ADAC: Prüfbericht und Reaktionen
Schon seit Jahren geschummelt

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Auch in den vergangenen Jahren wurde die Wahl zum Lieblingsauto offenbar manipuliert. Die Autohersteller VW, BMW und Daimler wollen deshalb insgesamt 40 "Gelbe Engel" an den ADAC zurückschicken.
Bild: ADAC/Xaver Lockau
(dpa/Reuters) Beim ADAC-Preis "Gelber Engel" hat es schon in früheren Jahren umfangreiche Manipulationen bei der Wahl zum Lieblingsauto gegeben. Sowohl die Reihenfolge der platzierten Modelle als auch die Anzahl der abgegebenen Stimmen seien fehlerhaft gewesen, teilte der Automobilclub laut Nachrichtenagentur dpa am Montag, 17. Februar, in München mit. Durch diese bewussten Veränderungen sei bei dem Preis eine größere Markenvielfalt erreicht worden, zitiert der ADAC aus dem Bericht der externen Prüfer von Deloitte. Fehlerhaft waren demnach die Preisverleihungen in den Jahren 2009 bis 2013. Für frühere Jahre war eine Prüfung laut ADAC nicht mehr möglich, weil dazu nicht mehr ausreichende Daten vorhanden sind."Die Ergebnisse lassen vermuten, dass einzelne Personen offenbar bereits seit Jahren bei der Preisverleihung die Hersteller und die Öffentlichkeit systematisch getäuscht haben", sagte ADAC-Geschäftsführer Karl Obermair. Vergangene Woche hatten die Prüfer bereits Manipulationen bei der diesjährigen Wahl bestätigt. Weitere Kategorien des "Gelben Engels" sind noch auf dem Prüfstand.
Überblick: Die Vorwürfe gegen den ADAC
Autokonzerne geben 40 "Gelbe Engel" zurück
Die Autokonzerne VW, BMW und Daimler haben unterdessen angekündigt, insgesamt 40 Auszeichnungen mit dem Preis "Gelber Engel" an den ADAC zurückzugeben. Bei BMW handele es sich um zehn, bei Volkswagen um 19 sowie bei Daimler um elf Preise, berichtete die Zeitung "Bild am Sonntag" unter Berufung auf Sprecher der Unternehmen. "Durch die nun nachgewiesenen Manipulationen bei der Stimmenauswertung hat der 'Gelbe Engel' des ADAC seine Glaubwürdigkeit verloren", sagte ein BMW-Sprecher.
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