Alfa Romeo benennt Kompakt-SUV um
Irre Kontroverse: Alfa Romeo rudert bei Modellnamen zurück

Bild: Alfa Romeo Automobiles S.p.A.
Alfa Romeo darf sein neues Kompakt-SUV nicht Milano nennen. Das sei gesetzlich untersagt, erklärte der italienische Industrieminister Adolfo Urso.
"Dieses Gesetz besagt, dass man keine Angaben machen darf, die den Verbraucher in die Irre führen. Ein Auto mit dem Namen Milano muss also in Italien hergestellt werden", sagte Urso. Ansonsten handele es sich um eine irreführende Angabe, die nach italienischem Recht nicht zulässig sei. Der Milano wird aber im polnischen Werk in Tychy gebaut.
Alfa Romeo erklärte in einer offiziellen Mitteilung, dass man der Meinung sei, dass der Name des erst am 10. April offiziell vorgestellten Kompakt-SUV alle gesetzlichen Anforderungen erfülle.
Trotzdem habe der Autobauer beschlossen, "ihn im Sinne gegenseitigen Verständnisses von Milano in Junior zu ändern". Ohne Frage eine ungewöhnliche Entscheidung.
Name des Alfa Milano war vom Publikum ausgewählt
Der Name Milano war zuvor vom Publikum ausgewählt worden. Allerdings will Alfa Romeo einen Namensstreit vermeiden. Die aus den Vorschlägen der Öffentlichkeit als Favoriten ausgewählten Namen beinhalteten auch den historischen Namen Junior.

Auch der Name Junior war unter den Vorschlägen des Publikums.
Bild: Alfa Romeo Automobiles S.p.A.
Es war nicht das erste Mal, dass Alfa Romeo die Öffentlichkeit bei der Wahl eines Autonamens um ihre Meinung gebeten hat. Dies geschah bereits 1966 mit dem Spider, für den das Publikum den Namen Duetto wählte.
"Wir sind uns vollkommen bewusst, dass dieser Moment in die Geschichte von Alfa Romeo eingehen wird. Es ist ein Moment großer Verantwortung. Die Wahl des Modellnamens Junior ist logisch, da er eng mit der Geschichte unserer Marke verbunden ist. Der Name Junior zählte von Anfang an zu unseren Favoriten und zu den Favoriten des Publikums. Als Team entscheiden wir uns erneut dafür, unsere Leidenschaft für die Marke zu teilen und das Produkt sowie unsere Kunden in den Vordergrund zu stellen", sagte Jean-Philippe Imparato, CEO Alfa Romeo.
Man habe sich dazu entschlossen, den Namen zu ändern, obwohl man dazu nicht verpflichtet sei, betonte er. "Wir bewahren die positiven Emotionen, die unsere Automobile immer hervorgerufen haben, und wollen jegliche Kontroverse vermeiden. Die Aufmerksamkeit, die wir in den letzten Tagen für unseren neuen Kompaktwagen erhalten haben, ist überwältigend. Unser Internetauftritt verzeichnete eine noch nie dagewesene Anzahl von Besuchen, die zeitweise sogar zum Absturz der Seite führte", so Imparato.
Zustimmung vom Händlerverband
Zustimmung für die Entscheidung gab es vom Verband der italienischen Alfa Romeo Händler. "Alfa Romeo ist eine integrative Marke, die Leidenschaft und positive Emotionen weckt. Das sehe ich in den Augen unserer Kunden, wenn sie sich unsere Fahrzeuge anschauen, sie Probe fahren, kaufen und abholen. Aus diesem Grund begrüßen wir die Entscheidung des Unternehmens, den Modellnamen von Milano in Junior zu ändern", sagte Stefano Odorici, der Präsident des Verbandes der italienischen Alfa-Romeo-Händler.
Eine Kontroverse würde die Begeisterung und die enorme Aufmerksamkeit beeinträchtigen, die das neue Fahrzeug erfahre, so Odorici. "Junior und Milano sind beides schöne Bezeichnungen, die ihre Wurzeln in der Geschichte der Marke Alfa Romeo haben. Es ist kein Zufall, dass diese beiden Namen zu den Publikumslieblingen gehörten."
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