Porsche fahren! Das ist ein teures Vergnügen. Der geforderte Eurobetrag liegt meist in satten fünf-, nicht selten sechsstelligen Höhen.

Porsche Cross Performance EXC

Wir sind einen echten Porsche zum Neupreis von 13 900 Euro gefahren. Ein Schnäppchen? Nicht ganz. Schließlich verfügt dieses Modell nur über zwei Räder, von denen nur eines angetrieben ist: das neue Porsche-E-Mountainbike Cross Performance EXC.
Porsche Cross Performance EXC
Eine Menge Holz. Mit Porsche-Lack kostet das Bike 13 900 Euro, in schlichtem Schwarz 1000 Euro weniger
Bild: Martin Häußermann / AUTO BILD
Die Familienzugehörigkeit signalisieren der Porsche-Schriftzug auf dem Unterrohr sowie das Porsche-Wappen vorn am Steuerrohr. Auch sonst wurde viel Mühe verwendet, das Fahrrad ganz nah zum Auto zu bringen. Das dynamische Design stammt aus dem Porsche- Design-Studio in Zell am See, der Rahmen des Topmodells EXC ist in Farben lackiert, die die Porsche Exclusive Manufaktur sonst auf den Highend-Sportwagen des Hauses aufbringt.
Die Designkompetenz hat Porsche im Hause, die Kompetenz für Elektromobilität auf vier Rädern auch. Bei Zweirädern wird’s aber deutlich dünner, weshalb man sich für Konstruktion und Bau der Bikes einen Partner vom Fach gesucht – und mit Rotwild auch gefunden hat. Der Bikehersteller aus dem hessischen Dieburg sieht sich selbst als Ingenieurs- und Premiumhersteller. Das passt.
Porsche Cross Performance EXC
Nicht zu hoch hinaus. Kleine Sprünge gehen aber auch mit kurzen Federwegen
Bild: Martin Häußermann / AUTO BILD
Wir fahren das Topmodell Cross Performance EXC, in schickem "Sharkblue" lackiert. Optisch ein echter Hingucker, gleichzeitig erhöht das aber die Beißhemmung des Bikers. Dieses Schmuckstück will man lieber nicht bei einem Sturz auf dem Trail zerkratzen.
Aber für den Hardcore-Offroad- Einsatz wurde das Porsche-Bike auch gar nicht konzipiert. Moderate Federwege von 120 Millimetern vorn und 100 Millimetern hinten geben die Richtung vor. Hier haben wir ein All-Mountain- Bike, das für gepflegte Ausflüge ins Gelände gebaut wurde. Es funktioniert auf Waldwegen und Trails, klettert auch kontrolliert steilere Berge hoch, ohne dass das Vorderrad sofort aufsteigt. Und selbst kleine Sprünge macht das Performance EXC klaglos mit. Für große Kicker oder Hochgeschwindigkeits-Downhills sollte man sich besser ein anderes Bike suchen.
Porsche Cross Performance EXC
Das Porsche-Wappen taugt auch als Headbadge
Bild: Martin Häußermann / AUTO BILD
Im richtigen Einsatzbereich aber macht dieses Fahrrad einen Riesenspaß. Das Fox-Factory-Fahrwerk bietet, sofern es vom Fachmann vorher individuell eingestellt wurde, besten Fahrkomfort. Das Handling ist tadellos, gibt auch Nicht-Profis ein Gefühl von Sicherheit. Der Shimano-Motor EP801 bietet reichlich Kraftreserven, und die elektronische Shimano XT Di2 verfügt sogar über einen Automatikmodus. Das ist alles sehr Porsche-like – wie auch der Preis.
Rahmen: Carbon
Federelement: Fox Factory, 120 mm (vorn), 100 mm (hinten)
Motor/Akku: Shimano StepsEP801, 503 Wh (S), 630 Wh (M, L)
Schaltung: Shimano XT Di2, 12-fach
Bremsen: Magura MT7, Scheibenbremsen, vier Kolben vorn und hinten
Bereifung: Continental Cross King, 27,5 Zoll (S), 29 Zoll (M, L)
Gewicht: 21,6 Kilogramm
Zul. Gesamtgewicht: 120 Kilogramm
Komplettpreis: 13.900 Euro
AUTO BILD Urteil: 4,5 von 5 Sternen

Flyer Goroc TR:X

Crossover-Bikes sind die eierlegenden Wollmilchsäue unter den Fahrrädern. Sie können fast alles: Gelände, Stadt, Alltag. Und sie bieten auch jede Menge Komfort. Das Flyer Goroc TR:X tritt sogar mit Vollfederung und 130 Millimeter Federweg vorn und hinten an. Das ist ein Wort.
Flyer Goroc TR:X
Ready to go. Das Flyer hat alles, was man im Alltag braucht
Bild: Martin Häußermann / AUTO BILD
Die eigentliche Revolution aber sitzt unten im Rahmen: der Pinion MGU E1.12. Das ist ein Motor mit integrierter 12-Gang-Getriebeschaltung des Getriebespezialisten aus dem schwäbischen Denkendorf. Kompakter, komfortabler und wartungsarmer geht es kaum. Dafür ist das Flyer mit 30 Kilogramm auch nicht gerade ein Leichtgewicht.
Rahmen: Carbon/Aluminium
Federelement: Fox, 130 mm (vorn und hinten)
Motor/Akku: Pinion MGU E1.12/700 Wh
Schaltung: Getriebeschaltung im Motor integriert, 12-fach
Bremsen: TRP C2.3, Scheibenbremsen, vier Kolben vorn und hinten
Bereifung: Schwalbe Johnny Watts/29 Zoll
Gewicht: 30 Kilogramm
Zul. Gesamtgewicht: 150 Kilogramm
Komplettpreis: 8999 Euro
AUTO BILD Urteil: 4,5 von 5 Sternen

Moustache Samedi 29 Trail

Moustache konzentriert sich ausschließlich auf E-Bikes mit Alu-rahmen und Bosch-Antrieben. Die französische Marke aus den Vogesen bezeichnet seine Bikes gern nach Wochentagen. Samedi heißt Samstag, da haben die meisten frei und gehen gern mal mountainbiken.
Moustache Samedi 29 Trail
Das Topmodell ist goldig, der Alurahmen integriert den Akku
Bild: Martin Häußermann / AUTO BILD
Wir hatten das Samedi 29 Trail 11 auf die Schwäbische Alb entführt und hatten gemeinsam jede Menge Spaß. Die Fahreigenschaften sind tadellos, die Preise angemessen. Die beginnen bei knapp 5000 Euro, das von uns gefahrene Topmodell kostet 7399 Euro. Wer statt des serienmäßigen 625 Wh-Akkus 700 Wh haben will, muss 300 Euro drauflegen.
Rahmen: Aluminium
Federelement: Fox 36 Factory 150 mm (vorn und hinten)
Motor/Akku: Bosch Performance Line CX/625 Wh
Schaltung: Shimano XTR, 12-fach
Bremsen: Shimano XT, Scheibenbremsen, vier Kolben
Bereifung: Maxxis Assegai/29 Zoll (vorn und hinten)
Gewicht: 23 Kilogramm (in Rahmengröße Mid)
Zul. Gesamtgewicht: 140 Kilogramm
Komplettpreis: 7399 Euro
AUTO BILD Urteil: 4,5 von 5 Sternen

Merida eONE-SIXTY 10K

Kompromisse und Vernunft sind nicht die Sache dieses Bikes. Merida hat in das Topmodell seiner E-Mountainbikes alles reingepackt, was gut und teuer ist, bewegt sich ausstattungsmäßig damit auf dem Niveau des Porsche-Bikes.
Merida eONE-SIXTY 10K
Hier ist alles üppig: Federweg, Ausstattung, Preis
Bild: Martin Häußermann / AUTO BILD
Es kostet etwas weniger, bietet aber deutlich mehr Federweg. Außerdem kommt es serienmäßig mit einem gemischten Laufradsatz – 29 Zoll vorn, 27,5 Zoll hinten. Das bringt spielerisches Handling, auch für kürzer gewachsene Piloten. Da kriegt man schon feuchte Augen, auch beim Preis. Wer’s vernünftig mag, nimmt das Einsteigermodell eONE-SIXTY 675 mit Aluminiumrahmen für knapp die Hälfte.
Rahmen: Carbon
Federelement: Fox 38 Factory 170 mm (vorn)/174 mm (h.)
Motor/Akku: Shimano EP801/600 Wh (integriert)
Schaltung: Wireless SRAM XX Eagle Transmission, 12-fach
Bremsen: SRAM Code Ultimate Stealth, Scheibenbr.
Bereifung: Maxxis Assegai MaxxGrip, 29 Zoll (vorn)/Maxxis MaxxTerra, 27,5 Zoll (hinten)
Gewicht: 22,2 Kilogramm
Zul. Gesamtgewicht: 140 Kilogramm
Komplettpreis: 11.599 Euro
AUTO BILD Urteil: 5 von 5 Sternen

Centurion Country R3000i L

Tiefeinsteiger galten einst als träge, wacklige Damenräder. Diese Zeiten sind vorbei. Sie haben längst auch unter Männern Freunde gewonnen, besonders, wenn diese aus irgendeinem Grund die Beine nicht mehr lässig über den Sattel schwingen können – oder wollen. Centurion liefert mit dem Country L jedenfalls einen enorm fahrstabilen Tiefeinsteiger.
Centurion Country R3000i L
Ein komfortabler Gleiter, aber konstruktionsbedingt nicht ganz leicht
Bild: Martin Häußermann / AUTO BILD
Ein Unterrohr mit kastenförmigem Profil und integriertem Akku sorgen für Verwindungssteifigkeit, breite Reifen für Grip und Komfort auch abseits des Asphalts. Wer noch mehr Komfort wünscht, wählt das vollgefederte Modell Country LX – für rund 800 Euro Aufpreis.
Rahmen: Aluminium
Federelement: Federgabel SR Suntour Mobie34 2CR (100 mm)
Motor/Akku: Bosch Performance Line CX/625 Wh
Schaltung: Shimano Deore XT, 11-fach
Bremsen: Shimano Deore XT, Scheibenbremsen, vier Kolben
Bereifung: Schwalbe Smart Sam, 27,5 Zoll
Gewicht: 28,3 Kilogramm (Rahmengröße M)
Zul. Gesamtgewicht: 150 Kilogramm
Komplettpreis: 4799 Euro
AUTO BILD Urteil: 4 von 5 Sternen

QiO Eins Leaf

Dieses Bike könnte zum neuen Freund vieler Reisemobilisten werden, denn es passt auch in kleinere Garagen. Sein Plus ist die Kompaktheit bei der Rahmenkonstruktion und Ausstattung. Der Rahmen baut relativ kurz, verzichtet auf ein Oberrohr und ist mithin ein Tiefeinsteiger. Zwischen Unter- und Sattelrohr ist eine Querstrebe eingebaut, die als Versteifung und als Tragegriff dient.
QiO Eins Leaf
Aktuell ist das QiO Eins auch in Sonderlackierungen lieferbar
Bild: Martin Häußermann / AUTO BILD
Der Sattel lässt sich dank Schnellspanner leicht absenken, der Lenker ebenso, Letzterer kann auch werkzeuglos um 90 Grad gedreht werden. In Kombination mit den Klapppedalen wird das Ding schön schmal. Die Fahreigenschaften sind akzeptabel.
Rahmen: Aluminium-Einheitsrahmen
Federelement: Keines, aber 62 mm breite Reifen, optional mit Federsattelstütze
Motor/Akku: Bosch Performance Line/500 Wh
Schaltung: Shimano 5G Nexus, Nabenschaltung
Bremsen: Magura MT4, Scheibenbremse
Bereifung: Kenda Kwick Drumlin, 20 Zoll
Gewicht: 27,5 Kilogramm
Zul. Gesamtgewicht: 180 Kilogramm
Komplettpreis: 4499 Euro
AUTO BILD Urteil: 3,5 von 5 Sternen

Stevens E-Getaway

Schon sein Vorgänger hat uns viel Freude gemacht. Das erste Stevens E-Getaway ging mit der Motor-Akku-Kombination an den Start, die man komplett aus dem Unterrohr entnehmen konnte. Deckel drauf, fertig war das Biobike. Nun hat der Hamburger Fahrradbauer auf den fest integrierten TQ-Motor umgesattelt, der natürlich anspricht und dank größerem Akku auch etwas mehr Reichweite verspricht.
Stevens E-Getaway
Der Graveler liebt Schotter- und Waldwege
Bild: Martin Häußermann / AUTO BILD
Das E-Getaway gehört zur Gattung der Gravelbikes, ist also für Schotter gebaut, taugt aber auch prima für die Straße. Und es ist für ein E-Bike sehr leicht, allerdings ist der Motor eher als Bergaufhilfe, denn für permanenten Einsatz gedacht.
Rahmen: Carbon
Federelement: keines
Motor/Akku: TQ HPR50/360 Wh
Schaltung: Shimano GRX810, 11-fach
Bremsen: Shimano GRX, Scheibenbremsen
Bereifung: Continental Terra Speed/28 Zoll
Gewicht: 12,9 Kilogramm
Zul. Gesamtgewicht: 135 Kilogramm
Komplettpreis: 6399 Euro
AUTO BILD Urteil: 4 von 5 Sternen

Riese & Müller Tinker2

Markus Riese ist nicht nur Mitbegründer des Fahrradbauers Riese & Müller, sondern auch Mitbegründer des Bulli-Spezialisten SpaceCamper. Damit weiß er auch, was Biker und Camper wünschen und brauchen. Sehr oft nämlich einfach ein kompaktes Fahrrad, das bequem zu verstauen ist, aber auch bequem zu fahren. Das Tinker2 erfüllt beide Anforderungen.
Riese & Müller Tinker2
Die Ausstattung ist komplett und alltagstauglich
Bild: Martin Häußermann / AUTO BILD
Ein leicht klappbarer Lenker und ein ruck, zuck absenkbarer Sattel sorgen für Kompaktheit, breite Reifen, eine Federgabel und die optionale Federsattelstütze für Fahrkomfort. Ein verwindungssteifer Rahmen und der Bosch-Motor tragen zu agilem Fahrverhalten und zügigem Vorankommen bei.
Rahmen: Aluminium
Federelement: Spinner Grind OS (vorn)
Motor/Akku: Bosch Performance Line/545 Wh
Schaltung: Enviolo, Nabenschaltung, stufenlos
Bremsen: Tektro Auriga, Scheibenbremsen
Bereifung: Schwalbe Big Ben Plus/20 Zoll
Gewicht: 24,9 Kilogramm
Zul. Gesamtgewicht: 135 Kilogramm
Komplettpreis: 4649 Euro
AUTO BILD Urteil: 4 von 5 Sternen