Die Niederlande nehmen Alkoholsünder an die kurze Leine. Wer einmal mit mindestens 1,3 Promille am Steuer erwischt worden ist, muss künftig ein Gerät im Auto installieren, das weitere Alkoholfahrten unterbindet. Ein sogenanntes Alcolock, ein Atemalkohol-Messgerät mit integrierter Wegfahrsperre, verhindert die Zündung, sobald der gemessene Wert 0,2 Promille übersteigt. Die Alternative zum Einbau des 1500 Euro teuren Geräts: fünf Jahre Führerscheinentzug. Wer sich für das Alcolock entscheidet, darf frühestens nach zwei sauberen Jahren wieder ohne Atemkontrolle fahren. In Schweden und Finnland sind die Alcolocks bereits seit einigen Jahren in Gebrauch, auch Belgien will sie einführen. Das Bundesverkehrsministerium unterstützt bislang nur den freiwilligen Einsatz der Alkoholschlösser.
Eine verpflichtende Regelung wie in den Niederlanden fordert hingegen der Bund gegen Alkohol und Drogen im Straßenverkehr (BADS). "Deutschland sollte sich diesem Beispiel anschließen", sagt BADS-Präsident Peter Gerhardt. Auch ein flächendeckender Einbau der Alcolocks sei wünschenswert, aber kaum zu vermitteln. Frankreich setzt derweil auf Selbstkontrolle. 2012 soll dort das Mitführen eines einfachen Alkoholtesters im Auto Pflicht werden. Die Anwendung ist aber freiwillig.
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