Der dritte Saisonlauf des ADAC GT Masters auf dem Dünenkurs an der Nordseeküste im niederländischen Zandvoort brachte reichlich Bewegung in die Gesamtwertung der deutschen GT Meisterschaft.
Großer Sieger des Wochenendes war das Schweizer-Lamborghini-Team Emil Frey Racing. Nach dem ersten GT-Masters-Erfolg der Mannschaft im turbulenten Samstag-Rennen von Wishofer/Lappalainen im Huracán GT3 Evo gewannen am Sonntag deren Teamkollegen Albert Costa Balboa/Jack Aitken mit einem lupenreinen Start-Ziel-Sieg.
„Das war ein Mega-Erfolg und ein ganz tolles Wochenende für unser Team“, jubelte Jack Aitken, der mit 1:34,715 Minuten nicht nur die schnellste Runde fuhr, sondern auch einen neuen ADAC GT Masters-Rundenrekord in Zandvoort aufstellte.
Aitken, der für Williams 2020 als Ersatzfahrer schon mal einen Formel-1-Grand-Prix bestritt, setzte mit einem guten Start seine erste Pole-Position im ADAC GT Masters gleich in die Führung beim sechsten Saisonrennen der Serie um. In der Folge gelang es ihm sofort, den Verfolgern zu enteilen.
Allein der Italiener Mattia Drudi, der sich mit einem Klasse-Start im Audi R8 LMS Evo II des Teams Car Collection Motorsport von Rang vier in der Grid auf den zweiten Platz katapultierte, konnte dem Lambo mit einem Respektabstand von rund zwei Sekunden folgen.
Jack Aitken und Albert Costa Balboa gewinnen das zweite Rennen des ADAC GT Masters in Zandvoort.

Ayhancan Güven gelang es im Porsche 911 GT3 R des Teams Joos Sportwagentechnik nicht, dem Speed des Spitzenduos zu folgen. Er verlor in seinem Stint bis zum Pflichtboxenstopp rund acht Sekunden auf die Spitze, behauptete aber ungefährdet seinen dritten Platz.
Die Boxenstopps mit den obligatorischen Fahrerwechseln änderten an der Reihenfolge des Rennens nichts. Den Car Collection-Audi von Drudi übernahm dabei Lokalmatador Thierry Vermeulen, ein guter Kumpel von Formel-1-Weltmeister Max Verstappen. Er verteidigte locker Rang zwei, verpasste aber den 50. Audi-Sieg in Zandvoort letztlich um 1,07 Sekunden.
Christopher Mies und Tim Zimmermann belegten im Audi R8 LMS GT3 Evo II mit der #1 Rang vier, was das bisher beste Saisonergebnis für das Fahrer-Duo von Montaplast by Land-Motorsport bedeutete.
Ein Drama erlebte in der Schlussrunde Güvens Kollege im Joos-Team, Christian Engelhart. Scheinbar sicher auf Podiumskurs fahrend, was die Führung in der Gesamtwertung bedeutet hätte, wurde der Porsche 911 GT3 R #91 wenige Meter vor Schluss langsam. Zwar rollte das Auto mit letztem Schwung noch ins Ziel, fiel auf den letzten Metern aber von Rang drei noch auf Platz acht zurück.
Den letzten Platz auf dem Podium „erbten“ so Rougier/Perera in einem weiteren Frey-Lamborghini.
Ein Wochenende zum Vergessen erlebten die als Tabellenführer nach Zandvoort gereisten Niklas Krütten/Ben Green im Schubert BMW M4 GT3. Ausfall am Samstag, Platz elf am Sonntag bedeuteten null Punkte und den Rückfall auf P3 in der Tabelle.
Audi-Pilot Jusuf Owega (Land-Motorsport), der mit Rang vier am Samstag die Tabellenspitze erobert hatte, konnte am Sonntag wegen eines defekten Drehzahlsensors am Getriebe seines R8 LMS Evo II nicht zum Rennen antreten. Dennoch verteidigte der Kölner seinen Platz an der Sonne.
Jos Verstappen, Thierry Vermeulen und der fünffache Windsurf-Weltmeister Philip Köster.

Übrigens: Mit dabei war in Zandvoort auch der fünffache Windsurf-Weltmeister Philip Köster. Zwei Wochen vor dem PWA-Tourstopp auf Gran Canaria verbrachte der 28-Jährige als VIP-Gast zwei Tage beim ADAC GT Masters. Neben vielen Eindrücken in den Boxen der Teams traf der Weltmeister auch auf einen prominenten Weltmeister-Vater: Der ehemalige Formel-1-Pilot und „Papa“ von Max, Jos Verstappen, zeigte Köster den Audi des Niederländers Thierry Vermeulen. „Ich habe mich sehr gefreut, Jos Verstappen kennen zu lernen. Da Max und ich ja beide Red-Bull-Athleten sind, war das quasi ein Familientreffen“, grinste Köster.
Das ADAC GT Masters geht jetzt in eine knapp sechswöchige Sommerpause. Weiter geht es in der Liga der Supersportwagen mit dem vierten Rennwochenende vom 5. bis 7. August auf dem Nürburgring.

ADAC GT Masters Zandvoort
Rennen 2 Ergebnis.

1. Costa Balboa/Aitken (Lamborghini)
2. Vermeulen/Drudi (Audi)
3. Rougier/Perera (Lamborghini)
4. Zimmermann/Mies (Audi)
5. Sturm/Müller (Porsche)
6. Schramm/Marschall (Audi)
7. Schiller/Gounon (Mercedes)
8. Engelhart/Güven (Porsche)
9. Bird/Seppänen (Mercedes)10. Reicher/Siedler (Audi)

ADAC GT Masters Fahrerwertung

1. Jusuf Owega: 70 Punkte
2. Christian Engelhart: 70
2. Ayhancan Güven: 70
3. Niklas Krütten: 65
3. Ben Green: 65
4.: Albert Costa Balboa: 61
4.: Jack Aitken: 61

Von

Thomas Arndt