Zehn Tourenwagen-Titel, mehr als 100 Pokale im Schrank, und das im Alter von 21 Jahren. Luca Engstler zählt nicht nur zu den besten deutschen Tourenwagen-Fahrern, er ist jetzt auch Meister in der ADAC TCR Germany. Sein Punktepolster von 83 Zählern reichte, um bereits beim vorletzten Lauf in Hockenheim den Titel einzusacken.
„Genau das war mein Ziel. Beim letzten Saisonlauf hätte ich nämlich nicht mitfahren können,“ erklärt Engstler, der das Saisonfinale am Nürburgring (6./7. November) verpasste, um bei der WTCR im italienischen Adria mitzufahren.
Luca Engstler
Der Hyundai-Werksfahrer ist 2021 dual unterwegs. In der TCR Germany pilotiert er den i30 N TCR, während er in der Welt-Liga ins Steuer des neueren Hyundai Elantra N TCR greift.
Für Engstler war es nicht die erste Saison in der TCR Germany. Schon 2017 und 2018 fuhr er im Rennstall seines Vaters mit. Nach seinem Debütjahr, das er auf Rang zwölf beendete, wurde der Allgäuer in seiner zweiten Saison Vizemeister. Stark: Beim Saisonfinale 2018 überholte er in einer Runde neun Autos auf der Strecke.
Spätestens da wurde klar, dass Engstler die Tourenwagen-Gene seines Vaters Franz (60) geerbt hat. Papa Engstler: „An seinem Fahrstil sehe ich, dass er mal ein ganz Großer des Sports wird. Er fährt sehr intelligent und konsequent.“ Engstler senior startete in seiner aktiven Zeit in der DTM sowie der Tourenwagen-WM und holte einen Klassensieg beim 24h-Rennen auf dem Nürburgring.
Mit über 700 Trophäen legt er die Messlatte für seinen Sohnemann hoch. In Lucas Karriere ist Franz ein wichtiger Faktor: „Der Einfluss von meinem Dad ist groß. Ich bespreche jeden Schritt mit ihm, ich lege sehr viel Wert auf seinen Rat und habe ihm einiges zu verdanken.“
Luca Engstler tritt in die Fußstapfen seines Vaters.
Die Fußstapfen füllt Engstler jr. mehr und mehr aus. Mit mittlerweile zehn Meistertiteln ist er der erfolgreichste TCR-Pilot weltweit. Als besten deutschen Tourenwagenfahrer will er sich aber nicht bezeichnen. „Es gibt viele starke Piloten im Tourenwagensport,“ sagt der 21-Jährige. „Ich habe aber keine Angst, mich mit den Besten zu messen.“
Wie es 2022 weitergeht, weiß er noch nicht. „Ziel ist, im TCR-Bereich weiterzumachen, aber die Zukunftist noch unklar.“ Dazu kommt, dass sein Werksfahrervertrag bei Hyundai ausläuft. Eine Verlängerung ist offen. Deshalb geht der Blick in alle Richtungen, auch gen DTM.
Engstler: „Die DTM ist für mich mit dem GT3-Umstieg noch interessanter geworden. Ich bin positiv überrascht.“ Allerdings bleibt auch ein WTCR-Titel eines seiner „größten Ziele“. Dieses Jahr kann er sich den Traum zumindest in der Juniorwertung erfüllen.

Von

Alexander Warneke