Nein, neidisch ist Christopher Mies (32) auf seinen Ex-Teamkollegen nicht. Mit Ricardo Feller (21/CH) gewann der Düsseldorfer in einem Audi R8 LMS von Land Motorsport 2021 das ADAC GT Masters und wurde so erster internationaler Deutscher GT-Meister.
Während Feller jetzt zusätzlich zum GT Masters in die DTM aufsteigt, steht für Mies die Titelverteidigung mit seinem neuen Partner Tim Zimmermann an. „Ich gönne Ricardo den DTM-Start“, sagt er. „Mich zieht es da gar nicht mehr hin. Das war anders, als die DTM noch mit den spektakulären Class-1-Autos gefahren ist. Aber jetzt ist sie doch nur eine weitere Serie mit GT3-Fahrzeugen.
2021 fuhr Christopher Mies oft vorneweg, jetzt jagt er seinen dritten GT-Masters-Titel.

“Da reizt ihn der dritte Titel im GT Masters mehr, das wäre Rekord. „Für mich als deutschen Fahrer mit deutschen Sponsoren ist es gut, dass das ADAC GT Masters auch bei seinen internationalen Gastspielen im deutschsprachigen Raum unterwegs ist. Warum also wechseln?
Lamborghini Huracán, Corvette C7, Mercedes-AMG GT3, Porsche 911, Audi R8 LMS, BMW M4: Rund 30 Autos von sechs Herstellern machen die Deutsche GT-Meisterschaft im Rahmen des ADAC GT Masters zur Liga der Supersportwagen. Anders als in der DTM teilen sich im GT Masters je zwei Fahrer ein Auto.
Das hilft nicht nur dem Budget. Es heißt auch: Kompromisse beim Set-up und gemeinsame Optimierung des Autos. Genau das bereitet die Piloten ideal auf Langstreckenrennen vor. Und es macht die ADAC-Liga, die bei Nitro zu sehen ist, so reizvoll.
Im Fokus stehen dieses Jahr zwei neue Rennwagen. Audi bringt die zweite Evolutionsstufe des R8 LMS. Vor allem in Sachen Fahrwerk, Traktion und Motorcharakteristik hat Audi den Wagen verbessert. BMW schickt als Nachfolger des M6 den M4 GT3 ins Rennen. Setzt dabei weiter auf einen Dreiliter-Reihensechszylinder mit Biturbo (maximal 590 PS).
Der Saisonstart des ADAC GT Masters wird am 23. und 24. April ab 16 Uhr auf Nitro live gezeigt.

Für Mies das perfekte Umfeld für die Rekordjagd. Als einer von nur drei Fahrern (nach Sebastian Asch und Kelvin van der Linde) schaffte er das Kunststück, zweimal das GT Masters für sich zu entscheiden. Vor dem Sieg 2021 auch schon 2016 mit Connor De Phillippi (29/USA). 2015 und 2017 gewann Mies zudem die 24 Stunden am Nürburgring.
Und er hat auch noch einen anderen Traum: den Start beim legendären 24-Stunden-Rennen in Le Mans. „Spätestens 2024, wenn auch da GT3-Autos fahren dürfen, gehen sicherlich einige Türen auf.

Von

Thomas Arndt