team Landgraf sowie das Audi-Duo Ricardo Feller und Christopher Mies (Land-Motorsport/). „Unser Audi R8 LMS sollte gut zu dieser Piste passen. Entscheidend für den Erfolg in den weitgehend langsamen Kurven ist das optimale Reifenmanagement. Unser Ziel sind zwei Top-Fünf-Platzierungen“, erklärt der 21-jährige Schweizer Feller. 
Seit zwei Jahren ist Lamborghini ohne Sieg im ADAC GT Masters. Das wollen die Tabellenvierten Mirko Bortolotti /Albert Costa Balboa im Huracán GT3 Evo (GRT Grasser Racing Team) ändern. Nur 14 Punkte hinter der Spitze liegen Jeffrey Schmidt und Marvin Kirchhöfer (Callaway Competition) mit der einzigen Corvette C7 GT3-R im Feld. Das Marken-Sextett an der Tabellenspitze komplettieren Nick Yelloly und Jesse Krohn. Das britisch-finnische Duo schaffte im BMWS M6 des Teams Schubert Motorsport bei allen Rennwochenenden dieser Saison den Sprung auf das Podium.
Fans haben erstmals seit 2019 wieder Zugang zum Fahrerlager, zum Pitwalk und zur Autogrammstunde. Die beiden Rennen werden am Samstag ab 16 Uhr und am Sonntag ab 12 Uhr live bei NITRO im Free-TV übertragen und im Livestream auf adac.de/motorsport.

Hyundai führt TCR-Wertung an

Im Rahmenprogramm wieder dabei ist auf dem Lausitzring auch die ADAC TCR Germany. Mit echten Vollgaswochen geht es in der spektakulären Tourenwagen-Serie nun Schlag auf Schlag. Drei Veranstaltungen innerhalb der nächsten vier Wochenenden versprechen viel Action. An der Spitze des Feldes hat sich nach bislang zwei absolvierten Rennwochenenden ein spannender Dreikampf um den Titel mit Fahrzeugen von drei unterschiedlichen Marken entwickelt.
Hyundai-Pilot Luca Engstler fuhr in bisher allen Saisonrennen der TCR aufs Podium und kommt als Tabellenführer an den Lausitzring.
Mit zwei Laufsiegen beim Saisonauftakt in Oschersleben, einem zweiten und einem dritten Platz sowie 118 gesammelten Meisterschaftspunkten führt Hyundai i30 N TCR-Pilot Luca Engstler die Tabelle an. Platz zwei belegt mit 99 Zählern der Italiener Eric Scalvini (Wimmer Werk Motorsport) im Cupra Leon Competición TCR vor dem Sachsen Dominik Fugel (Honda ADAC Sachsen), der in seinem Honda Civic TCR bisher 94 Punkte einfuhr.
Für Engstler werden es die ersten Rennen im Hyundai i30 N TCR auf dem Lausitzring sein. Die Strecke kennt er nur aus seiner Zeit in der ADAC Formel 4. „Ich habe mich aber im Simulator auf das Wochenende vorbereitet und viele Daten sowie Videos studiert. Dem Hyundai sollte der Lausitzring ganz gut liegen. Mein Ziel ist deshalb klar: Ich möchte meinen Punkte-Vorsprung weiter vergrößern. Aber egal wie die Vorzeichen stehen, ich fahre immer auf Sieg,“ schickt der Allgäuer eine Kampfansage an seine Konkurrenten.

Von

Thomas Arndt