Mit einem bösen Foul begann das finale Rennen der ADAC TCR Germany. Offen war nur noch die Frage nach Platz zwei in der Gesamtwertung hinter dem als Meister bereits feststehenden Luca Engstler.
Sein Kollege im Hyundai Team Engstler, der Däne Martin Andersen, und Honda-Pilot Dominik Fugel waren die Protagonisten im Duell um die Vizemeisterschaft. Mit den besseren Voraussetzungen für den Dänen. Der hatte drei Punkte Vorsprung in der Tabelle und ging von der Pole-Position ins letzte Saisonrennen.
Als Andersen nach gutem Start die erste Kurve anbremste, rauschte der von Rang sechs gestartete jüngere Bruder von Dominik Fugel, Marcel Fugel, mit seinem Honda ungestüm ins Heck des Hyundai i30 N TCR von Andersen, schickte den Dänen in einen veritablen Dreher und damit ans Ende des Feldes.
Martin Andersen holt die Vize-Meisterschaft.
Zwar kassierte Marcel Fugel dafür eine Durchfahrtsstrafe, doch bevor er diese antrat, lieferte sich der offensichtlich übermotivierte junge Chemnitzer weitere teilweise haarsträubende Scharmützel u.a. mit Nico Gruber (Hyundai), ehe die Rennleitung dem wilden Treiben ein Ende setzte und den Honda-Piloten mit der schwarzen Flagge (Disqualifikation) aus dem Rennen nahm.
Auch ohne diese Manöver bot das letzte Saisonrennen jede Menge Action und Spannung. Auf nasser Strecke setzten die Piloten auf unterschiedliche Reifen – teilweise wurde mit Slicks gezockt, in der Hoffnung auf rasches Abtrocknen der Strecke. Letztlich erwies sich die Wahl von Karklys und Andersen auf Regenreifen zu setzen, als genau richtig.
Andersen, der zeitweise zwölf Sekunden Rückstand auf den Vorletzten hatte, nutzte die vielen Duelle im Feld und arbeitete sich immer näher an seine Konkurrenten heran. Im weiteren Rennverlauf holte er dann eine Position nach der anderen auf.
Nach einem harten Zweikampf mit dem polnischen Honda-Piloten Albert Legutko übernahm der Däne, der im vergangenen Jahr auch die TCR-Serie in seiner Heimat auf Ranz zwei beendet hatte, schließlich den fünften Platz, der ihm zur Vizemeisterschaft genügte.
Derweil hielt sich der von Platz sieben gestartete Litauer Jonas Karkyls aus allen Scharmützeln heraus und überholte geschickt. In einer heißen Schlussphase zog er auch an Szymon Ladniak vorbei und fuhr seinen ersten Sieg in der ADAC TCR Germany nach Hause.
„Das ist ein tolles Gefühl, wir haben das nicht erwartet. Besser kann man eine Saison nicht abschließen. Jetzt wollen wir ein bisschen feiern“, jubelte Karklys.

ADAC TCR Germany: Ergebnis Sonntagrennen

1. Jonas Karklys (Hyundai)
2. Szymon Ladniak (Honda)
3. Nico Gruber (Hyundai)
4. Dominik Fugel (Honda)
5. Martin Andersen (Hyundai)
6. Albert Legutko (Honda)
7. Roland Hertner (Hyundai)
8. Patrick Sing (Hyundai)
9. Robin Jahr (Hyundai)
10. Philipp Regensperger (Opel)

Tabellenendstand Saison 2021

1. Luca Engstler (337 Punkte)
2. Martin Andersen (286 Punkte)
3. Dominik Fugel (285 Punkte)
4. Eric Scalvini (263 Punkte)
5. Nico Gruber (218 Punkte)

Von

Thomas Arndt