Der Winter ist vorbei! Das ist einer der ersten Sätze, die wir aus dem Munde eines Isländers hören. Er kommt vom Busfahrer, der unsere Truppe vom Flughafen in die Innenstadt Reykjavíks fährt. Draußen strahlt die Sonne vor einem wolkenlosen Himmel mit den verschneiten Berggipfeln um die Wette.
Das Thermometer zeigt 14 Grad an, es ist Ende April. Während wir uns die Wintermäntel zumindest noch über die Schultern werfen, begegnen wir auf Reykjavíks Straßen Einheimischen in kurzen Hosen und T-Shirts. Für die Isländer sind solche Temperaturen Hochsommer. Viel wärmer wird es selten auf der größten Vulkaninsel der Erde.
Carado CV590 4x4 Edition 24
Die Straße nach Dyrhólaey bietet einen spektakulären Ausblick auf den schwarzen Sand.
Bild: AUTO BILD
Island ist vor allem berühmt für seine atemberaubenden Naturlandschaften, endlose schwarze Lavastrände, Europas größten Gletscher, Gammelhai (Hákarl) und die Sängerin Björk. Letztere läuft uns am letzten Tag tatsächlich noch in einem Vinylladen in Reykjavík in die Arme. Den fermentierten Grönlandhai, angeblich eine isländische Delikatesse, lassen wir allerdings aus. Die Inselküche hat nämlich noch andere Leckereien zu bieten, allen voran Lamm und Lachs. Besonders köstliche Variationen gibt es in dem Restaurant Fiskfélagið im Herzen der Hauptstadt.

Island, ein teurer Ort zum Urlauben

Zu viele Restaurantbesuche zehren allerdings ordentlich an der Urlaubskasse, wie wir schnell feststellen. Island ist in jeder Hinsicht ein teures Urlaubsland – von der Miete des Campervans über Lebensmittel bis hin zu Campingplätzen. Ein Carado CV590 4x4 Edition 24, mit dem jeder der Journalisten unterwegs ist, kostet je nach Saison zwischen 250 und 450 Euro – am Tag! Das liegt zum einen an einer extrem hohen Luxussteuer, die die Isländer auf neue Fahrzeuge zahlen müssen, zum anderen an der hohen Nachfrage.
Im letzten Jahr besuchten knapp zwei Millionen Touristen die Insel am Polarkreis. Viele davon mit dem Reisemobil. Zum Vergleich: Nur rund 390.000 Menschen leben tatsächlich auf Island, über 60 Prozent davon in der Hauptstadt. Der Tourismus ist ein enorm wichtiger Teil der Wirtschaft. Und die Touristen kommen fast ausschließlich, um sich die spektakuläre Natur anzuschauen. Kein Wunder also, dass Camper – besonders die mit den 4x4-Fahrzeugen – einige Regeln zu beachten haben. Wild campen und stehen ist beispielsweise auf ganz Island verboten.
Carado CV590 4x4 Edition 24
Praktisch: Die abgerundete Küchen-ecke für weniger blaue Flecke.
Bild: AUTO BILD
Zum Übernachten stehen gut 60 Campingplätze zur Verfügung. Reisende in der Hauptsaison sollten ihre Tour also frühzeitig buchen und Plätze reservieren. Bereits Ende April sieht man auf der berühmten Ringstraße, die an der Küste einmal um Island herumführt, zahlreiche Reisemobile cruisen. Dabei beginnt die warme Saison gerade erst. Wer sich die teure Miete sparen und längere Zeit bleiben möchte, kann auch mit mit dem eigenen Wohnmobil anreisen. Die Fährüberfahrt dauert je Strecke rund zweieinhalb Tage. Das Schiff startet in Hirtshals (Dänemark) und legt in Seyðisfjörður an.
In welche Richtung man die Ringstraße umrundet, ist übrigens Glaubenssache. Mit dem Carado CV590 4x4 waren wir ausschließlich an der Südküste unterwegs. Mehr ist in fünf Tagen inklusive An- und Abreise nicht zu schaffen.
Dafür ist ordentlich Sightseeing angesagt. Der Vorteil: Viele Sehenswürdigkeiten sind von der Straße aus zu sehen und demnach schnell zu erreichen. So wie unser erster Halt, der beeindruckende Wasserfall Skógafoss, mit 60 Meter Höhe und 25 Meter Breite nicht der größte der Insel, aber wohl einer der schönsten.
Carado CV590 4x4 Edition 24
Sonne genießen am bekannten Wasserfall Skógafoss. Bei gutem Wetter kann es hier voll werden.
Bild: AUTO BILD
Dank des phänomenal guten Wetters, das sich – völlig untypisch – die ganze Woche hält, wimmelt es hier von Touristen wie uns, die sich als Schutz vor dem wässerigen Sprühnebel, den die herabstürzenden Wassermassen verursachen, quietschbunte Regenkleidung übergeworfen haben, die wunderbar zu den Regenbögen passt, die Wasserfall und Sonnenstrahlen erschaffen.

"Als wären wir auf einem anderen Planeten"

Die Natur ist mächtig auf Island. Aktive Vulkane, riesige Gletscher und starke Winde zeichnen die Landschaft, die zeitweise wirkt, als wären wir auf einem anderen Planeten gelandet. Verstärkt wird der Effekt noch durch die punktuell aus der Erde aufsteigenden Rauchschwaden, die stets von einem durchdringenden Schwefelgeruch begleitet werden.
Die Isländer machen sich diese geothermischen Aktivitäten zunutze und gewinnen Wärme und Strom daraus. In ganz Reykjavík sieht man zahlreiche Kästen in der Nähe von Wohnhäusern, die nichts anderes sind als Bohrvorrichtungen, mit denen die in der Erde gespeicherte Wärmeenergie angezapft wird. Natürlich gibt es demnach auch heiße Quellen zum Baden auf Island, mehrere Hundert sollen es sein, eine davon befindet sich bei Reykjavík und ist umgeben von einer Wellnessoase.
Carado CV590 4x4 Edition 24
Islands Ringstraße hält einige spektakuläre Aussichten bereit. Wie den Blick auf das ewige Eis.
Bild: AUTO BILD
Besonders ungewohnt für Mitteleuropäer – und besonders Ostseekinder wie die Autorin – ist allerdings der Anblick des ausschließlich schwarzen Sandes, der natürlich auf den vulkanischen Ursprung der Insel zurückgeht. Einen besonders eindrucksvollen Ausblick auf einen endlos langen grauschwarzen Sandstrand, der auf strahlend blaues Meer und weiße Gischt trifft, finden wir am Kap Dyrhólaey. Einer der historisch bedeutendsten Lavastrände ist hingegen der Hjörleifshöfði, der den Namen nach dem (angeblich) ersten, von Legenden umrankten Siedler hat, der Ende des neunten Jahrhunderts nach Island kam.
Hier entstehen an einem warmen Nachmittag auch die Fahraufnahmen für das Titelbild. Schließlich sind wir mit 4x4-Vans unterwegs und wollen den Allradantrieb ordentlich testen. Der Ford Transit entpuppt sich dann auch als zuverlässiger Weggefährte für losen Untergrund. Leichte Sandpassagen, in denen sich ein Front- oder Hecktriebler längst festgefahren hätte, wühlt der Carado CV590 4x4 mühelos durch. Das System ist semipermanent und wird über eine Lamellenkupplung gesteuert.
Carado CV590 4x4 Edition 24
Den 4x4-Transit gibt es bisher leider nur mit Schaltgetriebe.
Bild: AUTO BILD
Im Straßenbetrieb wird der Transit über die Hinterachse angetrieben und schaltet mit elektronischen Helferlein die Vorderachse hinzu, wenn der Allradantrieb benötigt wird. Für noch mehr Traktion lässt sich das Allradsystem per Knopfdruck in einen permanenten Modus mit festgelegter Kraftverteilung versetzen. Das schaltet nicht nur elektronische Regler wie das ESP ab, sondern sorgt für mehr Traktion.
Ausflüge jenseits der isländischen Ringstraße sollten allerdings nur bei gutem Wetter und mit Augenmaß angegangen werden. Die fehlende Bodenfreiheit des Carado CV590 4x4 schränkt die Geländefähigkeit besonders auf unebenen Abschnitten extrem ein.

Carado CV590 4x4 Edition 24: technische Daten

Carado CV590 4x4 Edition 24: technische Daten
Motorisierung
2.0 EcoBlue 170
Leistung
125 kW (170 PS) bei 3500/min
Hubraum
1995 cm3
Drehmoment
390 Nm bei 1750/min
Höchstgeschwindigkeit
ca. 140 km/h
Getriebe/Antrieb
Sechsgang manuell/Allrad
Tankinhalt/Kraftstoffsorte
70 l/Diesel
Länge/Breite/Höhe
5980/2020/2840 mm
Radstand/Bereifung
3750 mm/235/65 R 16
Masse fahrbereit/Zuladung
ca. 3047/426 kg
Anhängelast (gebremst/ungebremst)
2580/750 kg
Material Wand/Dach/Boden
Stahlblech
Isolierung Wand/Dach/Boden
EPS
Liegefläche Heck L x B
1890–1920 x 1470 mm
Innenhöhe max.
1990 mm
Kühlschrank
62 l
Herd
2 Flammen
Bordbatterie
95 Ah
Frisch-/Abwassertank
100/90 l
Gasvorrat/Heizung
2x 11 kg/Truma Combi 4
Grundpreis/Testwagenpreis
68.999 Euro
Wer privat zum Hjörleifshöfði fährt, muss seinen Allradcamper übrigens auf dem Schotterparkplatz stehen lassen.
Da die Zahl der rücksichtslosen Offroader zu groß wurde, gilt auf dem schwarzen Lavasand seit einiger Zeit Fahrverbot. Wir bekamen lediglich eine Ausnahmegenehmigung für das Fotoshooting. Doch auch zu Fuß ist der Strand mit den verstreuten kargen Felsen absolut sehenswert. Blickt man von diesem Küstenabschnitt nach Süden, kommt bis zur Antarktis nichts weiter als der Atlantische Ozean. Da werden selbst eingefleischte Reisejournalisten wehmütig und legen die Kamera für einen Moment beiseite.
Diese Reise wurde unterstützt von Carado. Unsere Standards zu Transparenz und journalistischer Unabhängigkeit finden Sie unter www.axelspringer.com/de/unabhaengigkeit.

Fazit

Wer kein Geländefahrzeug braucht, sondern einen soliden Camper mit extraviel Grip, macht mit dem Carado CV590 4x4 nichts falsch. Eine gute Wahl für Adventure light auf Island. Wer die Insel erleben will, sollte Zeit mitbringen. Und jede Menge Pullis.