Kühlerfrostschutz prüfen: Alles über Kühlmittel

Mehr als nur Frostschutz

Richtig kalte Wintertage sind nicht in Sicht? Den Frostschutz im Kühler sollte man trotzdem stets im Auge behalten. Denn die Wirkung der farbigen Flüssigkeit ist extrem vielseitig.

Links ein alter Kühler ohne Frostschutz: Ablagerungen und Korrosion. Rechts das gleiche Bauteil mit richtigem Frostschutz.

Ohne den richtigen Frostschutz geht nichts – auch wenn der richtig kalte Winter ausbleibt. Denn das bunte Mittel verhindert nicht nur, dass die Kühlflüssigkeit einfriert und dadurch das Kühlsystem zerstört. Es ist gleichzeitig auch Rostschutz für Kühler, Wasserpumpe und Kühlkanäle. Das Kühlmittel stabilisiert die elektrische Leitfähigkeit der Kühlflüssigkeit und verhindert ihr frühzeitiges Sieden. Ein weiteres Plus: Es vermeidet mineralische Ablagerungen. Deswegen ist es wichtig, den Kühlerfrostschutz und den Stand des Kühlwassers regelmäßig zu überprüfen.

Anleitung: Kühlmittel und Frostschutz überprüfen

In einem Punkt sind sich alle einig – das Kühlmittel muss regelmäßig kontrolliert werden. Füllstand einmal im Monat, Frostschutz zweimal im Jahr. Geprüft wird bei kaltem, abgestelltem Motor – So geht's:

Video: Frostschutz Ratgeber (2019)

Alles über Kühlmittel

Kühlwasser-Füllstand:
Den Füllstand lesen Sie am Ausgleichsbehälter im Motorraum ab. Er sollte immer zwischen den Markierungen Minimum und Maximum stehen. Fällt der Stand unter Min, sollten Sie unbedingt nachfüllen. Wichtig: Niemals das Kühlsystem öffnen, solange der Motor warm ist. Die unter Druck stehende, heiße Flüssigkeit kann herausschießen und Gesicht wie Hände verbrühen!
Frostschutz prüfen: Die Frostschutzkonzentration lässt sich mit Hilfe einer Prüfspindel feststellen. Sie wird einfach in das Kühlwasser gehalten und zeigt dann die Temperatur an. Diese sollte auf jeden Fall unter minus 20 Grad liegen, ansonsten muss Frostschutz ergänzt werden.

Kühlmittel nachfüllen: Das ist zu beachten

Wird der Frostschutz aufgefüllt, nicht irgendein Kühlmittel einfüllen – nur vom Hersteller vorgeschriebene (siehe Bedienungsanleitung). Denn die Lösungen enthalten unterschiedliche Additive, die auf die speziellen Kühlsysteme abgestimmt sind. Mit dem falschen Frostschutz an Bord oder einem Mix aus verschiedenen, können die winzigen Kühlkanäle verstopfen. Ist das richtige Kühlmittel nicht vorhanden, der Kühlwasserstand aber zu niedrig, besser nur Wasser nachfüllen. Lassen Sie sich nicht verwirren, wenn die Bedienungsanleitung entmineralisiertes Wasser empfiehlt. Leitungswasser tut es auch. Wer sichergehen will, nimmt destilliertes Wasser von der Tankstelle.
Wichtig: Der Kühlwasserkreislauf ist in sich geschlossen. Zwar können mit der Zeit sehr kleine Mengen Flüssigkeit durch Prozesse wie Diffusion oder Verdunstung über die Schläuche verloren gehen. Ist der Kühlwasserstand zu niedrig, deutet das aber in der Regel auf einen Defekt hin. Dann sollte möglichst schnell eine Werkstatt aufgesucht werden.
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Wie oft muss altes Kühlmittel getauscht werden?

Viele Hersteller geben 50.000 Kilometer als Wechsel-Intervall für das Kühlwasser an. Bei einigen ist es aber auch deutlich mehr. Dabei ist eine Gefahr weitgehend unbekannt: In altem Kühlerfrostschutz bilden sich oft Bläschen (Kavitation). Platzen diese, können die Explosionen die Metallwände im Kühler durchbrechen, Kunststoffflügel von Wasserpumpen zerstören. Deshalb empfehlen Automechaniker, die Kühlflüssigkeit alle drei Jahre zu wechseln. Auch wenn in einigen Bedienungsanleitungen anderslautende Empfehlungen zu finden sind.

So entsorgen Sie altes Kühlmittel umweltverträglich

Kühlmittel sind hochgiftige Flüssigkeiten. Sie werden wie Sondermüll behandelt und dürfen nicht ins Grundwasser gelangen oder einfach in den Ausguss gegossen werden. Beim Wechseln das Kühlmittel immer in einem wiederverschließbaren Behälter auffangen, diesen in eine Kfz-Werkstatt oder eine örtliche Annahmestelle bringen.

Autoren: Andreas Borchmann, Lena Trautermann

Stichworte:

Kühlmittel Frostschutz

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